Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Klima’ Category

Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen um die Bedeutung standorttypischer Bäume bis hin zum Auwald entlang gesunder Bäche und Flüsse. Es ist nicht nur schwer, auf diesem Weg voran zu kommen. Auch wo beispielhafte, gleichwohl zu verbessernde Auwälder (noch) vorhanden sind, sind weitere Verbesserungen, aber auch der Kampf um den Erhalt des Vorhandenen nicht leicht. Ein Beispiel dafür ist der Leipziger Auwald.

Nun hat der Leipziger Auwald obergerichtliche Unterstützung erfahren. Und das Gericht hat weiteres Grundsätzliches in Sachen Recht- und Gesellschaftspolitik schriftlich fixiert (zitat aus dem vorstehenden Link): „… Die Leipziger “Behörde habe den Plan oder das Projekt ohne eine Abweichungsent­scheidung zugelassen oder durchgeführt und damit Mitwirkungsrechte unterlaufen… Diese Betrachtung verlagert das Beteiligungsrecht der Naturschutzverbände in ein … Rechtsschutzverfahren und entspricht nicht dem Erfordernis einer frühzeitigen Beteili­gung der Naturschutzverbände”. …“

Das freut nicht zuletzt auch den aus Film, Funk und Fernsehen bekannten Waldfachmann Peter Wohlleben.

Lichter Schatten prägt aufgrund altersgestaffelter Vegetation Baumsaum- und Auwald-begleitete Fliessgewässer.

Möge es nützen!

19. Juni 2020, Nachtrag auf der NuKLA-Homepage.

Read Full Post »

Der Himmel in Corona-Zeiten – himmelblau. – Schafe auf dem Elbe-Hauptdeich.

Blick Geest-wärts, Frühlingsmarschwiese unter Himmelblau.

Wer es sich nicht klarmacht(e), merkt(e) es vielleicht gar nicht. An dieses Himmelblau werden wir alle noch lange zurückdenken.

An Corona sicherlich auch. Auf diese spezielle Erfahrung hätten wir lieber verzichtet mit all ihrem Drum und Dran. – Aber auf das Himmelblau ? ! ?

Neulich gab es schon einen Vorgeschmack.

Soll das wieder so und intensiver werden?

Der Mensch will immer hoch hinaus?

Immer höher, immer weiter?

Bis in die letzten Winkel der Erde sind wir doch vorgestoßen – inklusive Anflug, dann „Traumschiff“, Ozeanien rund?!

So manche Eskapade wird da wohl gedreht worden sein.

Hoffen wir auf Umdenken allerorten.

Wer Ursachen schafft, muss auch für Verträglichkeit sorgen – sei es für Boden, Wasser, Luft oder Lärm – sei es für Mensch, Tier und Pflanze, Landschaften und ihre Entstehung sowie Historie nicht zu vergessen. – Wir sollten das schaffen.

Herzliche Grüße aus dem Dornröschenschloss!

Read Full Post »

Der Krückaupark, Elmshorn, liegt in der Aue der Krückau, die sich hier im Tidegebiet befindet. Dem „planen“ zweiten Teil der Ebbe, da fliesst das Wasser als Bach, setzt sich die Flut auf, die je nach Wind- und Elbe-Verhältnissen (im Extrem: Sperrung des Krückausperrwerks bei Sturmflut). Der Pegel „Hafen Elmshorn“ spiegelt die Verhältnisse der Krückau im Park.

„Normal“ wäre die Krückau hier von einem feuchten Tide-Auwald mit spezieller Vegetation und Tierwelt charakterisiert. Glücklicher Weise sind ihr Mäander belassen worden und in vielen Teilen auch standorttypische Bäume und andere Vegetation. Dass sich auch der Otter hier wohlfühlt, habe ich im Beitrag vom 26. April belegt. – Der Begriff „Park“, und das in einer Stadt, wird allerdings durch viele große, offene Flächen wie leider auch Uferpartien (mit Überwärmen des Gewässers) im Sinn der bekannten Forderungen nach freier Sicht und Sichtachsen ausgefüllt.

Ok, verglichen mit anderen Städten hat Elmshorn das ganz gut gemacht. Die in vielen Teilen naturnahe, mit zahlreichen Wander- und Radwegen erschlossene Fläche kann genossen werden. – Ich starte mal mit Verbesserungsfähigem.

