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Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

Berlin-Besuch wollte „Äktschn“ – das können wir bieten, in „unberührter Natur“, wie es im Fernsehen immer so schön falsch heisst.

Blick durchs Brückengeländer, Verwunderung: da ist ja fast kein Wasser, das soll ein Bach sein ? !

Nach kurzer Wanderung durch Buchenmischwald – Niedrigstwasserführung.

Weite Teile des in die Wedeler Au eingebrachten Restaurierungs-Kieses und -Holzes liegen frei. Immerhin ist zu sehen, dass verbesserte Struktur entstanden ist. Die Farbe wie Waschmaschinenwasser ist dem gestörten Bodenwasserhaushalt (übermäßige Entwässerung von Randflächen) geschuldet. Massiv tritt gelöstes Eisen ein und fällt als Eisenocker aus. Der ergibt in geringer Konzentration bzw. in Entstehung diese milchige Trübung. In dünner Schicht auf ruhigen Wasserpartien täuscht er schon mal Öl vor – vgl. Broschüre, S. 6 unten. „Fett“, in hoher Konzentration bzw. Ansammlung, leuchtet er orange-rot.

Nach gutem Beobachten sind eigene Aktionen erwünscht – früh übt sich …

Das Sieb ist voll – mit Hölzern, Blättern. Ob da auch Leben drin ist?

Gut beobachtet! – Der Siebinhalt wird in eine mit Wasser leicht gefüllte Schale geklopft.

Allerlei wimmelt herum – verschieden alte Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven.

Auch eine Steinfliegenlarve krabbelt über den Schalenboden.

Köcherfliegenlarven sind auch dabei.

Und immer wieder die Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven.

Eine die stillen Bereiche anzeigende Wasserassel wollte nicht aufs Foto. – Wir wollen nicht weiter stören. Jede noch so kleine Beprobung zerstört Mini-Lebensraum. Die Tierchen werden schnell wieder behutsam in ihr Element zurückgesetzt. – Beeindruckt wandern alle durch die Wald-Partie zum Auto zurück.

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Wir sind auf dem Rückweg, Richtung Busse. Einen Hinweis auf den Fischotter habe ich am Ende des vorigen Beitrags per Foto gezeigt.

Erle auf Stelzwurzeln wie Mangrove – Zeugin der Vergangenheit. Einst standen hier 5-10 Alt-Erlen mehr, die Este floss nach links in großem Mäanderbogen herum und kam am Horizont des Fotos wieder an. – Grober Unsinn beseitigte die anderen Erlen, diese wurde freigespült – klares Zeugnis, wie Erlenwurzeln in Wasserhorizonte hinunter wachsen – Erosionsschutz „at it`s best“.

In der Nähe der Butterbergbrücke gucken wir in holzigem Treibsel strömungsruhiger Bereiche und in Kiesbänken mit starker Turbulenz, wer sich angesiedelt hat.

In der Ruhe – Wohnröhren von Zuckmückenlarven und Kleinwürmern aus Feinsediment nach Siebprobenahme ausgespült, runde Eintagsfliegenlarven dabei.

Im holzigen Treibsel: Köcherfliegenlarve und Bachflohkrebs.

Turbulenz-Anzeiger – eine flache Eintagsfliegenlarve, wie ein aerodynamischer Rennwagen.

Wir verlassen den Bötersheimer Forst Richtung Süden.

Fahrt durch Agrarland – hier: Kartoffeln.

Aus Otters Wümme- und Oste-Niederung hoch auf die Moränenhöhe – Windmühle in Kampen.

Intensives Grün auf der Höhe – allüberall Agrarland. Wo sind Wege- und Gewässerrandstreifen?

„On Top of the World“ – höchste Stufe des Agrar-Subventions-Wahns. Sand-Wüstenei auf dem Todtshorner Berg. Selbst minimal verbliebene grüne Wegeränder sind inzwischen weggespritzt und -gepflügt.

Blick vom hiesigen Dach der Welt, Todtshorner Berg, mit noch glimmenden Osterfeuerresten in die Wümmeniederung.

