Feeds:
Beiträge
Kommentare

Tiefland-Winter – Schnee.

Schnee … – oder kein Schnee, das ist nicht nur hier im Norddeutschen Tiefland die Frage.

Was selbst im bergigen Willingen vor Jahrzehnten noch gängig war, lässt heute Ski-Begeisterte zittern. Immerhin, dort fliegen die Asse wieder, wie vor Jahren.

Zurück aber nach Wedel am Nordufer der Tide-Elbe, zweite Januarhälfte 2018.

Alles weiss. Rad- und andere Fahrer, seid vorsichtig!

Wechselndes am Himmel über weissem Grund.

Lee-Wirkung des Bewuchses – nix gesalzen.

Das Krokodil – weiss.

Kopfweiden im Park – schön, dass der Baumstamm weiter altern darf. Allzu schnell wird die Säge ganz unten angesetzt.

Aaaber, es taut wie verrückt.

Schnell ist das Krokodil im Original-Grün sichtbar.

Bevor sich nun Radler und andere Fahrer zu früh freuen, schlubbert es im 45-Grad-Winkel schon wieder von oben.

Wieder weiss – ein steter Wechsel.

Ein paar Farbtupfer im weissen Foto-Grund.

Wir Tieflandbewohner kennen das, achten auf die Zwischenräume.

Da kann man nicht meckern – Kopfweidenschnitt weitgehend abgeschlossen, Sonne auf der Marsch – im Hintergrund neu und alt Gebautes in Wedel auf der Geest.

Die Bachrestaurierer-Szene hofft nun auf den angesagten Frost. Vielleicht wird zur Zeit Unbefahrbares befahrbar und es können erste Bekiesungen bald starten – selbstverständlich abseits von den gut genutzten Laichbetten. – Ansonsten müssen wir an einigen Stellen im krassesten Fall warten bis nach dem ersten Grasschnitt im Juni.

Advertisements

Manch eine(r) mag sich gewundert haben, dass in der zweiten Januarhälfte kein neuer Beitrag erschien. Das lag nicht am Wasser oder an Wedel, sondern an der Verabschiedung des vorigen PC … – Die Verluste hielten sich glücklicher Weise in Grenzen. Möge der neue lange durchhalten.

Nun aber kurz zum Wasser, weitere Eindrücke aus dem Januar werden folgen.

Scheinbar paradox. Wasser auf dem höchsten Punkt.

Allüberall und immer wieder wird gefragt „Warum steht das Wasser ausgerechnet auf den höchsten Punkt ?!“ – Die Antwort ist klar: Weil es sich noch nicht entscheiden konnte, wohin es fliessen will.

Wenn es lange genug dort steht, bilden sogar Gräser Schwimmblätter aus.

Bleibt das Wasser länger entscheidungsfrei stehen, siedeln sich Sumpf- oder gar Wasserpflanzen an.

Zum Abschluss Schattiges.

Zebrastreifen – alternativ. Nichts Besonderes in Zeiten alternativer Fakten.

Die Sperrfrist für das Ausfahren von Gülle ist abgelaufen.

Wegen der statistischen Realität 2017 / 2018 haben vielerorts vorab Landwirte Ausnahmegenehmigungen für das vorzeitige Ausbringen erhalten. Film, Funk und Fernsehen erzählen uns, dass wir 4 aus der Statistik herausragende Monate hinter uns haben – insbesondere wegen fortwährender Niederschläge (auch wieder wärmer, teils „dunkler“). Diese Niederschläge haben nicht zwingend überall zu Hochwässern geführt, aber durchweg zu unbefahrbaren Böden. Wie gesagt, und zu sehen, statistische Realität.

An diesen Teil der Statistik (auch nicht an Gewässer- und Bodenschutz) sind die Sperrfristen der Gülle-Ausbringung nicht angepasst. Sie sind politische, IndustrieAgrarFunktionärs-beeinflusste Entscheidungen. Der Lagerraum ist zu gering bemessen, einmal ganz abgesehen von der bodenbezogenen Viehdichte.

Die Meldung und die entsprechenden Kommentare dazu, z.B. beim NDR, erhellen die Situation. Es wäre an der Zeit, etwas (anderes!) zu tun.

So ein Bisschen Winter haben wir ja schon. Temperaturen nicht so hoch über Null Grad und das Drum und Dran – wir kennen den Winter im Norddeutschen Tiefland. (Mehr) Eis und Schnee erwarten uns Richtung Ende Januar – Mitte Februar, mal sehen.

Bis dahin – und vielleicht auch dann – kann geradelt werden im Kreis Pinneberg, „Baumschulland„.

Eissee auf Fruchtfolge Baumschule – Maisacker. Wartet auch dieses Gelände auf seinen zu entwickelnden B-Plan?

