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Ziel der Fahrt mit dem elektrisierten, feuerroten Spielmobil (vg. voriger Beitrag „… unterm Bundesadler“) war die ländliche Krückau. Wir wollten nachsehen, was sich inzwischen an Struktur und Besiedlung entwickelt hat.

Angang von der Hauptstraße aus.

Was für ein Berg (im zusammengesetzten Foto fast nicht erahnbar)! Bislang entnimmt der Wasserverband große Mengen Erosionssand.

Diese wahren Unmassen Erosionssand ergeben sich einerseits aus Flächenerosion im bebauten und unbebauten Einzugsgebiet. Zum anderen liefert die Krückau selbst, bzw. das Verhalten ihrer Anlieger mit Nichttolerieren des erosionsschützenden Baumsaums ganz erhebliche Anteile, wenn inzwischen (so die Erfahrungen aus Niedersachsen) nicht sogar die Hauptmenge. Es resultieren überbreite Bachprofile, die strukturbildende Kraft des Bachs schwindet entsprechend. Noch vorhandene Fischunterstände an Wurzeln der Bäume bzw. Baumsäume werden / sind zugesandet.

Sowas kann mit instream-Anstößen Richtung Naturnähe verbessert werden – keine neue Erkenntnis (Link zu Text aus 1998).

Das klappt selbstverständlich auch an der Krückau – Lenken der Erosionssanddecke.

Hier mit ergänzendem Unterwasserlenker: Freispülen von Baumwurzeln.

Siehe da, da ist ja noch was! – Freispülen vorhandener Kiese.

Kooperation Kies und Aufrechter Merk / Berle – ein vielfältigeres Bachbett entsteht.

Einengen des überbreiten Profils durch Kiesrausche – Rausche-Kolk-Abfolge entsteht, der Erosionssand wird seitlich beruhigt abgelegt.

Was sagen die Tierchen, Wirbellose Bewohner des Moränenbachs?

Aus der bewegten Erosionssanddecke wasche ich Grobsand und Feinkies frei. Die Tierchen sagen … GAR NIX, gar keine drin.

Nicht umsonst wird bewegter Erosionssand, der besiedelbare Fläche auf der Sohle und im Uferbereich überdeckt, das „Leichentuch des einst lebendigen Bachs“ genannt.

In seitlich beruhigten, neu entstandenen Räumen liegen Laub- und Totholzstückchen. Flohkrebse sind „gut drin“.

Bei näherem Hinsehen … – da hat sich, links unten, doch eine Libellenlarve der Calopteryx-Gruppe in Sicht begeben.

Auf Lehm nebendran finde ich Zweiflüglerlarve und Kleinmuscheln der Gattungen Sphaerium und Pisidium.

Und im Kies tobt es nur so von Bachflohkrebspaaren. Der Nachwuchs ist gesichert.

Neben den gezeigten Organismen fanden sich etliche Eintags- und Köcherfliegenlarven. Da ich die weisse Schale nicht mitgenommen hatte, in deren Wasser sie gut erkennbar wären, sind die diesmal nicht darstellbar.

Selbstverständlich wir bei jedem Besuch das untere Ende der Bekiesungsstrecke kontrolliert. Das Einleitungsrohr eines Entwässerungsgrabens liegt frei – der Rückweg zum Auto kann beginnen.

Neben der „Bundesstander“-Wahrnehmung des vorigen Beitrags begeistert mich noch etwas.

Ich begrüße zwei freiheitsliebende Hühner auf Futter-Exkursion und verabschiede mich gleichzeitig von ihnen.

Das Bekiesungs-Experiment ist gelungen. Die Kiesdepots lassen wir in Erwartung von (hoffentlich bewegenden) Hochwässern erstmal so liegen.

Angesichts offenbar zur Laichzeit der Meerforellen und der Flussneunaugen nicht stattgefundener Passagen von Laichtieren der Saison 2020 / 2021 über die Fischtreppe Barmstedt (zur Erinnerung: die war kaum gefüllt angesichts ständiger Niedrigwasserführung und erst Ende Dezember einsetzenden leicht höheren Abflusses!) ist es um so dringlicher, bachab Barmstedt Laichkiese zur Verfügung zu stellen. WRRL- und FFH-Ziele sind ohne zielgerichtetes Handeln nicht erreichbar.