Entbaumte Uferpartien sind übermäßig besonnt, die Ufer erheblichem Bodenabtrag (mit Baggernnotwendigkeit anderswo) ausgesetzt.

Buschweiden übernehmen gern solche Partien, wachsen den Abflussquerschnitt zu und beschatten aufgrund ihrer Wuchsform den Boden total, störend. Uferhalt geben sie aufgrund ihrer Flachwurzeln nicht.

Wo parkartig standortfremde Bäume auf Distanz zueinander gepflanzt wurden und Wege dicht am Ufer verlaufen, sind Probleme aufgrund der Gewässerdynamik vorprogrammiert.

Bei Überbreite und Übersonnung stellt sich die Krückau bei Tideniedrigwasser fast wie ein flaches, verschlammtes Stillgewässer dar. Die Kraft des Fliessgewässers und die sommerliche Kühle sind ihr genommen.

Öffentliches Grün mit standorttypischer Natur vs. Privatflächen – Stadt am Bach, charakterisiert z.B. durch Trauerweiden.

Mix aus offenen Parkflächen und Baumbestand – vielfältig in Zeitabfolge und Farbe ergrünen jetzt Weiden, Traubenkirschen, Pappeln, Erlen und vieles andere.

Die Vielfalt des Krückauparks beeindruckt, Problempunkte gilt es zu erkennen – Verbesserungen lassen sich aus den naturnahen Situationen ableiten.

Alte Baumweiden mit Blattaustrieb.

Pappeln folgen später.

Erlen, Eschen, Baumweiden und Traubenkirschen, letztere gerade in Blüte – der Weg bedrängt die Bäume allzusehr.

Blühende Traubenkirsche, Prunus padus (die heimische) – was flattert da zahlreich um die Krone?

Umweltberater kennen die Antwort auf die Frühlingsfrage „Massenhaft Fliegen, schwarz mit langen Beinen – muss ich etwas dagegen tun?!?“ – „Das ist ein saisonales Phänomen, das Schwärmen der Markushaarmücke, Bibio marci. Die ist vollkommen ungefährlich und gehört hier hin.“

Leider nur als einreihiger Baumsaum erhalten, daher allzu linear: Eschen, Erlen, zum Freiraum ein blühender Ahorn. – Optimaler Uferschutz und Grundlage standorttypischer Lebensraumvielfalt am Fliessgewässer.

Halbschatten durch Erlenbewuchs am Uferrand.

Die Erle sichert das Ufer, da ihre Wurzeln – im Gegensatz zu anderen Bäumen – senkrecht auch in nasse Böden vordringen. Hier im Foto flottieren die wasserseitigen Wurzeln in der Strömung und bieten Fischen „ein Dach über dem Kopf“ und anderen Organismen dreidimensionale Lebensstätte.

Wo die Ufer halbwegs wasserseitig besiedelt werden können, stellt sich die Erle ein – möge sie im Wachstum ungestört bleiben.

In den bei Ebbe trockenfallenden Flächen sind im auwaldartigen Teil des Parks die Wurzeln anderer Bäume, hier Weiden, als Erosionsschützer in waagerechten Partien zu bewundern.

Schnell ist meine Zeit vergangen – ich kehre über den urbaneren Parkteil mit Stadion, Badeanstalt und Elsa-Brändström-Schule zum Auto zurück.

Read Full Post »

Da ist er also, menschengemacht – der Regenbogen.

Wer hier im Blog „Regenbogen“ sucht, wird in unterschiedlicher Form und zu verschiedenen Zeiten des Jahres fündig.

Solch intensive Beregnung von Flächen bereits Mitte April ist zwar in unserer Agrarlandschaft nicht ungewöhnlich. Der Start im April an so vielen Stellen sicherlich schon.

Gern nehmen wir „das schöne Wetter“ hin, lässt es uns die derzeitige Corona-Situation doch ein wenig leichter ertragen.

In der Landschaft aber herrscht (schon wieder) Wassermangel – ein Regendefizit nahe 100 %. Ein Bisschen Nass wird frühestens ab nächsten Sonnabend vorausgesagt. Die Pegel der norddeutschen Oberflächengewässer, Beispiel SH, laufen bereits auf Niedrigwasser-Niveau. Die Elbe fliesst Deutschland derzeit mit 145 m³/s zu (das ist „Gar nix!“) und hat bis Hamburg man gerade 370 m³/s zu bieten (das ist immer noch „Gar nix!“). Erste Stimmen fürchten einen Sommer vergleichbar mit 2018 und 2019.

