Feeds:
Beiträge
Kommentare

Was oder wer steht da unbeweglich im Pulk auf dem Elbdeich bei Fährmannssand? – „Birding“ ist angesagt, eine Gruppe aus England möchte die mehr als Zehntausend Nonnengänse erleben.

Aber das war Vorgestern. Ob sie mit Spektiv oder blossem Auge noch DAS Erlebnis hatten, weiss ich nicht.

Beim Weiterradeln sah ich zumindest eine kleinere Gruppe äsend hinter dem Rücken der englischen Vogelfreunde.

Heute dagegen, zur selben Zeit, bei strammem Nordwest – der Radler rast mit Rückenwind (nachdem er vorher gegenan gestrampelt ist, zum Glück mit gelegentlichen Bäumen, Büschen und anderem Windschutz) sieht es um Fährmannssand ganz anders aus.

Vorweg grüßt mich noch einer der beiden Störche aus dem Nest Idenburg.

Am Hauptdeich Hetlingen angekommen – oha! – Nonnengänse wie Mückenschwärme verdunkeln über Fährmannssand den Himmel.

Einige wechseln bandförmig vom Hinterdeichgelände auf das Süßwasserwatt der Elbe.

Eine kleinere, kreisförmige Ansammlung treibt dicht gedrängt von Tide und Starkwind elbaufwärts.

„Die Schlauen“ haben sich angesichts des stürmischen Windes nicht wie üblich als rundliche Insel, sondern dicht gedrängtes ultralanges Band formatiert.

Plötzlich wechseln massenhaft weitere Nonnengänse über den Deich.

So geht es fort und fort.

Der vorher driftenden „alte“ Band-Wurm fliegt neben dem Grimaldi-RoRo-Frachter auf.

… und landet bald wieder, ergänzt von den Neuankömmlingen.

Wohl die Ursache der Panik: hinter dem deichlichen Schaf-Idyll fährt ein Güller seine Fracht vor der Carl Zeiss Vogelstation auf die Marsch. – Was für eine flächenhafte Verteilung inkl. Gestank angesichts des Windes weit über Land.

Was für eine Peinlichkeit im Technologie-Land Deutschland: maximale Emission angesichts veralteter Ausbringetechnik! – Die Lobby setzt sich noch immer durch trotz Strafandrohung der EU.

Was schreibe ich, wundere ich mich – angesichts Betrügereien auf dem Abgassektor unserer ach so gelobten Premium-Autobauer wird doch wohl auch ein Bauer seine altangestammten Emissionen weiter Boden, Wasser und Luft zumuten dürfen ! ?

Immerhin wird das Treibsel nach monatelangem Liegen am Deichfuss abgefahren – rechtzeitig vor Ostern, Ordnung muss sein.

Zum Ausklang der Tour grüßen mich am Schulauer Hafen ein kleiner Container-Frachter und der Saug- und Klappbagger Ekke Moebius. Seine Fracht, hier ausnahmsweise mal Elbsand und kein kontaminierter Hafenschlick, wird anschliessend Richtung Nordsee gefahren und wieder in der Elbe verklappt. – Wieder sehen macht Freude (und der Steuerzahler wundert sich).

 

Zum 7. Hamburger Umweltstiftungs-FORUM trafen sich 14 Stiftungen, um sich über Aufgaben, Ziele, Arbeitsschwerpunkte und Zusammenarbeit auszutauschen. Die Veranstaltung fand auf Einladung der Buhck-Stiftung und der Edmund Siemers-Stiftung im Hanna Reemtsma Haus, Rissen, statt. Ort, Ausstattung und Umgebung begeisterten.

Themenschwerpunkt waren Bäche und kleine Flüsse, die 80 % unserer Fliessstrecken ausmachen, gleichwohl immer noch nicht die nötige Aufmerksamkeit für notwendige Verbesserungschritte erhalten. Barbara Engelschall trug im zweiten Vortrag über den Regionalpark Wedeler Au vor, in dem ebenfalls anhand der Gewässerachse Düpenau – Mühlenau – Pinnau der Gewässerlebensraum einschliesslich seiner Erlebbarkeit über Wander- und Radrouten verbessert werden soll.

Zum Abschluss fand eine Begehung einer vom NABU Hamburg-West restaurierten Strecke der Wedeler Au statt.