Nicht nur mit dem Fahrrad wird gefahren. Gestern bei bestem Sonnenschein, leider weiter Niedrigwasser in den hiesigen Bächen und kleinen Flüssen, wurde das elektrische feuerrote Spielmobil bewegt.

Beim Wechsel zwischen zwei Bachstrecken, Ansehen neuer Bekiesung aus dem Vorjahr, weiter zu neuen Taten – im Sinn, vielleicht demnächst verwirklicht -, fiel mir das Fahrzeug besonders auf.

Ich fahre mit Flagge, unterm Bundesadler.

Zwar liegt das E-Mobil dank tief eingebauter Batterie wie ein Autoscooter-Flitzer auf der Straße. Aber bei DER großen Standarte dran müssen wir bei Starkwind doch aufpassen, nicht umgeschmissen zu werden.

Spaß muss sein!

Wir hätten ja sonst nix.

Sandstrand Wedel, „Wo ist unser Sand geblieben?!?“ – Eine Krähe sucht Nahrhaftes.

Da schiebt sich ein Ungetüm heran, MOL Truth, 400 x 59 m, Tiefgang 11,7 m.

Das Ungetüm, in seinen Abmessungen  fast gleich zum Transporter im vorigen Beitrag, aber nur fast: 59 m Breite im Vergleich zu vorher 50 – das könnte man über den Daumen beinahe für 20 % halten.

Tideniedrigwasser – erste Wellen laufen auf, der erneute Beginn schiffgemachten Geschehens.

Oha!

Wie das vorige Schiff ist auch dies nicht voll beladen. Spiegelung im Watt.

Zügig zieht die MOL Truth vorbei.

Weisses Schraubenwasser kontrastiert – am Strand wird`s schmutzig.

Noch glänzt feuchtes Watt.

Watt, überstaut.

Querwellen überlaufen die Reste eines freigespülten, alten Stacks.

Die Front, um einiges stärker als beim vorigen Containerfrachter schreitet quer zum Strand schnell fort.

Langsam läuft die braune Welle aus.

Das Schiff ist längst vorbei, seine Wirkung längst noch nicht.

Am Strand hat sich wieder die Krähe eingefunden – als guckte sie dem seewärts ziehenden Containerfrachter hinterher.

Gelegentlich werde ich – insbesondere von Leserinnen und Lesern meines Blogs aus dem Binnenland – gefragt, ich hätte doch so vielerlei Schiffe gezeigt. Ob die denn mal wieder zu sehen wären?

Ja, gelegentlich, jetzt wieder verstärkt, werden hier auch Schiffe zu sehen sein! Die Elbe-Radel-Saison wird durch geringere Windstärken sowie an Schiffs-Zu- und -Abgang Hafen Hamburg angepasstere Radelzeiten geprägt. (So denn nichts „Besseres“ ansteht.)

Sonnabend war es mal wieder Zeit, Spielplatzwunsch am Schulauer Hafen / Sandstrand Wedel stand an. Dabei konnte auch eine kleine Schleife Richtung Hafenöffnung zur Elbe eingeschoben werden.

Beim Anradeln passierten wir die hoch angestaute Binnenelbe / Wedeler Au gen Mündung in die Elbe.

Erstaunlich, was ist das für eine Übung? „Draussen“ in der Elbe müsste doch um Tideniedrigwasser herrschen?

Ja, Tideniedrigwasser! Von Hamburg laufen zwei große Containerfrachter seewärts.

Noch ein Bisschen Zeit zum Gucken – elbseits sind Spuren unterschiedlicher Setzungen zu sehen. Eine Abdeckmetallplatte hat sich bereits verabschiedet.

Warum sollte es hier anders sein als anderswo? Bauen auf bindigen Böden bei extern finanzgestützten Unterfangen lassen wohl jeden Planer und Baubegleiter verzweifeln: Angesichts Terminbindung der Geldzusagen „übersieht“ der Auftraggeber erforderliche Setzungszeiten, ggf. -hilfsmaßnahmen. Es ergeben sich zwangsläufig die angesagten Folgen.

Darum steht die Platte hoch – Setzungen auch am Hafenkopf.

Blick auf die Südspundwand im Hafen – Möwenspuren. Wie kommt der Schlick auf das Niveau Tidehochwasser?

Na ja, das Baggergewühle in der Elbe und Drumrum war wohl noch sie so maßlos wie zur Zeit. Das System ist gestört und wird weiter gestört.

Der erste Containerfrachter naht.