Und so wird eifrig Wasser aus dem oberflächennahen Grundwasserleiter entnommen, damit Saaten auflaufen, Pflanzen wachsen können.

Das geschieht mit starken Pumpen, mit dickem, weittragendem Strahl – zu jeder Tageszeit, unabhängig von Sonneneinstrahlung und Wind.

Wer erinnert sich noch an Diskussionen, Einführung, Abschaffung – wo stehen wir eigentlich? – eines Wasserpfennigs, um Nutzungen zu steuern? – Ach, fast vergaß ich, dass uns doch über Jahrzehnte eingebläut wurde, wir seien ein Wasserüberschussland (was überhaupt soll das sein ?). Nutzernahe Kreise beherrschten die Diskussion, im Zweifel … – die Natur hat das Nachsehen.

Nirgendwo, jedenfalls in Deutschland (das ist fast wie bei der Anwendung moderner Technik für Gülle), sehe ich die Wende zu einer nachhaltigen Wassernutzung in Effektivität und Ressourcenschutz.

Auch hier wird ein ganzer Bach versprüht, in praller Sonne hoch in trockene Luft, bei „gut“ Wind und auf heissen Boden.

Schön …

… sieht`s im Detail …

… trotzdem aus.

Beim Weiterfahren erscheinen dann die Begleiterscheinungen von Regenmangel und Übernutzen des oberen Grundwasserleiters.

Meine „Wetter-Pfütze“, durch lichten Schatten in Normalzeiten lange Wasser aufweisend, jetzt Langzeit-trocken.

Der Sauerbeck nebendran, man gerade noch der Kiesgrund Wasser-bedeckt.

Der Sauerbeck, quellnah – kaputt gebaggert, durch Übernutzung des oberflächennahen Grundwasserhorizonts fast trocken ab Mitte April.

Werden wir aus dem, was wir sehen, lernen – umsteuern Richtung Nachhaltigkeit?

„Fridays for Future“ ruft zum Netzstreik am 24. April 2020. Recht haben sie.

(In SH sind die Wildparks übrigens ab heute wieder offen, so auch der, in dem das Foto entstand.)

Read Full Post »

Nach dem erfolgreichen Test, mit erstem Kies für die obere Pinnau Laichbetten zu schaffen und zu verbessern, die Strömungssituation stellenweise zu verbessern sowie zu lenken (s. Bericht vom 29. März), konnten die beiden weiteren hier bachauf vorgesehenen Lkw kommen.

Aber was ist das?!? – Die beiden Partien liegen weit vom Bach entfernt, mitten auf dem Acker.

Das passiert auch schonmal. Die zwischenzeitigen Niederschläge hatten den Oberboden durchweicht, das anschliessende Abtrocknen offenbar nicht ausgereicht. Nach Notschüttungen gab das Gelände den Lkw mit Hänger wieder frei.

Da naht auch schon der Teleskop-Radlader, diesmal zur Erleichterung des Fahrens und Kies auf das jenseitige Ufer Platzierens mit kleiner Schaufel.

An den wenigen Stellen mit busch- und baumartigem Uferbewuchs wollen wir diesen sowie Fischunterstände darunter vor zu stark erodierendem Anstrom schützen und längeren Erhalt sichern.

Solch Aufgabenstellung ist für den Teleskop-Radlader kein Problem.

Schlehenbewuchs und Erlen erhalten mit bachauf gelegtem Lenker im Ufer längere Existenzchancen. Das bachab liegende Ende wird noch per Hand ins Ufer getrimmt.

Eine Art „vortex weir“ aus großen Steinen können wir am Ufer mit Kies ergänzen – einerseits zur Stabilisierung, andererseits als Möglichkeit für die Pinnau, ihn für dann bachab liegendes Kiesbett bei Hochwasser zu transportieren.

Das „Vortex Weir“ (s. z. B. Figure 4.2 hier) kann ein offenes Gebilde aus standorttypischem Grobmaterial sein, das bogenförmig angelegt die Strömung in der Gewässermitte konzentriert. So bleiben die Ufer, wichtig vor allem im intensiv genutzten Gelände, vor Erosion geschützt, ein mittiger Kolk entsteht .