Die Wedeler Au bachab der Zufahrt zum Hanna Reemtsma Haus zu Beginn der Veranstaltung. Aus dem überbreiten Kanal (vorn noch wahrnehmbar) ist mit Kies, Geröll und Totholz wieder ein sich windender Bach entstanden.

Abendlicher Aspekt der Wedeler Au mit neu geschaffener Turbulenz. Der Bach ist wieder als Lebensraum verbessert und über Auge und Ohr erlebbar.

Das nächste Umweltstiftungs-FORUM wird im Herbst stattfinden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich auf den Duvenstedter Brook.

Wenn`s auf Arbeit mal wieder ans Umziehen ging, wartete ich aus gutem Grund: Ausser mir wollte meist niemand ein Ostfenster. – Und dann abends in Süd- und Westlage über überheizte Büros klagen … – 🙂
Der Sonnenaufgang ist doch immer wieder beeindruckend.

Noch ein wenig Morgendunst in strukturierter Knicklandschaft – zwei bunte Lämmer, weisse Eltern. Das sind dann wohl Moorschnucken.

Auf dem Rückweg komme ich an einem Regenrückhaltebecken in einem neueren Bebauungsplan vorbei. Sooo einen Kahlschlag hätte der Bauhof vorigen Herbst nun nicht machen müssen. – Gestern war es hier noch still.

Spiegelung eines Hausdachs – da ist doch irgendwas im Wasser. Und es tönt ringsum.

Jede Menge Frösche haben sich eingefunden und balzen.

Es wurde und wird eifrig gelaicht.

Kahlschlag hin oder her – jedenfalls sind die Kinder begeistert über das Naturerlebnis. Gut informiert ist die kleine Schar – da bin ich zufrieden. Die passen auf.

Erlkönig (vgl. älteren Beitrag) – Kopfweiden vor Schlehen-Weiss.

Das ist nun aber auch ein Wetterchen. Schon laufen die Geestbäche trocken(er) …

Osterlämmer – die allerkleinsten mit großer Verwandtschaft, noch eingehegt.

Die etwas älteren Lämmer sind schon freier – meine Güte, anstrengend, so immer hinter Mama hinterher laufen.

Mutterschaf mit Zwillingen vor Kanadagänsen in der Haseldorfer Marsch.

Was will der alte Kerl – was machen wir jetzt?

Wir drei bauen eine Wagenburg.

Ich bin am Haseldorfer Vogelturm angekommen.

Wer diese Menge Lämmer sieht, kommt bei der Überlegung, die Schafherde soll eine begrenzte Größe behalten, zu einem klaren Schluss: da müssen jährlich zwei Drittel der Herde durch (lecker) Essen abgebaut werden. Wer das nicht will, muss Geburtenkontrolle betreiben.

Irgendwer, irgendwas hat die gut zehntausend Nonnengänse vor dem Deich hochgebracht. Was für ein Getöse, was für ein Gewimmel – bald schon im April geht die ganze Schar ab in die arktisnahen Brutgebiete.

Zwei Mücken-, pardon, Gänseschwärme, begegnen sich.

Baldige Landung, alle kommen schnell wieder runter.

Und schon sind sie wieder in der Luft – vor Frachter und Stades Atomkraftwerk.

Das Atomkraftwerk Stade befindet sich – was für ein Glück – im Rückbau. Möge das bei anderen auch zügig beginnen.

Boaaah, fertig!

Die Zicklein am Fährmannssand sind doch noch da – hatte sie schon vermisst.

Während die Schaflämmer müde sind, boxen die Ziegenlämmer eifrig drauflos – na denn, schönen Tag noch!

Durch die Geestbäche fliesst der Regen der vergangenen Wochen in erhöhtem Wasserstand schnell gen Marsch.

Gefälle ist genug vorhanden, umzugestaltende Hindernisse für Gewässerorganismen auch noch.

Sturmgebraus auf Marschgraben bei Tideniedrigwasser – daneben ein eingestauter Randgraben eines Wassergewinnungsgebiets.

Detail in der Ferne: der Osterhase ist schon unterwegs.

Oberkante Unterlippe – langsam sinkt der Wasserstand in regengefüllten alten Wiesenstrukturen.

