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Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

Sympathisch, bunt, goldrichtig“ – das Motto für den Hessentag 2018. Nein, das zog mich nicht in meine Geburtsstadt, sondern die Einladung zu einem Vortrag bei den Lions Korbach – Waldecker Land über instream-Restaurieren. Der Forellenbach ist möglich – überall, wo Grundwasser unsere Fliessgewässer speist.

Mit der Kurhessenbahn bin ich gut von Kassel-Wilhelmshöhe nach Korbach gelangt. Die Anfahrt Hamburg-KS-Wilhelmshöhe mit dem ICE ist heutzutage ja ein Klacks.

Erste Herbstzeichen – frühes Rot beim Ahorn.

Erste Herbstzeichen – leuchtendes Gelb an Esche (habe nicht näher hingesehen – glaube, es ist wohl eher eine Robinie).

Blick aus der alten Neustadt – St. Kilian steht noch, der Umgang wird restauriert.

Blick auf St. Nikolai – mein kurzer Schulrückweg vom alten Standort des Gymnasiums „Alte Landesschule“.

Aber wie bin ich da hingekommen?! Irgendwie scheint mir in Korbach gegenwärtig der Fußgänger den Baustellen gegenüber völlig nachrangig zu sein.

Baustelle DB, der Korbacher Hauptbahnhof.

Bahnsteig Hauptbahnhof – völlig frei. Kein Unterstand, kein Windschutz – und das in dieser Jahreszeit mit „gut Wind“ und im 45-Grad-Winkel treibendem Regen (habe gerade mal Glück gehabt).

Angst vorm schwarzen Mann? Alles gesperrt. – Pardon, das ist ja ein offizielles Verkehrszeichen. Über unwegsames rau-geschottertes, auf Umweg-Länge maximiertes Terrain darf der Rollkoffer malträtiert werden. Meine Güte!

Jenseits der Gleise – Bahnhofsumfeld als einzigartige Baustelle. Wenn`s mal fertig ist, wird`s bestimmt schön – hoffen wir mal.

Das alte, bunte Kleinpflaster hat offenbar ausgedient.

Es weicht „großzügiger“ Plattierung – grau – grauer …

Irgendwie will mir das Ganze nicht zum Motto des Hessentags 2018 passen – „Sympathisch, bunt, goldrichtig“. – Vielleicht verstehe ich das alles aber auch bloß nicht.

Was ich noch weniger verstehe: Angesichts der Restaurierung des Kuhbachs bachauf ist eine Öffnung der verrohrten Strecke beim Umbau der Fußgängerzone Bahnhofstraße unterblieben – eine vergebene Chance, die andernorts nach Möglichkeit genutzt wird. Schade, eigentlich!

Das Westende der Baustelle ist erreicht – beeindruckend.

Später. – Der Vortrag wurde allgemein gelobt – herzlichen Dank für das Interesse.

Mein Korbacher Schwerpunkt wird 2018 das Schulzentrum sein – nicht mehr ganz neuer Standort des Gymnasiums „Alte Landesschule“, das 50jährige Abitur-Jubiläum wird rufen.

Mal sehen, ob die Zeitplanung so liegt, dass ich auch den Hessentag 2018 noch „mitnehmen kann“. Auf jeden Fall soll die Edertalsperre nebenbei eins der Besuchsziele sein, wie auch dieses Jahr – mehr dazu in einem der nächsten Beiträge.

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Wir waren südwärts – haben die (Un)wetter (weitgehend) nachts überhört, sind dran vorbei, auf der Rückfahrt-Route um den Ostharz teils auch drin gefahren. Das Auto war gut sauber.

Beeindruckend, eine Auerochsenherde (auch Wildpferde beleben die Fläche) in offener Auenlandschaft. Wichtig aber zu beachten: geringe Viehdichte muss eingehalten werden – sonst ist das Ziel futsch.

Anschliessend Wanderung im Nationalpark Hainich.

Der Bärlauch war dieses Jahr nicht ganz so weit wie bei Planung der Reise erwartet, aber auch so ein Erlebnis.

Das alles – und noch viel mehr – steht demnächst detaillierter hier im Blog.

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Nachdem im Beitrag vom 25. April die Exkursion im Este-Einzugsgebiet beschrieben wurde, folgen hier Eindrücke der Exkursion zum Seevekanal, zur Elbe und zur Unteren Seeve.

Frühmorgens an der TU Hamburg-Harburg. Es ist immer noch April. Arktische Luftmassen halten die Nachttemperaturen im unteren einstelligen Bereich.

Vor TU-Gebäuden blüht unter anderem die Heimische Traubenkirsche, haushoch. Die werden wir als Auwaldpflanze auch an Seevekanal, Elbe und Seeve sehen.

„Seevekanal“ (Kies- und Totholz-Einbau) hat etliche Beiträge im Blog – einfach mal über „Suche“ einsteigen. – Schnelle Kiesbeprobung durch kick-sampling.