Die erste Seite aus Kies entsteht.

Schnell sind wir damit fertig.

Um den Strömungsdruck bachab zu entschärfen und zu lenken, sehen wir in der sandigen, kanalartigen Strecke eine flache Kiesrausche mit Seitenwangen vor.

Auf jeder Seite 2 Radladerschaufeln hintereinander mit Schüttwinkel ins Ufer gelegt, eine Schaufel mittig im oberen Teil – und dann Feinarbeit per Hand.

Die Arbeit geht flott voran, die beiden Kieshaufen auf dem Acker schwinden zusehends.

Nochmals eine Doppelbeschickung – in der Folge entstehen weitere Kieslenker am Ufer, wechselseitig.

So entwickelt sich, vorab vom Fischereiberechtigten bereits mit kleinen Findlingen belegt, eine Bachstrecke mit hoher Strömungs- und Lebensraumvielfalt.

Ein paar drohende Hangabbrüche entlasten wir durch Kiesvorschüttung am Fuß. Auf der Böschung erkennbar: der Maisacker beginnt Grundstück-scharf.

Zum Schluss gehe ich die Strecke noch einmal ab. Alles liegt prima, hier die Auffangrausche bachab des „vortex weir“.

Blick bachab, die Rausche bettet sich gut in die Landschaft ein.

In der Pinnau vorhandene Pflanzenpolster erhalten wir, wie generell üblich.

Die neue Kiesschicht schützt ganzjährig deren Wurzeln und verhindert die bisherige weitgehende Zerstörung im mahlenden „Standstrahlgebläse“ bei Hochwasser. Die neuen Kiesflächen werden erfahrungsgemäß von standorttypischen Wasser- und Uferpflanzen gern besiedelt und schaffen mehr Variation im Bach.

Am Ende des heutigen Abschnitts – Blick bachab sehe ich die obersten, vorigen Aktivitäten (rechter Hand der am 29. März beschriebene, ins Ufer zurückgeholte, gesicherte Baumstumpf).

Die Kiesrausche vom ersten Tag liegt und arbeitet hervorragend. Sie hat einen mittigen Kolk bewirkt, auf anlehmiger Moräne Material ausgegraben. So ist im Ansatz eine weitere Kleinrausche aus Mischkies entstanden.

Wir sind gespannt, wie Mittel-, Niedrig- und Hochwasser diese Strecke über die Zeit entwickeln werden. Gelegentlich, wie das von anderen Bächen hier im Blog berichtet wurde, werden wir einen Blick auf die pflanzliche und tierische Besiedlung werfen.

Sonnenbeschienen, Temperatur-gefährdend für die standorttypische Lebensgemeinschaft sommerkühler Bachoberlauforganismen und eng von intensiver Agrarwirtschaft begleitet, wären ein wesentliches Element zum Schutz und zur Verbesserung der Pinnau beidseitige Randstreifen mit standorttypischem Baumbewuchs, z.B. aus Erle, Esche und Flatterulme (mit den sich einstellenden, zugehörigen Begleitpflanzen). Dies wäre auch ein grundlegender Beitrag in Zeiten des Klimawandels zu notwendiger Anpassung an die laufende Entwicklung, sollen nicht zwangsläufig die Bachoberlauforganismen „weggedacht“ und in der Folge „weggemacht“ werden. – (Nicht nur) An dieser Pinnaustrecke wird interessant sein, ob Verhandlungen über Randstreifen – linksufrig, auf Gelände des Kreises Segeberg aufgrund einer Kreis-Initiative auch speziell förderbar – erfolgreich verlaufen werden. Das rechtsufrige Gelände, im Kreis Pinneberg liegend, bleibt selbstverständlich nicht vergessen.

Read Full Post »

Ganz klar: Am Weltwassertag muss ich „Wasser gucken!“.

Wir sind angesichts Corona angehalten, keine Ansammlungen zu bilden und Abstand zu halten. Weitere Entscheidungen richten sich nach der Entwicklung der Lage und unserem Verhalten.

Bewegung an frischer Luft ist für die Gesundheit unverzichtbar, mögen die kommenden Beschlüsse von Bund und Ländern nicht zuletzt hierauf Bezug nehmen.

