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Den zweiten Höhepunkt neben den Wilden Weiden bildete, von unserem „Stützpunkt“ Jena ausgehend, die Wanderung durch den Nationalpark Hainich. Inzwischen dürften die Bärlauchteppiche durchgängig in voller Blüte stehen, bei unserer Wanderung vor zwei Wochen haben wir einfach unsere Phantasie genutzt – es gab so viel zu sehen.

Gut gestärkt nach Mittagessen in der Hainichbaude betreten wir am Craulaer Kreuz den Weltnaturerbe-Pfad.

Wir sind nicht allein – Wildschweine haben neben dem Weg Nutzbares gesucht und gefunden.

Weiter und weiter geht es in den Wald hinein, neben einer Vielzahl von blühenden Geophyten von Bärlauchteppichen begleitet.

Die sind, wie schon erwähnt, angesichts vorlaufender kühler Witterung noch nicht so weit, wie wir bei der Reiseplanung erwartet hatten.

Aber es sind doch blühende Gruppen zu bewundern.

Blühender Bärlauch im Detail.

Interessant, an etlichen Stellen blühen Buschwindröschen noch.

Der Luther hat auch hier seinen Pfad.

Sturzbaum – es wird uriger.

Totholz, fast wie Saurier-Gerippe am Wegesrand.

Eine lineare Lichtung – aufgebrochener ehemaliger Waldweg. Jungwuchs wird vom Wild zu Bonsai-Bäumchen verbissen.

Wir dringen weiter in den Buchen-Frühlingswald ein.

Hauptsache, wir finden später auch wieder raus …

So richtig geregnet hat es offenbar seit Längerem nicht. Die Wildschweinsuhle ist man gerade in der Tiefe noch feucht.

Mittendrin.

Bemooste Sturzbäume, umschlungen.

Gute Gelegenheit, eine kleine Rast einzuschieben.

Junges Grün – der gestürzte Bergahorn ist noch lebendig.

Schon interessant, was es so für Bruchformen zu studieren gibt.

Buche – Formen des Vergehens.

LandArt – made by nature.

Menschenwerk – alte Nutzungsformen, eingestellt, lassen Höhlen-artige Baumbasis entstehen.

Ein Wichtelhaus?!

Ein Bergahorn-Drilling – auch Ergebnis ehemaliger Nutzung.

In Sachen Wald kann man nie genug lernen – meint auch eine nahe Universität.

Mit Mühe gefunden – Pestwurz in Resten zeigt auch bei dieser Trockenheit einen früheren Quell-Standort.

Ein Stillgewässer im Baum – „Phytotelme“ sagt der Lateiner dazu.

Schlüsselblumen tauchen, erst einzeln, dann in Gruppen, auf. Unsere Wanderung nähert sich dem Ende.

Wir sind draussen – „Wetter“ am Horizont. Gut, dass das sich entschlossen hat, vorwiegend nachts abzuregnen.

Wenn wir schonmal in Jena sind – wann wieder ??? – nutzen wir den Folgetag für „ein Bisschen Umrum“. Das gibt es demnächst hier im Blog zu sehen.

Rauf geht`s auf die Autobahn Richtung Erfurt, begleitet von ortstypischem Gestein.

Agrar-Gedanken – auf dem Feld nebendran wird gerade pestizidiert, sicher hier doch auch – und das direkt neben dem Obstgarten?

Erfurt, hier holen wir fachliche Leitung und Begleitung ab.

Innen allerhand Getier – einem Wildschwein müssen / wollen wir auf unserer Wanderung am Nachmittag im Hainich nicht unbedingt begegnen.

Angekommen – Wilde Weiden im Dankmarshäuser Rhäden.

Hinter uns hier im Werra-Einzugsgebiet nahe dem Bundesland Hessen dräut Salzabraum zwischen Acker und Wald, verschmutzt Landschaftsblick, Grund- und Oberflächenwasser.

Die Talaue, teils intensiv mit Raps genutzt, vorn ein Teil der Auerochsenherde mit Gänsen und anderem Vogelgetier.

Urig, diese nachgezüchteten Urviecher.

Auerochsen mit Kalb ruhen vor Schwänen, Raps und Auwald.

Eindrucksvoll, ein jüngerer Bulle mit Aalstrich.

Familienverband Auerochsen im Dankmarshäuser Rhäden.

Ein Exmoorpony grast nahe unseres Standorts.

Ein Teil der Herde erscheint kurz und drückt sich ins Buschwerk – Schubbern und Ruhen sind angesagt.

Wir sind begeistert, fahren weiter, zum Mittagessen – der Nationalpark Hainich ist unser Ziel.

Wir sind am Craulaer Kreuz. Ich dachte beim ersten Hören, das sei so etwas wie ein Autobahnkreuz. Nein, hier starten eine Reihe von Wanderwegen in den Hainich bzw. kreuzen Langwanderrouten.