Platte Eintagsfliegenlarve, Indikator für die durch Kies- und Holzeinbringen provozierte Gewässerturbulenz. Vielfalt ist so simpel zu erreichen – man muss nur mal statt Dauerreden handeln.

Blick von der Geestkante über die Marsch (Richtung BAB 1). Hier im Windschatten bei Sonne …

Wir sind zur Seevemündung in die Elbe weiter gefahren. Auf dem Deich zieht ein kaltes Lüftchen. Schwarze Wolken zeigen eine heftige Front.

Kleine Strömungsstudie an Elbe-Buhne. Es war gerade Tidehochwasser, (menschengemachte) 3,60 m wird sich der Wasserspiegel bis zum Tideniedrigwasser nun senken.

Winzige Reste des einst mächtigen Süßwasser-Tide-Auwalds lassen frühere Dreidimensionalität erahnen.

Blick in lückigen Auwald-Restbestand.

Zeugin der Vergangenheit – was für eine gefurchte Rinde! Zeit, Historie achten wir in unserer Hektik viel zu wenig.

Kleiner Stopp, kleine Farbstudie – über den Seevedeich geht es landeinwärts.

Was ist da auf ungedüngten Seeve-Marschwiesen zu sehen – kleine Knubbels?! Schnell kurz den Deich runterklettern.

Ah, Schachblumen! – Dies ist ein Gruß aus der Hetlinger Marsch. Ich berichtete z.B. am 14. und 20. April darüber (über die Kalenderfunktion schnell anzusteuern).

Eifrige Deichpfleger – die Studenten waren erstaunt, wir haben aber nicht fotografiert. Daher als Ersatz Deichschafe und Lämmer vom Nordufer der Elbe, SH.

Es geht weiter. Beispiele unserer unsäglichen Agrar-Subvention, Düngen und Pestizidieren bis an die Gewässerkante, Maisacker auf Flächen für Dauergrünland. Armer zwangsveranlagter Steuerzahler …

Ein Fasanenhahn leuchtet bunt in der Sonne.

Wir sind auf den Beobachtungsturm am Junkernfeldsee, tiefer Baggersee mit meist steilen Ufern, gestiegen – WasserpflanzenSalat leuchtet durch klares Wasser.

Nochmal das Blässhuhn – mit Blässhuhn-Wellen.

Da die Erläuterungstafeln neben vielen anderen Wasservögeln Schwäne zeigen und meine Studenten danach fragten: hier Schwäne vom Wedeler Au-Mühlenteich – abends nach der Exkursion nach Genuss guten Essens aufgenommen.

Nein, die wollten uns nichts tun, sind – wie die Enten – völlig domestiziert. Wer die Vögel liebt, sollte sie NICHT füttern.

Bitte füttern Sie nicht die Wasservögel (Tauben auch nicht)!

Zurück zur Seeve, NSG Untere Seeveniederung – IM Naturschutzgebiet weitere Beispiele unserer Agrar-Schande. Keine Einforderung des seit 1989 gesetzlich geschützten mindestens 5 m-Randstreifens am Gewässer.

Meine Studenten aus 15 Ländern bekommen einen schlechten – den leider realen – Eindruck vom Umgang Deutschlands mit dem Steuerzahler – milliardenschwerere Agrar-Subvention ohne gesellschaftspolitische Mindestnormen. Und wenn es sie gibt, werden sie nicht eingefordert. – Es leuchten die Goldenen Kälber, Agrar und Kfz-Verkehr.

Immer noch im Naturschutzgebiet … – wir wundern uns, dass die EU Deutschland mit Strafe bedroht (angesichts Nicht-Einhaltens – Deutschland-mitinduzierter – Gesetze)?

Wir sind am Fischpass Maschen angekommen. Durch Sohlerosion der Seeve ist der Einstieg für fast alle Organismen unmöglich geworden. Leider ergreift niemand die – mehrfach angeregte – simple Möglichkeit, sie Sohle bachab durch zwei große Kieslaichbänke anzuheben und den Einstieg zu ermöglichen.

Statt dessen setzt man seit Jahren auf „die große Lösung“ – was immer das an Alternativen sein könnte … Zwischenzeitige Verbesserung ist wohl zu einfach – da lassen wir`s lieber ganz.

Und wer schnitzte an diesem Weidenast, im Bereich des Fischpasses liegend? – Zahnspuren! Später dazu mehr.

Beispiel zwischenzeitiger Verbesserung: In den 1980ern wurden die fehlgeplanten „Ruhebecken“ = Wirkung Sandfang durch Seiteneinengung verändert. Seitdem fliesst turbulentes Wasser, der Fischpass selbst ist durchgängig. Mehr als das: Die breiten Sandeinöden haben einer vielfältigen Wasser- und Sumpfpflanzenflora Raum gegeben.

Wir gehen Seeve-abwärts, mal gucken, was in Geröll-Einengungen so lebt.