Das Wetter ist gut, der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Dazu wird mir beim Radeln sicherlich etwas einfallen, zumal ich im „Baumschulland“ unterwegs bin. Für die Grüne Zunft, die den Boden bearbeitet und zwingend auf hinreichend Wasser (aber nicht mehr) angewiesen ist, hat die WHO auf maßvollen Umgang, die dringend erforderliche Anpassung an den Klimawandel hingewiesen (diverse Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen haben sich in breitem, praxisbezogenem Themenspektrum auch damit befasst, Download Zusammenfassung).

Kleiner Rückblick auf den gestrigen Frühlingsanfang: angesichts geringer angesagter Windstärken als bisher haben wir die „Marini-Saison“ eingeleitet. Familie und Vorübergehende freuen sich.

Auf nach Pinneberg – es ist noch früh, ein ssssteifer Ostwind brrrist.

Und schon geht`s los – die WHO hat Recht. Im Umgang mit Boden und Wasser müssen die „grünen Berufe“ endlich durchweg Grundlagen akzeptieren und sich anpassen. Der bisherige Umgang mit Wasser und Boden ist allzu häufig inakzeptabel.

Es ist ein Kreuz! – Wo Landschaft ausgeräumt und zu Gegend gemacht wird (die Bundeslandwirtschaftsministerin hat die Begriffe verwechselt!), wird für „Agrar“ kein Platz mehr sein. Die Akzeptanz der Steuerzahler, pauschal zu subventionieren, schwindet.

Das ist Pinneberg, sonntags Richtung high noon – nicht normal?

Ja, wer die Ecke kennt, meint, sich zu vergucken! Der Blick geht von der Friedrich-Ebert-Straße Richtung Hans-Hermann-Kath-Brücke, nach rechts zweigt die Elmshorner Straße ab.

Für Nichteingeweihte und Fremde: das ist eine wesentliche Kreuzung in dieser verkehrsreichen Stadt. Normal sieht man hier nur „Blech“. – Offenbar halten sich alle sehr gut an die Corona-Hinweise. Wir sind gespannt, ob Bund und Länder das zu würdigen wissen.

Das vorherige Foto habe ich vorgezogen wegen des grundlegenden Eindrucks. – Real kreuze ich zunächst die belebte Mühlenau, Nebenflüsschen der Pinnau, über die Christiansenwegbrücke. Wo es vorher schlapp vor sich hin floss, beherrscht jetzt Turbulenz das Bild.

Blick bachauf nach Unterqueren der Bahntrasse – die belebte Mühlenau in der bekannten, gefällereichen Kurve.

Durch den Stadtwald Fahlt bin ich weiter geradelt, erreiche die Pinnau an der Brücke Hindenburgdamm. Der Kies ist noch da! Gut sieht er aus.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Einer der Kies-Aktiven sprach mich in den vergangenen Wochen an, er sei bei Tideniedrigwasser hier auf der Brücke gewesen – der Kies sei nicht mehr da! Die Lösung des Rätsels: Seit Februar hatten die wiederholt starken Niederschläge den Abfluss der Gewässer bis vor Kurzem stark erhöht. Dreimal wurde mittleres Hochwasser erreicht, erhalten gebliebene Hochwasserstauräume pufferten, so dass in Städten bachab keine Schäden entstanden. Dazwischen wurden mittlere Verhältnisse nicht erreicht, reale Tideniedrigwasserstände lagen über mittlerem Tidehochwasser, so dass auf online-Abbildungen die Tnw-Marke gar nicht sichtbar war. Dementsprechend war auch der Kies „weg“. [Falls jemand den Link nutzt: aktuell, 22. März, ist angesichts des Ostwinds und der niedriger als normal ausfallenden Flut- und Ebbe-Stände der Elbe hier in der Pinnau fast gar keine „Flut“ erkennbar.]

Wie gut, dass die Pinnauwiesen bachauf der Stadt – sie laufen nun langsam leer – vor Bebauung geschützt wurden. Die Hochwasserlage, wie in fast allen Städten mit Gier als Lenker der Bebauungsplanung, ist auch schon vor erkanntem Klimawandel weitgehend prekär gewesen.

Möge inzwischen allen ein Licht aufgegangen sein.

Bachab Hindenburgdamm: Hilfsweiser Hochwasserschutz an fehlgeleiteten Planungen der Vergangenheit – das ist wohl nochmal gutgegangen.