Unsere diesjährigen Eisseen, meist als Anzeiger nicht angepasster Landwirtschaft, sind aufgrund der vergangenen vier Monate mit mehr Niederschlag als im Mittel üblich etwas größer, mindestens deutlicher ins Auge fallend ausgeprägt.

Hochpunkt Klövensteen, typischer Wald- oder Gründlandstandort. Der trockene Teil der Fläche – mit kleiner Anfahrschwäche – ist frisch begüllt. Es stinkt.

Ein Großteil der Fläche besteht aus Eissee, strukturiert durch Maisstengel nach Ernte.

Struktur Eissee auf Maisacker, Detail.

Ein Mäander, ein Mäander !

Hier kann man im Kleinen Bach-Entwicklung studieren (vgl. Altmüller und Dettmer im Link) – bis die Indizien abgeräumt sind.

Unter entwässertem, genutztem Niedermoorboden liegt die kiesig-steinige Lehm-Moräne. Das fliessende Wasser präpariert die Steine heraus, positioniert und transportiert sie sukzessive.

Im Detail – auch im Tiefland ist dies kein organischer und schon gar kein Sandbach. Ein Kiesbach, wie er im Buche steht.

Wer Augen hat zu sehen, der sehe! Für erforderliche Gewässerrestaurierungen ist im Grundsatz alles klar – man muss es nur tun.

Und weiter fliesst das Bächlein, bemüht sich – soweit man es lässt – um naturnahe Windungen. Die Kopfweiden am Ufer sind hier an dieser Stelle zugehöriges Kulturprodukt.

Unser kleiner, turbulent mit Gefälle fliessender Bach hat die Horizontale erreicht: die Appener Au.

Die Appener Au erhält große Teile ihres Wassers aus dem Tävsmoor, quert den Ort Appen und hat bald den Tidebereich der Pinnau erreicht – Landschaft zum Lernen von der Quelle bis zur Mündung im Schnell- / Kleinformat.

Kleine Ursache, große Wirkung: Randdurchstich Wiese bringt Sandeintrag – das muss und darf nicht sein.

Auwiese vorm Ort – Überschwemmungsgebiet.

Auch dieser Maulwurshaufen im Anmoorigen zeigt: Kies.

Auf dem Rückweg, querab vom Mäander – das Niedermoor ist schon weg-genutzt, der Mineralboden schwindet ebenfalls. Eissee entlang der gesamten Fahrtrasse.

Übernutzung, kein Randstreifen – man gerade die Reiterei wird zwischen Straße und Agrarsteppe schmal toleriert.

Fast Jamaika-Farben – das Orange sind wohl Jung-Lärchen.

Letzte Strecke auf dem Rückweg, auf dem Hochrücken Richtung Butterbargmoor.

Die Sonne bringt das Eis zum Tönen bis lauten Krachen.

Die Wasserspiegel sinken langsam.

Das ist auch gut so – da wird die Eiszeit auf der Straße bald zu Ende gehen.

Im Abgang letzte Gedanken zum Thema Hochwasser – kompostiertes Trummengut zeigt, dass hier wohl nur zweijährig gereinigt wird. Man kann Straßen auf solch Weise leicht in Überschwemmungsgebiet umwandeln.

Schlussblick auf die Elbe – am Willkommhöft ziehen bei Tidehochwasser 399 m Vasco da Gama vorbei, leicht eingenebelt bei schicker Wintersonne.

 

Ein aufrechter Kenner und Kämpfer für eine bessere Elbe hat uns verlassen.

Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

Tschüß, Herbert!

Das Foto wurde aufgenommen im Juni 2014.

Die Pegeldaten des LKN (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein) zeigen, dass das Burglind-Hochwasser in der Mühlenau zwar bei weitem nicht an das höchste Hochwasser heranreichte. Aber gemessen am Jahr 2017, in dem ganzjährig nicht das mittlere Hochwasser überschritten wurde, startet 2018 doch mit etwas mehr Abfluss in der Spitze. Inzwischen sinkt der Wasserstand zügig Richtung Mittelwasser.

So habe ich kurz nach Überschreiten des HW-Peaks am 5. Januar 2018 einen anderen Anblick des Flusses gesehen, als das im gesamten Jahr 2017 jeweils der Fall war.

Blick auf die Mühlenau bachab der Querung der S-Bahn-Strecke, dicht beim Bahnhof Pinneberg.

So soll es sein. Die beiden Kies-Depots sind unsichtbar, überströmt. Und wie sich das für ordentliches instream-Restaurieren gehört, ist keinerlei Einfluss auf den Wasserstand, keine Behinderung des Abflusses gegeben.