Wir sind so früh, es ist so wenig los, dass sich eine Jungmöwe noch ungeniert ruht.

Zügig zieht der erste Containerfrachter, CMA CGM Louis Bleriot, vorbei. Mit 400 x 50 m gehört er zu den Größeren, Sein Tiefgang misst 11,7 m.

Der zweite Containerfrachter, noch vor dem Blankeneser Elbhang, am Horizont die Entladeportalkräne des Hamburger Hafens.

Vorbei …

… ist zwar das erste Schiff. Jetzt geht es am Schulauer Hafen und auf dem Watt des Sandstrands aber erst richtig los.

Verdrängtes und bewegtes Wasser sucht sich seinen Weg – wegen erzeugter Höhendifferenz, rein in den Schulauer Hafen.

Aus relativer Ruhe wird scharfe Strömung.

Scharfe Strömung wird reissend.

Im Hafen bilden sich, wandernd angesichts veränderlicher Situation, tiefgehende Strudel aus. – Was für eine Dreck-Soße!

Nicht umsonst stehen überall Warnschilder rum. Unachtsamen droht Lebensgefahr.

Das Watt vor dem Sandstrand, das Schiff am Horizont. Seine Nachwehen laufen als Wellen auf dem Watt aus.

Auch da lohnt es sich, genauer hinzuschauen – Watt`n Schiet!

Quer- und Gegenstrom, scharf landeinwärts schiessende Rinne.

Dass in so von Menschen veränderter Umwelt, Flachwasser ist Lebens- und Wachstumsraum nahezu aller Jungfische, Elbe-Fischpopulationen kranken, dürfte kaum verwundern.

Die eben noch scharf landeinwärts durchströmte Rinne leert sich wieder Richtung Elbe.

Da ist auch schon der nächste Pott herangekommen.

Aber das ist eine andere Geschichte – demnächst hier.

Nachdem eindeutige Spuren zunehmend in der städtischen Mühlenau, Pinneberg, zu finden sind, warteten wir auf Zeichen in der Pinnau. Dort hatte kürzlich – bei andauerndem Niedrigwasserabfluss – das Schliessen der Wehre an der Wulfsmühle zerstörte Durchgängigkeit zu den oberen Laichplätzen sowie kilometerlanges Trockenfallen der Pinnau bis Pinneberg ins Tidegebiet verursacht. – Was für katastrophale Zeichen am Ende des ersten Verlängerungszeitraums der Wasserrahmenrichtlinie! Werden wir die Ziele (je) erreichen? [Die Ziele sind kontinenteübergreifend einheitlich klar. Manch Handeln, soweit es nicht ganz aussteht, nicht.]

Meinen gestrigen Impftermin (Hurra, ich bin erstgeimpft!) im Zentrum Prisdorf nutzten wir, der Pinnau einen Besuch abzustatten. Aus 2020 waren immerhin 2 der städtisch im Tidegebiet gelegenen Brückenkiese als angenommene Laichplätze bekannt.

Hindenburgdamm, Tideniedrigwasser, aah, ooh ? !

Blick von oben – ja, da sind die bekannten kreisförmigen Kuhlen, 2 davon gen Tnw trockengefallen, mehrere dauerhaft unter Wasser, an der Strömungskante lange Aktivitätsfläche hell erkennbar.

Andere Perspektive – vom rechten Ufer schräg bachab.

Im Detail – schon irre, was so Tierwelt künstlerisch anstellt!

Fragen über Fragen – haben die Übung, seit Jahrmillionen in Süßwasser-Tidegebieten, wo sie geeignetes Substrat finden auch oberhalb Tideniedrigwasser aktiv zu werden? Muss wohl so sein, nehme ich an.

Und weiter geht`s – um die Elmshorner Straße liegen die Kieskegel, die wir als „Denkstätten“ für den Fischotter dahin platziert hatten, von Flussneunaugen unberührt („Denkstätten“: Aufenthaltstellen für bewegte Fischotter. Meist meiden die das Unterschwimmen von Brücken, laufen auf die Straße – und … platsch, sind sie ein Plotter, Platt-Otter, tot. Deshalb werden, wo hydraulisch möglich und finanzierbar, „Otterbermen“ [wie an der Jahreszahl des verlinkten Beitrags zu sehen, Nix Neu`s – schon damals nicht] angelegt, die das trockene Unterqueren von Brücken ermöglichen.).