Von der Friedrich-Ebert-Straße blicke ich Pinnau-aufwärts. Möge auch hier für engste Innenstadtbebauung angesichts neuer Bauaktivitäten hilfsweise neue Rückhaltung von Niederschlägen und Abflüssen entstehen!

Auf dem Rückweg komme ich noch einmal an der Mühlenau vorbei. Wie in diversen Blog-Berichten zu lesen, hat hier am B-Plan Mühlenauquartier nicht nur die Planung mit Gewässerrandstreifen und Hochwasserrückhalt, sondern auch die Kooperation für eine lebendigere Mühlenau beispielhaft funktioniert. Besten Dank nochmals!

Auf der Piste Richtung Wedel begegne ich noch einem ganz wesentlichen Symbol.

Scharfen Auges wollen wir die Entwicklung unseres Umfelds, unserer Umwelt konstruktiv-kritisch weiter begleiten.

Read Full Post »

Vom Sperrwerk Wedeler Au aus, vgl. voriger Beitrag, bin ich auf der Westmole des Schulauer Hafens, Wedel, angekommen.

Blick nach Nordwest, seewärts – vorn rechts im Bild obere Sandpartie mit WindErosionSchutz, dahinter rechts: kein Sand.

Der Sandstrand, Wasser- und Uferpartie zwischen Flut und Ebbe – kein Sand, dafür Freigespültes in diverser Ausführung.

Vor dem Schulauer Fährhaus, Willkommhöft, kommt ein Großcontainerschiff in Sicht, auf dem Weg Richtung Nordsee.

Wie sich später auf marinetraffic.com zeigt, ist es die Cosco Shipping Libra, ca. 400 m lang – also eins der größeren Schiffe, die hier inzwischen ein und aus fahren und die – zusammen mit der Folgegeneration ca. 420 m langer Containerriesen – Ursache der derzeitigen Aktivitäten in Sachen Baggerei und zugehörigem Finanzierungsbedarf sind.

Mit ablaufend Wasser zeigt sich nur eine kleine Bugwelle, vom gegenstehenden Wind angebrist.

Da der Frachter einen Großteil des Fahrwasserquerschnitts, nicht zuletzt in die Tiefe, in Anspruch nimmt, bewegt sich was auch weit entfernt vom Schiff, s. Hafeneinfahrt.

„Schwall und Sunk“ – oder wie immer das Phänomen genannt wird, können nicht ernst genug genommen werden im Umfeld einer Seeschifffahrtsstraße. Im Umzugsjahr nach Wedel habe ich das anhand der Vorbeifahrt kleiner Containerfrachter gezeigt. – Rings um das Schiff ist scheinbar Ruhe.

Das Schiff ist vorbei – an der Hafeneinfahrt ist weiter „action“.

Im Folgenden zeige ich zunächst die Hafen-, dann die Süßwasserwatt- / Sandstrand-Fotos. (Leider habe ich die höchsten Turbulenzen und Wellen an der Hafeneinfahrt zu Fotografieren verpasst, stand wohl ein paar Sekunden mit offenem Mund tatenlos herum.)

Eine dichte Abfolge sich auftürmender Wellen läuft in den Schulauer Hafen ein, vorn zeigt sich bereits ein scharfer, turbulenter Gegenstrom nach draussen.

So geht es weiter.

So pittoresk, schön besonnt, wie es aussieht, so ultragefährlich ist das Ganze.

An der Hafeneinfahrt mahlt der Strom weiter.

Wild wühlt die unmittelbar vor mir auswärts laufende Strömung.

Das Schiff ist schon weit Richtung Lühemündung vorangekommen.

Da höre ich es hinter mir rauschen – die Wellen hatten das Hafenende erreicht, laufen jetzt zurück.

Mit rücklaufenden Wellen und dem turbulenten Schlickstrom ist die Hafeneinfahrt weiter beschäftigt.

Wir springen zeitlich etwas zurück, gucken das Geschehen auf dem Watt / am Sandstrand an.

Da tut sich was, bevor und während das Schiff vorbeifährt.

Nach Sog und Wellenaufbau laufen die Schlickwellen schräg gegen den Wind auf die Wattfläche.

Später dreht die Wellenfront und läuft breit Richtung Westmole des Schulauer Hafens.