Hier kann man trefflich über Einzugsgebiete informieren. Vom Umfeld Lüneburger Heide, Wilseder Berg, her fliessen die Seeve und die Este (je ca. 50 km lang, Mündung östlich bzw. westlich HH in die Elbe), die Oste (Quelle in Tostedt, im Foto „rechts voraus“ ca. 150 km bis fast zur Mündung der Elbe in die Nordsee – alle 3 genannten Bäche also Elbe-EZG) und die Wümme (ca. 150 km bis zur Weser bei Bremen).

Ja, klar – und alles, was im Einzugsgebiet passiert, teilt sich den Flüssen und somit dem Meer mit. Wir sollten endlich nicht zuletzt die Agrar-Subventionen zwingend an entsprechende Randbedingungen koppeln.

Blick von der Hügelkuppe zurück auf die Freudenthalstraße – bis dahin nicht witzig.

Ebenfalls nicht witzig der Ackerrand zur Freudenthalstraße. Hier ist nicht sonnenverbrannte Fläche, sondern verbotener Glyphosat-Einsatz zu sehen, grüner Rand, totgespritzt.

Glyphosat-Tod, zum besseren Erkennen durch gelbes Oval gekennzeichnet. – Das kostet ca. 300 € Bußgeld.

Die Tragik des Verwaltungsvorgangs: Wer gegen das Bußgeld widerspricht (das ist insbesondere die abgesprochene Praxis der Hardliner), landet vor dem Gericht. Wenn das Zeugnis die Richter überzeugt, legen sie dem Verursacher nahe, das Bußgeld zu akzeptieren. – So weit, so gut. Da der Verursacher somit aber nicht bestraft ist, trägt der Steuerzahler die Gerichtskosten. Das dürfte in Summe Arbeitsstunden, Kostenerstattung für Zeugen uvm. so bei 5.000 € liegen – zu Recht ärgert sich der Steuerzahler.

Wieder an der Este.

Otterberme B3 – der Landkreis Harburg hat konsequent Brücken mit trockenen Wanderwegen für Wanderorganismen an Land versehen. So entfällt der Verkehrstod, eine der häufigsten Todesursachen für den Fischotter.

Und wieder Tierchen – Köcherfliegenlarve, schwarzer Strudelwurm und Bachflohkrebs.

… und noch eine „nackte“ Köcherfliegenlarve dazu.

Detail nackte Köcherfliegenlarve – zahlreich, die Kiemen an der Körperunterseite.

Hier gibt`s auch Turbulenz – neben der runden eine der bekannten, flachen / platten Eintagsfliegenlarven, Gammarus-Kind ebenfalls im Bild.

Die mehrjährig grabende Eintagsfliegenlarve Ephemera darf nicht fehlen.

Blick bachauf – Breiten- und Strömungsvarianz, Erlenallee, Aufrechter Merk, Otterbermen.

Jetzt aber schnell zu den Bussen – der Metronom nach Hamburg wartet nicht.

Zurück in Wedel, Ampel rot. – Was für eine Exkursion bei solchem Wetter! Die Regenfront hat den Horizont erreicht. Prima! Es gibt tatsächlich nennenswert Regen!

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Zum vierten Mal im April 2019 reiste ich zur TUHH – Vorlesung „Hydrobiology“. Es grünte, langsam aber sicher.

Neben Fachlichem wurden letzte Fragen zur Exkursion an die Este geklärt.

Früh am Exkursions-Sonnabend, Treppe und Fahrstuhl Bahnhof Tostedt.

Das sieht ja gut aus – ab Mittag ist eine Regenfront angesagt.

Die Busse sind auch schon da – müssen nur noch die Studenten rechtzeitig mit dem Metronom ankommen.

Es kann losgehen.

An der Vorlesung nehmen 17 Studenten aus 7 Ländern teil (nach Zahlen bzw. alphabetisch: Frankreich, Indien, Deutschland, USA, Ghana,  Kolumbien, Mexico).