Fix aufwärts gegangen zur Friedrich Ebert-Straße, von da kennen wir angelaichte Kieskegel.

Tatsächlich, da ist was!

Detail des bachab am linken Ufer liegenden Kieskegels. Da sind wohl an die 5 Kuhlen erkennbar.

Und bachauf der Brücke – wieder LandArt (hier eher: UrbanArt, made by River Lamprey)!

Womit wir wieder bei der Jahrmillionenfrage von oben sind.

Inzwischen werden auch aus dem ländlichen Raum erste Sichtungen von neu belegten Flussneunaugenlaichplätzen gemeldet. Wie schön!

Wie bekannt gibt es nicht nur Bäche-Bekiesen als Aktivität im Norddeutschen Tiefland. Wir „stürzen“ uns regelmäßig per Rad von der Geest den Hang hinab in die Marsch. Dort (wie „oben“ auch) herrschen Frühlingsfarben.

Blick über eine noch ruhende Kopfweide: Grün und Gelb sind auf vielen Flächen angesagt.

Das Scharbockskraut.

Die Mischung Grün und Weiss ist auch regelhaft anzutreffen.

Gänseblümchen.

Gänse … – Schwarz und Weiss nahe der NABU-Vogelstation.

Und immer aufmerksame Wächter dabei.

Viele Radler und Fußgänger sind unterwegs. – Da stehen plötzlich etliche still, gucken.

Was gucken die denn? Schwarz-Weiss!

Oha, eine dichte Packung Nonnengänse – ist die Frühlingsentwicklung in den Brutgebieten oder auf dem Weg dorthin noch nicht so weit?

Weiter geht`s, vorbei an wiederkäuenden Deichschafen.

Blick über den Deich bei Hetlingen auf Tideröhricht und Elbe.

Am Horizont die Lühemündung – das Röhricht wird dieses Jahr mangels Eisgangs im Winter noch lange nach Neuwuchs für reichlich Treibsel am Deich sorgen.

Auch wenn`s nicht wirklich warm ist – segeln geht schon!

Vom Yachthafen Wedel wissen wir allerdings, dass der „richtige Druck“ noch nicht da ist. Viele Boote liegen weiter an Land. Eine Entwicklung, auch altersmäßig begründet? Im ersten Corona-Jahr, 2020, kamen etliche Boote mit Wasser gar nicht in Berührung.

Am Alten Heuhafen Hetlingen ist der Parkplatz vollgelaufen, es wird zunehmend wild geparkt. Nicht zuletzt wegen so verstopfter Rettungswege steht die Polizei hier goldrichtig.

Gut, mit dem Rad unterwegs zu sein. So kommt man besser durch`s Gewühl. Die Trauerweiden färben die Landschaft zunehmend Gelb-Grün.

Das fängt ja (nicht!) gut an – Marschgraben bei Hetlingen gegen Ende April – trocken.

Gehen wir so weiter ins Jahr? Noch so ein trockener Sommer wie in den Vorjahren?

[Hier entschloss ich mich, einen Schlenker zu den Schachbrettblumenwiesen zu radeln. Das und ein kleiner Eindruck vom Rest der Tour findet sich im vorigen Beitrag.]

Wie auch immer die genannt werden, Schach- oder Schachbrettblumen – was machen die eigentlich, hat die Blüte begonnen?

Das trieb mich auf meiner vorigen Radelrundfahrt Wedel – Hetlingen – Holm – Wedel um (ein paar Farbeindrücke der Tour folgen demnächst).

Also kam ein kleiner Abstecher in Hetlingen, zwischen Elbdeich und altem Deich, dazu.

Ich biege von meiner vorgesehenen Tour ab. – Da hinten, wo die Farbkleckse sind, befinden sich die Schachbrettblumenwiesen.

Offensichtlich interessiert das Thema etliche Menschen.

An den Interessenten vorbei – besser: mittendurch … Und immer schön gucken!

Ich seh` nix, habe beim Beradeln des Weges zwischen den Blumenwiesen nichts gesehen.

Machen die Blumen dieses Jahr dasselbe wie die Flussneunaugen „sich rar“?

Es gibt durchaus etwas zu sehen, z.B. den Airbus Beluga im Anflug auf Finkenwerder.

Konzentration, nicht verzagen!

Die Gruppe hat sich verteilt, man sucht … – Ich meine, etwas halb zu ahnen, halb zu sehen.