Gefüllte Wiese, davor während Ebbe abgesenkter Wasserstand eines Marschgrabens.

Die ersten Frühjahrslämmer springen schon munter herum.

Scharbockskraut blüht allerorten – wenn kein Aufräumwahn zuschlug.

Der höhere Sonnenstand hat in Gräben dichte Algenmatten wachsen lassen – für Kaulquappen gedeckter Tisch. Die Amphibien sind inzwischen unterwegs zu den Laichgewässern.

Trauerweiden zeigen mit gelben, hellgrünen Tönen, dass der Blattaustrieb naht.

Und der Mensch? – Der Yachthafen in Wedel sieht von Westen her noch völlig leer aus.

Oha, unser Weg ist versperrt – fast kein Durchkommen auch für Fußgänger.

Im Yachthafen wuselt und wimmelt es nur so von Menschen. Die Boote, die Masten, alles will für den Saisonstart vorbereitet sein.

Ah, der Blick auf den Ostteil des Yachthafens zeigt, dass Motor- und Segelboote jetzt mit Einsatz aller Kräfte ins Wasser kommen.

Segelsetzen funktioniert – alles klar!

Während „die Großen“ rackern, haben „die Kleinen“ schon ihren Spaß – ein bereits aus diesem Blog bekanntes Foto.

Altweiden am Deich der Wedeler Au – bevor der Viehaustrieb beginnt, wird diese bei Sonnen“druck“ gern genutzte Schattenstelle auch abgetrocknet sein.

 

Mit Bezug auf meinen Blog-Eintrag von gestern „Zum Weltwassertag – Hamburger Hafen will mehr Baggergut in die Nordsee klappen“:

Es gibt seit Jüngerem eine ausgezeichnete, sehr informative Homepage  der Bürgerinitiative „Rettet das Cux-Watt“ – wenn etwas fehlte, dann dies. Die empfehle ich hiermit.

Ekke Moebius dicht am Ufer der Elbinsel Lühesand. – Auf anderen Baggertouren wird Material direkt westlich der Hamburger Landesgrenze aufgenommen und in der Elbmündung verklappt. Dieses Material stammt so ziemlich aus dem gesamten Hamburger Hafen, wurde dort von einer Armada von Saugbaggern aufgenommen und an Hamburgs westlicher Landesgrenze in die Elbe geklappt (wo es dann von Ekke Moebius und anderen Großsaugern aufgenommen wird …).

Große Containerfrachter bis 400 m fahren ihre Container bis zum Hamburger Hafen.

Was Oberlieger des Hamburger Hafens seit Langem sagen, die Elbe führt für den Ausbau zugunsten von Großschifffahrt zu wenig Wasser – und es wird mit dem Klimawandel enger mit den längeren Zeiten der Niedrigwasserführung (eingetretene, erhebliche Schäden durch übermäßige Sohleintiefung sind rückgängig zu machen) – ist jetzt als Argumentation, ein wenig anders, auch im Hamburger Hafen angekommen.

Lesen konnte man zum Hamburger Baggergut – oder -schlecht, wie man`s nimmt – kürzlich Dies, Das oder, ausführlicher, Jenes.

Mit neuer Fracht steuern sie die Elbmündung an.

Das Klima bedingt, dass Sedimentierbares vom Flusslebensraum Elbe nicht mehr so gut Richtung Nordsee transportiert wird, sagt die Hamburger Hafenverwaltung – daher soll (noch mehr) Hamburger Hafen-Baggergut (noch weiter raus) in die Nordsee transportiert werden.

Die Rolle des die Elbe zerbaggernden Menschen wird dabei nicht erwähnt, z.B. mit den Stichworten starkes Absinken des Tideniedrigwassers, dadurch größerer Tidehub, dadurch verschärftes Ebbe-/Flut-Geschehen mit der damit verbundenen „Tidepumpe“, die massiv Sedimente von seewärts einträgt – ganz zu schweigen von den Verbreiterungen im Strom- und Hafengebiet, die das Sedimentieren dort „verbessern“. Aus den in früheren Jahrzehnten jährlich 2 Millionen m³ Baggergut sind heute seit der vorigen Elbvertiefung unmittelbar vor der Jahrtausendwende um die 11 Mio pro Jahr geworden.