Auch hier entwickelt sich entlang des Ufers, Elbe-wärts, ein scharfer, schlickiger Strom.

Man kann sich angesichts des steilen Ufergefälles vorstellen, wie mit jeder Schiffspassage Feinmaterial und Strandsand weggespült werden.

Überraschend IM Hafen, auf der Elbe-seitigen Spundwand, die oberhalb Thw liegt, ist die dicke Schlickauflagerung.

Wie kommen solche Schlickmengen in solche Höhenlage?

Oder hat die „Akke“ oder ein vergleichbares Schiff hier bei hohen Tidewasserständen ihre Spülarbeiten ausgeführt?

Read Full Post »

Vom Sturmflutsperrwerk Wedeler Au im Hauptdeich an der Elbe zeige ich hier im Blog öfter Fotos – schliesslich liegt das auf einer unserer HauptRadelRunden, wird auch bei Kurz-Touren „runter von der Geest, an die Küste“ schnell erreicht.

Vorgestern hatten es sich eine Silber- und eine Mantelmöwe dort gemütlich gemacht, wo meist Kormoran und Lachmöwe anzutreffen sind.

Und es gab mehr zu sehen – die kleine Hochfläche östlich des Sperrwerks wird gerade für die nächste Bau-Aktivität hergerichtet.

Büro- und Sozialcontainer sind binnendeichs aufgestellt.

Hier wird bis zum Beginn der nächsten Sturmflutsaison 2020/21 Verbesserung hergestellt. Höhere Fluttore sollen eingebaut werden.

Die Silbermöwe hat einen guten Ausblick.

Die Mantelmöwe fühlt sich beobachtet, muss ihre Bedeutung klarstellen.

Sie fliegt los.

Und zeigt der Silbermöwe, wer hier das Sagen hat, die besten Plätze besetzt.

Ich radele weiter Richtung Schulauer Hafen.

Blick über den Sandstrand Richtung Schulauer Hafen.

Angesichts der Morphologie, wieso heisst das hier Sandstrand und was ist das für ein steiler Winkel, stellt sich die bekannte Frage „Wer hat unseren Sand geklaut?“.

Darüber habe ich bereits geschrieben, stelle das vor-Ort-Geschehen angesichts einer aktuellen Container-Großfrachtervorbeifahrt aber demnächst noch einmal vor.

Read Full Post »

Blick vom Elbe-Hauptdeich, Hetlingen – ein Turmfalke hält Ausschau, z.B. nach Mäusen, die der Nässe im Boden entgehen wollen.

Marschwiesen Giesensand, gut nass.

Da schreiben sie vom nassen Januar und Februar 2020 – und weisen gleichwohl darauf hin, dass im tieferen Bodenhorizont auf der Geest und in höheren Lagen der norddeutschen Bundesländer nach wie vor etliches Wasser fehlt.

Ich radele weiter – Silhouetten hinterm Deich, Giesensand-Eichen, Fährmannssand-Pappeln, Deichschafe.

Die Kopfweiden am Parkplatz Fährmannssand – bald wird die neue Brücke Langer Damm eingehängt. Dann wird hier wieder Betrieb sein.

Auf dem Sperrwerk Wedeler Au, ablaufend Wasser – dicke Reetpackung, flächig über mittlerem Tidehochwasser, erinnert an die Abfolgen von Sturmfluten.

Das Material muss schnell abgefahren werden, damit die Grasnarbe auf dem Deich nicht leidet. Die gelbe Linie weist auf Entfernen des Reet aus einem älteren Flutsaum hin.

Ordentlich Reet spült unter dem offenen Sperrtor Richtung Binnenelbe. Verursacht haben das die Wellen einiger vorbeigefahrener kleiner Containerschiffe.

Binnendeichs – ein äsendes, aufmerksames Grauganspaar.

Ein sich zurückziehendes Nilganspaar ist hörbar verärgert.

Zum mittäglichen Abschluss der Tour, Blick über die Tide-Wedeler Au Höhe Theaterschiff Batavia, gibt es noch ein Spektakel zu sehen. Ein großer Schwarm Nonnengänse, aufgeschreckt einige Hundert Meter entfernt, gesellt sich zu einem ebenso großen, in Ruhe äsenden Schwarm.

Angesichts des trockenen Wetters bin ich nachmittags nochmal bis Fährmannssand geradelt – dazu demnächst mehr.