Wo zu Niedrig- und Mittelwasserzeiten ein Schuss mit (zu entschärfendem!) Abriss sichtbar ist, fliesst die Mühlenau nun im Hochwasserfall fast waagerecht.

Licht am Ende des Tunnels. Wir überlegen, hier gelegentlich Kies zuzugeben, den der Bach dann an die richtigen Stellen legt – und der NW-/MW-Abriss wird kompensiert sein. Gewässerorganismen werden die heutige Hindernissituation dann besser überwinden können, ggf. diese Stelle dann auch als Laichplatz nutzen.

Blick bachab von der Fahlt-Brücke. Dort beim Regenwasserzulauf in der Aussenkurve wäre ein guter Einbringort – mal sehen, ob das 2018 klappt.

Wir blicken von der Fahlt-Brücke bachauf in die überschwemmte Aue – gut, wenn solch Freifläche vorhanden ist!

Meinen Hochwassereindruck möchte ich um die bachab liegende Restaurierungsstelle des Bach-Aktionstages Mühlenau, 21. Oktober 2017, ergänzen. Auf zur Brücke Mühlenstraße.

Blick von der Brücke Mühlenstraße, Schmalstelle, bachauf – der Wanderweg ist als „Rest-Aue“ vom Gewässer mit Beschlag belegt.

Der Wanderweg …

Deutlich ist zu erkennen, dass die Mühlenau mehr Fläche für Hochwasser gebrauchen könnte. Hoffentlich haben bachnahe neue B-Pläne ausreichend Flächenvorsorge getroffen.

Dieser Gully wirkt dann wieder in Mittel- und Niedrigwasserzeiten.

Blick zurück zur Brücke Mühlenstraße – eindeutig der Zwangspunkt für den Bach.

Blick von der Brücke bachab – das Gewerbegebiet stammt noch aus der Zeit, „als alles möglich“ war. Zum Glück besinnen wir uns heute.

Lebensraumverbesserung in unseren Gewässern und ihren Auen steht weiterhin überall an – Hochwasservorsorge gehört dazu. Gute Bebauungspläne der Gegenwart enthalten die entsprechenden Ausweisungen, Freihalten von Überschwemmungsbereichen.

Die Hochwassersituation entspannt sich, den im vorigen Beitrag versprochenen Hochwassereindruck von der Mühlenau, Pinneberg, stelle ich hinter den heutigen Schönwetterbericht Elbstrand zurück.

Vattenfall-HH-Kohlekraftwerk Wedel – man sagt, es sei nur Wasserdampf. Warum aber klagen dann Anwohner über Lackschäden an ihren Autos? Ob die Gewerbeaufsicht versagt? Auf jeden Fall soll das Kraftwerk abgerissen werden – leider wohl erst auf längere Sicht.

Zugang Fähranleger Wittenbergen – wir haben die Landesgrenze SH-HH ostwärts, der Sonne entgegen, überquert.

Der Leuchtturm Wittenbergen mit dem Elbhang nördlich davon – eiszeitliche Moräne mit Buchenwald.

Erste Strandbesucher.

Schattenspiel Sandrippel am Strand. Die Fahrwassertonne für tiefgehende Seeschifffahrt liegt dicht vor dem Nordufer. „Unker“ unken „Der Berg (die Moräne) ruft „Ich komme!““. Angeblich schaden die fortwährenden Elbvertiefungen weder der Gewässerökologie noch der Standfestigkeit der Elbinsel- und der Naturufer.

Zum Thema Elbvertiefung und „Gewässerökologie“ spricht die Meerforelle die deutlichste Sprache über die Jahrzehnte.

Und da kommt schon einer der vielen beschäftigten Klappbagger elbeabwärts.
(Auch hier interessant: die Lage der Fahrwassertonne nahe dem Ufer).

Es handelt sich um die „Amazone“. In voller Fahrt ist sie an uns vorbei gerauscht und dreht plötzlich. ?! – Die Landesgrenze ist erreicht. ?!

Tief, vollbeladen, liegt der Klappbagger Amazone im Wasser.

Uuuund, flupp, hebt er sich immer höher. Das im Hafen aufgenommene Baggergut wird im Elbstrom verklappt.

So etwas nennt sich „Relocation in Hamburg“ und hat seit dem Jahr 2000 das Gesamtgeschehen zu Kosten von jährlich 100 Mio Euro innerhalb der HH-Grenzen erhöht. Seewärts geht es entsprechend weiter – mit entsprechend zusätzlich erhöhten Kosten. Die vorige Elbvertiefung hat das hydraulische System des Tideflusses so aus dem vorherigen „Gleichgewicht“ gebracht, dass eine wahre Arbeitsbeschaffungsmaßnahme „Sisyphos“ resultierte. Wir dürfen auf die Antwort des Systems auf die nächste Elbvertiefung warten.