Unser erster Stopp wurde inzwischen mit Leitplanken derart gesichert, dass wir ein wenig anmarschieren müssen.

Von dichtem sieht das noch willkürlicher aus.

Bewegter Sand, Blick von der Este-Überfahrt B 75, das Leichentuch des Gewässergrunds.

Aufrechter Merk (Berula erecta) engt „als Wasserbaumeister“ die überbreite Wüstenei ein und bietet so bessere Gewässerstruktur, schafft lebendige, turbulente Strömung.

Heller Kies – ein Bachforellenlaichbett aus November / Dezember ist offenbar frisch von laichenden Bachneunaugen geputzt (und genutzt) worden.

Totholz im Luftraum – gut, dass es (wenn auch nur punktuell) so weit akzeptiert wird. Wirklich wirksam wird es aber erst im Gewässer selbst.

Wir sind nach Bötersheim weiter gefahren, Landschafts- und Baum-Historie ist hier gut vermittelbar. Die verbreiterte Schneise entstand beim Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung NEL – mal unter Suche nachschlagen.

Gut lässt sich der Waldumbau von Nadelforst zu gemischtem Laubwald nachvollziehen.

Gutes Beispiel, ein durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen NEL in Grund und Ufer dynamisierter Mäander.

Teils wandern wir durch Bäume wie durch Torbögen.

Seltener Anblick: Ein natürliches Meerforellenlaichbett. Die Este hat die Steine am Mäanderprallhang aus der Moräne herauspräpariert, die Fische „verarbeiten“ sie weiter.

Alt-Erle, Zeugin der Vergangenheit. Sie tritt nicht in den Fluss, wie mal ein vorgestriger Wasserbauer behauptete, der solch Baum am liebsten mit Stamm und Wurzel entfernt hätte.

Diese Erle, als letzte ihrer Art in dieser Ansicht, zeigt vielmehr, wie schmal die Este einmal von Natur aus war. Bis eben ein Baum nach dem anderen nicht toleriert und entfernt wurde. Leicht lassen sich Hunderte von m³ bachab transportierter Mutterboden und Sand, durch unnatürlich geförderte Erosion bachab transportiert und teuer im Mühlenteich Buxtehude gebaggert, abschätzen. – Mehr zum Thema hier.

Ohne Jungwuchs … – Vergehen einer Alt-Erle.

Normal würden keimende Erlensamen wie Unkraut freie Flächen bedecken. Inzwischen gibt es Schnellere: hier einartig der „Neophyt“ Drüsiges Springkraut. Da haben andere Lichtkeimer keine Chance mehr.

Über Neophyten allgemein und speziell findet sich reichlich Information – wer sucht, der findet.

Und wieder Totholz, diesmal im Wasser. Es stabilisiert einen Steilhang – Düne auf Moräne – in einem Prallufer der Este.

Der nächtliche Regen hat eine kleine Abflussspur durch den Dünensand hinterlassen. Unten, im Wasser, lässt sich Kies erahnen, die Moräne ist gerade vom Sand zeitweise unsichtbar gemacht.

Hier, hoch über der Este, blicken wir (in den Vorjahren abgebildet) ebenfalls auf eine NEL-Ausgleich-und-Ersatzfläche. Großflächig wurde standortuntypischer dichter, dunkler Nadelforst abgeholzt. Teils wurden kleinflächig Laubhölzer gesetzt, flächig soll die Natur über die Zeit zeigen, was hier hingehört.

Wir gehen zurück Richtung Busse.

Immer mal ein kleiner Stopp – fast hätten wir Zeichen des Fischotters übersehen: Scharrhaufen aus Sand und Fuß- sowie Krallenabdrücke am anderen Ufer.

Beim nächsten Stopp – im nächsten Beitrag – werden wir die Besiedlung von holzigen und kiesigen Stellen untersuchen. Danach fahren wir gen Süden, unter anderem „auf`s Dach der Welt“.

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Kürzlich im Wildpark Eekholt – Partie Stellbrookgraben, kleiner Nebenbach zur Osterau.