Iin der Hainichbaude haben wir uns gestärkt für die lange Hainich-Wanderung.

Demnächst dann mehr über unsere Wanderung durch Bärlauchteppiche – nur Geduld!

Das Gewässerrestaurieren muss weitergehen. Viel bleibt zu tun.

Parallel werden Jungfische eingesetzt, die in ein paar Jahren zu laich-, später auch fangfähigen Fischen herangewachsen sind. Kontraproduktiv war, ist und bleibt, fangfähige Fische in offene Gewässer einzusetzen. Gleichwohl gibt es die Unbelehrbaren, die seit Langem Bekanntes immer noch nicht annehmen und bei klaren Rechtsverhältnissen sich auch auf die Geldbörse negativ auswirkenden Unfug fortführen …

Wir bleiben bei Jungfischen, hier: 2-sömmrigen Bachforellen.

Die Verhältnisse sind hervorragend, klares Wasser, gute Unterstände durch Erlen am anderen Ufer sowie in der Fläche Wassersternpolster mit tiefen Rinnen dazwischen.

Zuckmücken, Köcher- und Eintagsfliegen schlüpfen gerade.

Die Jungfische werden in Transportbeuteln mit wenig Wasser und viel Sauerstoff drüber transportiert.

Gekonnt werden die Beutel verschlossen und auf die Besatzmannschaft verteilt.

Kaum habe ich die Fischchen ausgesetzt, beginnen sie, die schlüpfenden Insekten sowie die über dem Wasser fliegenden zu fressen – sich ausbreitende Kringel bleiben kurz als Zeugnis der Aktivität.

Hier sind drei Bachforellen kurz nacheinander an die Oberfläche geschossen, teils herausspringend – da hätte ich wohl auf Film schalten müssen, so schnell sind sie mit ihrer Beute wieder am Grund verschwunden.

Noch einer, fast aufs Foto bekommen …
In zwei Jahren werden die Fischchen fangreif sein. Mal sehen, wie viele uns andere zwei- und vierbeinige Fischfreunde bis dahin übrig lassen.

Wie am Start erwähnt, bis dahin wird weiter nach best practice restauriert.

Vielversprechender Morgenausblick aus dem Hotelfenster.

Jena Paradies – was für ein Name! – Gleich nach dem Frühstück gehe ich ein Stück in die Saale-Aue. Mal gucken, wie sie sich so darstellt.

Gut zu wandern und zu radeln – Auwaldreste an den Sport-Stadien, teilweise fast wie ein Kunst-Parcours.

Bäume – Zeugen der Zeit.

Noch so ein Zeitzeuge – vielfältig.

Auwaldreste Richtung offene Parklandschaft – der Steuerzahler darf aufwändige „Pflege“ zahlen.

Fachliche und rechtliche Pflichtaufgaben dagegen, z.B. die herzustellende Durchgängigkeit für Wanderfische und andere an Wehren, sind längst nicht abgearbeitet.

Denk-Mal – immerhin hat jemand Sinn für Zeichen der Zeit. Altbäume sind trotz Kappens aus Sicherheitsgründen etliche Meter hoch als Stamm erhalten.

Auf dem Rückweg – Carl Zeiss und Ernst Abbe, Jena, was fällt uns dazu ein?

Gegen Mittag sehen wir die Saale noch einmal, abwärts, in Jena.

An der Saale hellem Strande – schicke Kies-Geröllbänke.

Boots-Spaß, kurze Zeit später kamen standup-Paddler vorbei.

Kiese, Gerölle, Strömungsbilder.

Und da, ein paar vom Kormoran übrig gelassene Saale-Nasen.

Der nächste Blog-Beitrag unserer Jena-Reise wird ein paar Eindrücke zum Thema „Wilde Weiden“ vermitteln.

Jena, Anreise.

In einem Beitrag vom 15. Mai wies ich auf die Stichworte „Wilde Weiden“ und „Nationalpark Hainich“ hin – Auerochsen und – fast – flächig blühenden Bärlauch gab es in ersten Fotos zu sehen. Nach und nach folgen nun Teil-Aspekte dieser für uns ausserordentlich spannenden Unternehmung – wir haben die Zeit genossen (Positives wie Negatives gleichsam feststellend).

Wir sind über Land gefahren – im Lüneburg-Uelzener Raum beherrschten die Farben Blau, Grün, Gelb und Braun flächig das Bild – gelegentlich unterbrochen von Dreidimensionalem. Intensive Nutzung der Böden kennzeichnet unser Land. E- und Immissionsschutz ist dabei nicht festzustellen.