Was fällt dem geneigten Laien dazu ein? „Ein Schelm, der Böses dabei denkt.“ „Als sie das Ziel aus den Augen verloren hatten, …“ – gern mal Googeln.

Wer gelegentlich ein Auge auf die Elbe in Hamburg und westlich davon hat, wundert sich über die Vielzahl der Baggerschiffe (nicht mehr). Die einen baggern – nicht nur Sand, sondern auch kontaminierten Hafenschlick – in der Hamburger Elbestrecke. Den fahren sie an die Landesgrenze (mit marinetraffic.com und „Past Track“ für jeden Bagger gut nachvollziehbar, Herkunft auch aus inneren, verschmutzten Hafenbereichen) und verklappen ihn dort – komischer Weise nicht nur bei auflaufend Wasser, ein Gutteil kehrt also mit dem Baggerschiff Richtung Hafen zurück. Welch treffliches Arbeitsbeschaffungsprogramm zu Lasten des Steuerzahlers.

Von Westen zur HH Landesgrenze gesehen: RoRo-Frachter Grimaldi, 3 (in Worten: 3) Saugbagger verklappen Baggergut an der Landesgrenze, hier aktuell: Amazone, Ijsseldelta, Francesco di Giorgio. Keine Sorge, es gibt noch mehr.

Weil`s so schön ist, hier nochmal die drei genannten Verklapper an der Landesgrenze zu einem anderen, sonnigen Zeitpunkt.

Westlich der Hamburger Landesgrenze sind Andere für den Erhalt der Schifffahrtstiefe der Elbe verantwortlich. So baggern also diverse, größere Baggerschiffe (unter anderem Teile des gerade Verklappten) unmittelbar an Hamburgs westlicher Landesgrenze und fahren das Baggergut gen Nordsee. Je nachdem, welche Situation gerade gilt, unterscheiden sich deren Verklappungsorte innerhalb des Elbe-Aestuars bis in die Elbmündung.

Westlich Schulau / Wedel sind für die Ökologie wichtige Flachwassergebiete einem übertiefen Schlickfang geopfert worden. Saugbagger Ekke Moebius (hier, auch andere) räumt regelmäßig, verklappt weiter Richtung Elbmündung.

Wenn man die Entwicklung der Tideniedrigwasserstände beobachtet, z.B. im online-Angebot der Bundeswasserstraßenverwaltung, scheint es, als gäbe es noch weitere Verluste beim Tideniedrigwasser = niedrigere Wasserstände (Teilverlust der durch Elbvertiefung erarbeiteten Tiefe für Schiffe) – was zu prüfen wäre. Es wird doch wohl nicht so sein, dass bereits im Vorgriff auf die noch zu genehmigende Elbvertiefung seewärts von Hamburg bereits Vertiefungen und Verbreiterungen vorgenommen werden?

Optik oder Realität? Die großen Saugbagger scheinen – egal, ob wie hier am Südufer oder am Nordufer – ganz schön dicht „an der Kante“ zu baggern. Hoffentlich hält die Elbinsel Lühesand, hoffentlich der Untergrund. Na, die Planer werden Grundbrüche ausschliessen, der Hochspannungsmast wird tief genug gegründet sein.

Jedenfalls ist die hinter den Deichen lebende Bevölkerung ganz schön besorgt.

Was da so alles an Sedimentierbarem aktiviert wird und im System hin und her schwappt, findet sich konsequent in Ruheräumen.

Als da wären Mündungen der Nebenflüsse, Flachwassergebiete, Seglerhäfen. Da (in Letzeren) stehen „Schlick-Eggen“ wie hier die Akke bereit, das Material wieder in die Elbe zu verfrachten.

Das gefallene Tideniedrigwasser führt zum längeren Freifallen der Wattflächen und Verlust von Flachwassergebieten. Mancherorts scheint die Elbe nur noch aus – ökologisch und hydraulisch – übertiefem Fahrwasser zu bestehen.

Süßwasserwatt querab Fährmannssand bei (verschärftem) Tideniedrigwasser.

Ungeachtet all dessen ist der Hamburger Hafen für die Großschifffahrt ein- und auslaufend stets geeignet – nebendran noch ein „Egger“, die Jetsed.

Da komme niemand und behaupte, Elbe und Hamburger Hafen seien nur noch für (Klein)Segler attraktiv.