Mäander – wer Augen hat, zu sehen.

Gesehen !

Das gibt eine treffliche Arbeitsaufgabe.

Ermittle alle Daten!
Miss zusätzlich die standortuntypische Sedimentdicke (Sand, Schlamm) in Dezimeter.

Wir sind auf die Ergebnisse gespannt. Je nachdem, wird mit Kies und / oder Holz restauriert.

Da freut sich der Otter, da Fische und mehr über Lebensraum für Fischfutter vervielfacht wird.

Super Sache, das!

Schöne Ostertage !

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Der vorige Artikel endete mit dem Stichwort Laubbläser. Ja, heutzutage wird vielerorts ALLES geblasen, von Blütenblättern ab Frühling über irgendwas auf Wegen, gern durch alle Rabatten alle 14 Tage durch. Feinstaub lässt grüssen! – Egal, ob Trockenes, egal, ob Nasses – bei Letzterem bräuchte es vorher einen Föhn, um das Zeug zu bewegen. Macht nix, wird trotzdem geblasen. Spitzenleistung im Herbst ist, wenn dicke Packen nasses Laub so angegangen werden, dass sie mit dem Hochleistungsbläser (it might get loud ! ! ! – und stinkt, nach Motorabgas) in Form einer Teppichrolle mühsam vorangetrieben werden. – Besen, Schaufel, Harke scheinen heute unbekannt ?!? Gern wird die Mär vom „… Laubbläser zeitlich schneller …“ wiederholt – egal, wie falsch.

Ich weiss, wer es nicht gesehen hat, wird mir nicht glauben (das geschieht alle Jahre wieder, weiss nicht, ob es ein Spezialist am Lärmgerät ist oder immer ein neu Testender).

Zurück zum Thema. Wer vom Einfamilienhaus mit großem, jahrzehnte entwickelten Garten in bunter und tonreicher Vielfalt sich zum „Down-Sizen“ entschliesst und eine Eigentumswohnung kauft, macht völlig neue Erfahrungen. Vieles findet sich inzwischen in Film, Funk und Fernsehen, ganze Sammlungen auf speziellen Internet-Seiten (Link als Beispiel). Manch überkommener Irrwitz liegt einfach an der Beschlussunfähigkeit unserer Politiker, hier: das überholte Wohnungseigentumsgesetz aus dem Jahr 1951 endlich für zukunftsfähige Entwicklungen zu bereinigen (dem nähern sich bruchstückartige Teilnovellierungen bis heute nicht im Geringsten).

Ich bin immer noch nicht beim Thema. – Neuer Versuch. Im Garten wirkt der Gärtner (der Berufsstand wird unter anderem von Reinhard Mey besungen). Es gilt also im neuen Heim, den Gärtner lebensfreundlich zu stimmen. Was hier für Privatflächen beschrieben wird, gilt mindestens genau so für städtische Bauhöfe und ihren oft überzogenen Maschineneinsatz. Gut, dass es inzwischen in etlichen Kommunen, Kreisen, Bundesländern „Belebungs-Aktivitäten“ gibt.

Seit 3 Jahren  nun gelingt es schrittweise. – Laub z.B. wird mindestens auf Teilflächen nicht mehr raus-, sondern REIN geblasen. Im Gegensatz zu vielfältigen Behauptungen bleibt es dort liegen, kompostiert. Plötzlich, spätestens Ende April, Anfang Mai ist es weg. Nicht weggeblasen. (Für alle, die derzeit wanderndes, fliegendes Laub sehen – es kommt in der Regel gerade aus den Hainbuchenhecken, die es erst jetzt beim neuen Laubaustrieb abstossen.)

Lebendige Natur arbeitet mit Bodenschutz, beschattet und hält trickreich feucht. Wir lernen ein umfassenderes Verständnis von Wasser im Umfeld (kostenloses Download eines auch für Laien gut verständlichen Buchs möglich). – Gut war der vorige, trockene Sommer. Eindeutig zu erkennen war, dass „unsere“ Büsche, die nicht nur die herbstliche Laubschicht behalten, sondern auch zusätzlich von Frühjahr bis Herbst mit Rasenschnitt gemulcht werden, die besseren Chancen haben.