Schön bunt – zweifellos, und da hört für Nur-Hingucker die Angelegenheit wohl auf. Aber das Fehlen von Schutzstreifen allerorten und das halbjährliche ungeschützte Freiliegen des Bodens bei Mais-Anbau schreit seit Jahrzehnten (die Situation verschlimmert sich immer weiter, man mag es kaum glauben) nach Verbesserung. Einmal ganz davon abgesehen, dass eine Ahndung klarer Rechtsverstöße von zuständigen Verwaltungen oft genug unterbleibt. – Gerade erst hat in einem Hilfeschrei in anderer Sache eine Gerichtsvertreterin auf die Grundlagen unseres Landes hingewiesen – Legislative – Judikative – Exekutive. Wenn die zuständige Verwaltung geltendes Recht (UND Gerichtsurteile) nicht mehr beachtet bzw. „lieber reden“ möchte, dürfen wir uns über früher Unglaubliches wahrhaft nicht wundern.

Horizonte – Mais auf höchsten Punkten, flächenhaft. Der Boden – Wind- und Wassererosion das halbe Jahr schutzlos ausgeliefert.

Gleichartige Horizonte im Detail.

Je weiter wir nach Süden kommen, zeigt uns Löwenzahn als ein Anzeiger, dass die Jahreszeit dort weiter fortgeschritten ist als an unserem „Küsten“-Wohnort.

Wir nähern uns dem Harz, die Farben bleiben.

Der Brocken, frontal in der Ferne – wir umrunden den Harz auf der Ost-Route.

Raps in voller Blüte – angesichts vorangegangener Regentage und der steigenden Tagestemperatur entwickelt sich ein intensiver Geruch, der unsere Fahrt begleitet.

Es sind sogar Insekten da – angesichts des Verlusts von ca. 80 % der Populationsstärken ein lange nicht gesehenes Bild an der Autofront. Uns schien, die Windschutzscheibe war ein wahrer Bienen-Killer – alles voll Nektar …

Angekommen in Jena – hinter dem Hotel grüßt der Hummelsberg mit Mäusekopf.

Ein Zeichen – ah deshalb „begrüßten“ uns so zahlreiche Menschen vor dem Hotel.

Nach der Fahrt mit nur kurzen Pausen gönnen wir unseren Beinen Bewegung. Die Teufelslöcher, Naturdenkmal in Muschelkalk, liegen nicht weit entfernt.

Kleine Quelle aus Muschelkalk am Naturdenkmal Teufelslöcher.

Und noch eine Quelle – abhängig von Nährstoffen und Licht wachsen hier andere Algen als im Ablauf der ersten.

Uns erwarten in den folgenden Tagen lange Wanderungen. So trainieren wir ein wenig am Hang – eindeutig: Einheimische, ob mit oder ohne Hund, kraxeln deutlich schneller. Schon hier sind wir beeindruckt von der ausserordentlichen Fülle an Baum-, Strauch- und Stauden-Arten.

Gegen Abend strahlt die Sonne Regen – wir werden sehen, sind jedenfalls gut ausgerüstet.

Blick Richtung Saale auf Auwaldreste – dort, so nehme ich mir vor, werde ich gleich morgen früh vor dem „Offiziellen“ hingehen.

Nanu, zittrige Finger? – Demnächst folgt mehr zu unseren Aktivitäten. Gute Nacht!

 

Allzu wenige unserer Bach- und Flussstrecken sind bislang restauriert zu den reichen Lebensräumen, die sie einmal waren. Allzu wenige dieser Strecken werden anschliessend auf die Reaktion der Zielorganismen, z.B. der Fische, geprüft.

Alexander Seggelke hat in seiner Masterarbeit (Hochschule Bremen, Prof. Dr. Heiko Brunken) die Schmale Aue und den Seppenser Bach, zwei Nebenflüsse der Seeve, die oberhalb Hamburgs in die Elbe mündet, untersucht. Die Arbeit ist frisch in der Schriftenreihe der Edmund Siemers-Stiftung veröffentlicht und demnächst überall erhältlich – live und virtuell. Über Books on Demand, Norderstedt, ist das Buch bereits erreichbar, inkl. Leseprobe. – Journalisten erhalten ein kostenloses Rezensions-Exemplar über diesen Link.

 

Und so sieht der Umschlag aus – man erkennt, der Autor hat Biss.

Wir waren südwärts – haben die (Un)wetter (weitgehend) nachts überhört, sind dran vorbei, auf der Rückfahrt-Route um den Ostharz teils auch drin gefahren. Das Auto war gut sauber.

Beeindruckend, eine Auerochsenherde (auch Wildpferde beleben die Fläche) in offener Auenlandschaft. Wichtig aber zu beachten: geringe Viehdichte muss eingehalten werden – sonst ist das Ziel futsch.

Anschliessend Wanderung im Nationalpark Hainich.

Der Bärlauch war dieses Jahr nicht ganz so weit wie bei Planung der Reise erwartet, aber auch so ein Erlebnis.

Das alles – und noch viel mehr – steht demnächst detaillierter hier im Blog.