Drüben wird geratschlagt, wo vielleicht doch etwas zu finden wäre …

Der gelbe Kreis des vorigen Bildes, vergrößert – ja, da blühen erste Schachbrettblumen, sowohl normal gefärbt als auch die weisse Variante (die meisten noch ziemlich geschlossen).

Und immer schön auf den Wegen bleiben! Sonst wird die noch zu erwartende Pracht zertrampelt.

Für diesmal habe ich hier genug gesehen, ich peile das Gewirr der Fahrräder an.

Gut durchgekommen – vor mir startet eine alte Weide in den Frühling.

Wenig später erreiche ich meine „Ur-Tour“.

Hinter dem alten Elbdeich ist eine Magnolie den Nachtfrösten unbeschadet entkommen.

Vor Holm passiere ich Klöckner-Land. Nach Lebenserfahrung unserer Bundeslandwirtschaftsministerin ist „Landschaft“ ja nur das, was der Landwirt herstellt – mit unseren Steuersubventionen, mir scheint, sehr schlecht definiert.

Alles andere ist „Gegend“ (O-Ton Klöckner). [Fast könnte man meinen, sie gehöre zu den „Querdenkern“? Den Missbrauch dieses Begriffs heutzutage finde ich ausgesprochen unangebracht. Ich würde von „Querköppen“ sprechen. Querdenken stand bislang für „übergreifend, über den Tellerrand blickend“. So sollte das gern wieder sein – und von denen dann gern ein paar mehr!]

Auf dem alten Deich erwarten mich, bekannt, solcherlei Querdenker. Die wissen noch, wozu Bäume unter anderem gut sind.

Anders als die Deichschafe am Hauptdeich haben die die Chance, Schatten zu nutzen. Und das tun sie – Schafe sind doch nicht doof!

Hinter mir liegt der Lanner, ein Marschgewässer, im prallen Sonnenlicht. Seine Oberfläche ist dementsprechend zu mit pflanzlicher Biomasse, Anzeichen ungesunder Bedingungen für ein naturnahes Stillgewässer.

Sowas und das Gras ringsum bietet selbstverständlich reichlich Nahrung. Hier hat sich ein Graugans-Treff ergeben.

Als ich zu Hause bin, gucke ich nach. Hier im Blog findet sich z.B. Schachbrettblumenblüte im Beitrag vom 19. April 2020. In Jahren davor durchaus auch am 14. bzw. 15. April.

Zur Zeit steht auf der Startseite Elbmarschenhaus ein „Schachblumenbarometer“. Danach müssen wir uns noch ein Bisschen bis zur Vollblüte gedulden. Ja.

Über bewegten Kies sowie erste Anzeichen laichender Flussneunaugen wurde in den vorigen beiden Beiträgen berichtet. Ergänzend zum letzten werden hier ein paar Arbeitsergebnisse vorgestellt.

Warten auf den Partner.

Sonniges, stürmisch-kühles Wetter – für Aprilwetter gut für Nachmittagsarbeit geeignet.

Kies lag bereit, die durch Ufer- und Weg-Erosion gefährdende Situation einer falschrum eingebauten Altbuhne zu entschärfen.

Über kurz oder lang hätten hier – keine uferschützenden Erlen in der Aussenkurve – Bäume abflussstörend im Bach gelegen, wäre der Wander- / Radweg in Gefahr.

Da lässt sich mit Schutz und Lenkwirkung von Kies etwas dynamisch verbessern.

Der Erosionskolk unmittelbar vor dem benagten Ufer (falsch verstandene Hydraulik – die Altbuhne lenkt, überströmt, alles Wasser auf das Aussenufer) ist tief.

Es geht los, bachauf wird eine Lenkbuhne so gelegt (Unterwasserteil schräg gegen die Strömung bachauf), dass eine Grundströmung vom Ufer weg, mittig erzeugt wird.

Der Uferrand wird durch leichte Kiesgabe etwas entlastet.

Strömungsbild der fertigen Kies-Lenkbuhne.

Zur Abrundung der Gesamtsituation wird auch das bachab liegende Kiesdepot um eine Unterwasserlenkfläche ergänzt.

Über das Entschärfen der Kurvensituation hinaus galt es, aus weiteren Kiesdepots Lenkbuhnen und Laichflächen zu gestalten.

Das wurde – selbstverständlich „im Corona-Abstand“ – fachlich versiert durch Rechen und Schaufeln geleistet.