Und so geht es auch mit dem ganzen Drumrum, Vögeln und anderem Getier. Die natürliche Kette des Lebens und Vergehens wirkt, Millionen Mitwirkende arbeiten, vom Bakterium und Pilz bis zum Regenwurm – und werden verarbeitet. Das Beispiel Meise in den folgenden Fotos steht stellvertretend für Amsel, Buchfink, Rotkehlchen, Zaunkönig, Heckenbraunelle und viele mehr.

Da bewegt sich doch was.

Eifrig sucht die Meise – und findet.

Ein Quadratmeter beschäftigt sie ohne Ende.

Letztes Foto, ich höre dann mal auf.

Mehr Leben im Umfeld – wie hier im Blog fortwährend für Bäche und kleine Flüsse gezeigt – ist eigentlich ganz einfach. Wir müssen uns nur Mal besinnen, Unsinniges unterlassen – da haben wir schon „die halbe Miete …“.

 

 

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Meine Rad-Tour führt mich an die Landesgrenze Schleswig-Holstein / Hamburg. Dort radele ich in Hamburg weiter durch den Klövensteen bis zur Kreuzung der Wedeler Au mit dem Klövensteenweg.

Landesgrenze, Kreuzung Babenwischenweg, Blick nach Süden in den Sandmoorweg. Vor 10 Tagen sah hier noch nicht viel nach Frühling aus.

Das ist inzwischen ganz anders. In scheinbarer Waldeinsamkeit stelle ich mein Rad ab.

Blick vom Klövensteenweg bachab, waldige Wedeler Au, Hamburg.

Blick bachauf, Natur-Idyll Wedeler Au – jedenfalls auf dem Weg dahin.

Aber einsam ist es hier nicht. Allerhand helfende Hände haben sich versammelt.

Die Stadtteilgruppe NABU Hamburg-West und viele andere mehr sind an einem der Bachaktionstage des NABU Landesverbands Hamburg aktiv. Hier im Blog wurde mehrfach berichtet.

Da wird ordentlich Kies geschaufelt und an gewünschte Stellen transportiert.

Buschwerk wird an den Bach getragen.

Gut ausgerüstet und unter fachkundiger Leitung wird das Material eingebaut.

Wichtiges Totholz gibt neue Strukturen.

Begeistert wird den Tierchen der Wedeler Au nachgeforscht.

Nicht nur der Bachflohkrebs, Start der Nahrungskette im Bach durch Schreddern von Blattfall, wird gefunden.

Bewaldeter Moränenhang, Wedeler Au mit Grundwassereintritt, Ockerfärbung durch ausgefälltes Eisen bei Sauerstoffkontakt.

Natürlich ist auch wieder für das leibliche Wohl, Essen und Trinken, gesorgt.

Auch diese bis in den Nachmittag fortgesetzte Aktion hat den Moränenbach Wedeler Au ein ganzes Stück lebendiger gemacht.

Auf der Rückfahrt blicke ich von der Brücke Sandmoorweg in die Wedeler Au. Aufgrund der geringen Winterniederschläge ist der abgesunkene Grundwasserstand aus 2018 nicht kompensiert – schon wieder fast Niedrigwasser.

Nachdem uns jahrzehntelang von Wasserversorgern die Mär vom Wasserüberschussland erzählt wurde, gilt es in Zeiten des Klimawandels schnellstens umzuschalten. Der Begriff „Blue-green Technologies“ ist in aller Munde, unser Umgang mit der Natur und unser Verhalten im bebauten Lebensumfeld müssen sich grundlegend ändern.

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Am 20. Dezember 2017 hatte ich hier über die extrem lebensunfreundliche Gewässerstruktur der Moorbek bachab der Bebauung Norderstedts berichtet. Spuren von Fischen, die so gut wie vergeblich nach Laichmöglichkeiten suchten, stellten einen makabren „Höhepunkt“ dar.