Read Full Post »

Das Sturmtief Sabine ist durch – Rekord wurde vermeldet mit 5 hintereinander verlaufenden Sturmfluten. Zum Glück waren die nicht extrem hoch. Gleichwohl fordern sie den Deichschutz. (Ich warte angesichts Meeresspiegelanstiegs eigentlich parallel auf zukunftsweisende Diskussionen in Politik und Verwaltung. Ein „weiter so“ wird auf Dauer nicht die Lösung sein.)

Die Sturmflut-Sperrwerke von Pinnau und Krückau waren jeweils bis zu 8 Stunden geschlossen. Wohl den Städten und Gemeinden im Hinterland, die Überschwemmungsflächen frei gehalten haben, weiter frei halten – und möglichst jede Erweiterungsmöglichkeit nutzen. Die Tide-Niedrigwasserhöhen und -zeiten waren so knapp bemessen, dass kaum Wasser zwischen den Fluten abfliessen konnte. – Jetzt fliesst es wieder (die nächsten Sturmfluten sind absehbar, s.o.).

Zwei Vorträge über Möglichkeiten für Lebensraumverbesserungen an Bächen und kleinen Flüssen liegen hinter mir. In Barmstedt und Kölln-Reisiek  waren 50 bzw. 30 Interessierte mit lokalem Schwerpunkt aus dem Krückau-Einzugsgebiet, aber auch von weiter her, z.B. aus Dithmarschen und Ostholstein, anwesend. Sie diskutierten anschliessend eifrig über Pro und Kontra, das Was und das Wie.

Der Graureiher steht im Wappen von Kölln-Reisiek. Nicht nur er profitiert von Lebensraumverbesserungen in Fließgewässern und ihrem Umfeld.

Demnächst, wenn die Hochwassersaison halbwegs rum ist, werden diverse neue Stellen, an denen Grundeigentümer Verbesserungen gut finden, angesehen. Das Jahr 2020 entwickelt sich interessant weiter.

Nun liegt als nächstes Sturmtief Victoria vor uns. Da gilt es, die Zwischenzeit zu nutzen. Ich radele in diesem Beitrag von Wedel über Holm bis auf den Elbe-Hauptdeich Hetlingen. Der zweite Teil der Tour, weiter über Fährmannssand zurück nach Wedel folgt demnächst.

Vor der Holmer Geest, Marschgewässer Lanner – das Hinterland wird entlastet, das Wasser läuft langsam ab.

Etwas näher ran – wenn da man nicht auf der Stange ein Seeadler einen Graureiher am Gewässer beäugt …

Feuchtwiese? – Sehr feuchte Wiese …

Wenn man eine Feuchtwiese umbricht – wird ein ((zeitweise sehr) feuchter) Acker daraus. Wir Steuerzahler zahlen dafür höhere Subvention.

Bio-Chemische Reaktionen, Faulschlamm aktiviert, Schwefelwasserstoff-Umsetzungen bilden zeitlich wechselnde Farbvariationen. Ob solch Baggerung hydraulisch notwendig ist (die angrenzenden Rohre an Überfahrten liegen völlig frei) darf bezweifelt werden.

Feuchtwiesen zu Bauland – mögen die Bodenplatten hoch genug über Wasserhorizonten gegossen werden.

Marschgraben zwischen Wedel und Elbe-Hauptdeich – nun seit Langem wieder Wasser drin.

Hoch fliegender Nonnengansschwarm, die Sonne bricht durch.

Ein Graureiher fliegt ins Bild.

Der dunkle Fleck am Wegesrand (zum Gehöft Giesensand) stellt sich als dösender Fasanenhahn heraus, der hier abtrocknet.

Als ich diesen Weg wieder verlasse und Richtung Deich radele, wird er wach und krakeelt hinter mir her.

Zum Wassererlebnisbereich? – Nein, heute nicht. Ich radele doch die ganze Zeit durch einen Wassererlebnisbereich.

Baumspiegelung im Alten Hetlinger Heuhafen.

Auf dem Hauptdeich – die Sonne bescheint Spot-artig Elbe und Deichvorland.

Mit der Sonne geguckt, Elbe-Querung der Hochspannungsleitung – viel Wasser in der Luft!

Der zweite Teil folgt demnächst.

Read Full Post »

Older Posts »