Schön ist das ausgeprägte, mittig gerichtete Strömungsmuster der neu gestalteten Lenkbuhne zu erkennen.

Auch die ergänzten großen Kiesflächen werden ihre Besiedler schnell begeistern.

Wir werden das Geschehen im Jahresgang verfolgen.

Feierabend. Gut, wenn man zu schneidendem Sturmwind richtig angezogen ist. 🙂

So schrieb ich im vorigen Beitrag. Nach dem Anlegen neuer und Aktivieren vorhandener Kiese zu Lenkbuhnen im Bereich der Bahnquerung nahmen wir uns gestern spätnachmittags aufgestockte Kiese bachauf Mühlenstraße vor. Zwei „Doppel im Corona-Abstand“ waren besprochen.

Unser Doppel kam verspätet. Das erste war bereits verbessernd aktiv.

Beim Angehen weiterer Kiese zeigte sich dann – nein, kein Flussneunauge, so steht es ja im Titel.

Aber, siehe da, im Anstrom eines Unterwasserlenkers befand sich eine erste Laichkuhle der Flussneunaugen.

Die habe ich in anderen Beiträgen hinreichend beschrieben, leicht zu finden mit geeigneten Stichworten in „Suche“.

Bald schon zeigte sich an anderer Stelle Nummer 2.

Nummer 3! – Gut, dass die gar nicht so einfach zu erkennen, gar zu sehen sind. Mit Polaroid-Brille ist die Oberflächenspiegelung weg …

Und weiter – wir hatten 2019 mit Unterstützung des Investors am B-Plan  Mühlenauquartier auch die andere Uferseite reich mit Kiesstrukturen beleben können. An einigen Stellen konnten durch beidseitig wechselnde Lenkbuhnen gut variierende Quer- und Längsprofile durch Eigendynamik der Mühlenau entwickelt werden. Beim Test einer solchen Strecke kam eine weitere Überraschung.

Eine vierte, im Anstrom belaichte Lenkbuhne – aufgrund der Tiefenvarianz mit mindestens 3 Laichkuhlen.

Der vorgestellte Kormoran-Aussichtspunkt wurde inzwischen übergeben.

Diese Strecke bewacht jetzt ein Reiher, vorn ein Paar Kanadagänse.

Ob das derselbe ist, der voriges Jahr hier erfolgreich fischte?

Aufgeregt flitzte er los – noch`n -los, ergebnislos.

Irgendwie sieht er ganz zufrieden aus, wartet wieder.

Und geniesst dann am Ufer die Abendsonne.

Wir haben genug bewegt, genug gesehen, gehen zurück.

Bachab Mühlenstraße rauscht die Mühlenau der Pinnau zu.

Blick bachauf – frühlingshaft verabschiedet sich die Ufervegetation von uns. Bis demnächst mal wieder!

 

Im vorigen Jahr hatten wir um diese Zeit bereits das Erlebnis laichender Flussneunaugen (und ihr Verwertung) hinter uns. Bislang haben sich diese urzeitlichen Tiere noch nicht auf den Laichplätzen sehen lassen.

So beschäftigten sich einige Heinzelmännchen unter Wahren der Corona-Vorschriften damit, neu von der Edmund Siemers-Stiftung finanziertem und vom Bauhof der Stadt Pinneberg (KSP) geschüttetem Kies (besten Dank!) eine angemessene Form zu geben.

Vorweg wurde der „Workout“-Kies noch in Lage, Uferschutz- und Lenkwirkung optimiert.

Neuer Kies, an neuer, bereits länger erwünschter Stelle.

Und so sieht der nach Abzug der Heinzelmännchen aus.

An anderer Stelle wurde Kies nachgelegt.

Mal ein Beispiel, wie die Arbeitsskizzen aussehen, bevor Hand angelegt wird.

Fertig.

Nun liegen da, gegeneinander versetzt, zwei gut bestückte Lenkbuhnen mit – mal abwarten – potentieller Laichplatz-Qualität.

Es muss einfach gesagt werden: Herzlicher Dank gebührt allen Beteiligten, insbesondere den lern- und leistungsbegeisterten Schauflern und Rechern!

Das Lebensraumangebot für die Wirbellosen wird, wie aus anderen Berichten hier im Blog bekannt, schnell besetzt sein. Fische, Vögel, Fledermäuse sowie Säugetiere werden davon profitieren.