Die Moorbek kommt von Norderstedt und ist der Hauptbach der Mühlenau, die über die Pinnau der Elbe zustrebt. Bachab Norderstedt liegen, verschärfend zur schlechten Sohlstruktur, noch ein einfacher und ein doppelter Absturz, die bachauf wandernden Orgismen den Weg versperrten. Dem kann grundsätzlich abgeholfen werden.

Im Beitrag vom 10. Oktober 2018 sehen Interessierte, wie im Stadtpark Norderstedts („Moorbek-Park“) erstes Restaurieren durch den NABU mit Unterstützung von Stadt und Kreis sowie weiteren Aktiven aus der Bevölkerung stattfand.

Bereits 2017 für die bachab liegenden Abstürze besprochene und 2018 vorgesehene Verbesserungen verzögerten sich zunächst wegen Nichtbefahrbarkeit des Umfelds, dann wegen Bedenken während der Sommertrockenheit 2018. Nun veranlasste ein erheblicher Uferschaden am oberen Bauwerk den Wasserverband, dort im Rahmen der Gewässerunterhaltung für Abhilfe zu sorgen. Dies konnte genutzt werden, beide Bereiche naturnäher zu gestalten.

Der untere Teil des Doppelabsturzes – vorher.

Die erhebliche, am oberen, verfallenden Teil des Doppelabsturzes stattfindende Ufererosion führte zur Gesamtaktion.

Ein verabredeter Anruf, ich möge doch mal „zur Abnahme“ kommen, liess mich anfahren, anwandern. – Holla, das sieht ja wirklich nach was aus …

Blick bachauf – der Doppelabsturz nach Bauwerks- und Uferreparatur sowie naturnaher Beschickung mit Kies.

Mitten im Geschehen – Blick bachab.

Mitten im Geschehen – Blick bachauf.

Gesamteindruck des ehemaligen Doppelabsturzes – Blick bachab.

Bachauf des Doppelabsturzes kommt die Moorbek um eine 90-Grad-Kurve. Die galt es zu entschärfen.

Der Kies bietet – wie am Absturz – nun Möglichkeit zu standorttypischerer Eigendynamik.

Der Ausklang der scharfen Kurve, Blick bachab.

Wechselnde Wasserstände werden den Kies profilieren. An den Abstürzen werden sich (Beginn bereits zu sehen) Kolke bilden. Das ist Natur und erwünscht.

Beobachten der Entwicklung über die Zeit und ggf. Nachschütten der Folge-Rausche wird die Situation für Wanderorganismen durchgängig halten.

Das Umfeld ist ebenfalls im Blick. „Wilde Reiterfurten“ werden geschlossen, Reiten im Bach geht gar nicht!, eine offizielle Furt wird bleiben.

Fast habe ich den bachab liegenden Absturz erreicht. Hier ist die wackere Strukturierungsmannschaft noch am Werk.

Wie hier vorgesehen, blieb der Absturzkolk zum Teil erhalten. Hochwasser wird ihn dynamisch anpassen.

Der Höhenunterschied ist stufig angepasst. Das wird in den nächsten Jahren bachab ergänzt.

Letzte Kiesreste vom Transportwagen werden vom Bagger in die Böschung geschüttet.

Statt „Keep your boots muddy!“, Version 1 …

… hiess es gestern „Keep your boots wet.“, Version 2.

Die anderen sind schon auf dem Trockenen. Gemeinsam sind wir der Auffassung, dass für 2018 Vorgesehenes erfolgreich erledigt ist.

Blick bachab – wir haben 2019 noch was vor.

Auf dem Weg zum Auto – auch bachab des Doppelabsturzes werden wir 2019 den lebensfeindlichen Canyon zum lebendigen Bach gestalten.

Dank gebührt dem Wasserverband, dem NABU Norderstedt und – nicht zuletzt – den fachkundig geschulten und praktizierenden Mitarbeitern der Unterhaltungsfirma. Allen Beteiligten wünsche ich an dieser Stelle eine schöne Weihnachtszeit und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2019!

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