Zuerst sehen wir eine unschöne Zeugin der Vergangenheit, künstlicher Abfall, der einst als wichtiger Bauteil eines Brückenfundaments gedacht war – Kunst-Vlies, vom Bach freigelegt. Das ist immer so, kann man wissen, auf den Einsatz verzichten.

Hydraulischer Abriss unter einer noch nicht ersetzten Fußgänger-/Radfahrer-Brücke, Hindernis für schwache Wanderer im Bach: wie beim Fischpass-Auslauf wäre dies leicht durch Kies-Geröll-Laichbetten bachab zu ändern.

So, da ist nun endlich einer von drei Geröllströmungslenkern, den wir beproben wollen. Standorttypische Wasserpflanzen haben gut Halt gefunden.

Es wimmelt – Flohkrebse, platte Eintagsfliegenlarven, Egel.

Auch runde Eintagsfliegenlarven leben hier.

Die runden Eintagsfliegenlarven bevorzugen die Wasserpflanzen. Das dunkle Tier wird bald als erwachsenes Insekt im Ufergebüsch seine Flügel aufpumpen und anschliessend zum Hochzeitsflug starten.

Eine junge Köcherfliegenlarve. Sie hat für den Hausbau offenbar keine geeigneten Totholzstöckchen gefunden, nahm was da war – Pflanzenteilchen.

Keine Tannennadeln – zwei kleine, feine Köcherfliegenlarven in Feinsedimentköchern.

Flohkrebse und platte Eintagsfliegenlarve, im Detail.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Seeve hier seit den 1980ern beprobt wird. Volkshochschulkurse Hamburgs und der VHS Landkreis Harburg, Intensivkurs-Teilnehmer aus wasserbezogenen Berufen, angehende Umwelttechniker, Studenten der TU Hamburg-Harburg und viele Gruppen mehr haben die Entwicklung bzw. den jeweiligen Zustand der Seeve bachab der Einleitung gereinigten Abwassers aus dem Klärwerk Untere Seeve kennen gelernt. Während anfangs noch die typische Abfolge der Gewässerindikatororganismen von schlechter in Richtung guter Wasserqualität über etliche Zehner Meter verfolgt werden konnte, zeigen die Tierchen seit einigen Jahren den stets fortentwickelten, hohen Stand der Abwasserreinigung im Klärwerk Untere Seeve. Solch Leistung kann in Führungen und Fortbildungen studiert und übernommen werden – meisterlich.

Wir sind weitergefahren, zu unserem letzten Punkt. Naturnaher, wenn auch rechts nur einreihig geduldeter Baumsaum, die Turbulenz im Vordergrund ist durch eine Lenkbuhne angeregt.

Wer mehr dazu wissen möchte, gibt bei „Suche“ das Wort „Lenkbuhne“ ein.

Hier – hätte auch an anderen Stellen bei der Schnellbeprobung geschehen können – sehen wir einen schwarzen Strudelwurm, die „Öhrchen“ aufgestellt – wie die übrigen Tiere ein Anzeiger guter Wasserqualität.

Auch eine Steinfliege sehen wir. – Bei intensiverer Beprobung habe ich schon bis zu 5 für mich Halb-Laien optisch unterscheidbare Arten gefunden.

Die nackte, scheinbar hauslose Köcherfliegenlarve Hydropsyche darf nicht fehlen.

Und da sind sie wieder – Dank ihrer Krallen können sich die hydraulisch starken platten Eintagsfliegenlarven auch an der Probenschale gut festkrallen, müssen geradezu zwanghaft ihrem Zuhause zurück gegeben werden.

Leider wird dieser wertvolle Lebensraum auch an dieser Stelle von falsch subventionierter Landwirtschaft rechtswidrig bedrängt. Agrar-Lobby schlägt Umweltschutz, so ist das nun seit Jahrzehnten in Deutschland.

Zum Schluss komme ich auf die Frage zum angenagten Weidenzweig neben dem Fischpass Maschen zurück. Hier hat jemand, der zwischen Wasser und Land wechselt, sogar die Rinde der Bäume im Winter angenagt.

Einiges weiter finden Findige mit gutem Blick das versteckte Heim des Seeve-Bibers. (Dass der einen so offensichtlichen landseitigen Zugang zu seiner Burg hat, wundert uns.)
Aber die Zeichen ringsum sind eindeutig.

Als wir im Auto sitzen prasselt ein stürmischer Hagelschauer aus finsterer Wolke herunter. So schnell er kam, so schnell scheint die Sonne wieder. Immerhin hat dieser April sein Regensoll geschafft – es wurde angesichts der Entwicklung in den vergangenen Jahren schon gemunkelt, der April entwickele sich zum Steppen-/Wüsten-Monat. – Wir sind gespannt auf`s nächste Jahr.

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Früh morgens geht`s los zur Exkursion der Vorlesung „Hydrobiology“ an der TU Hamburg-Harburg. Das Wetter sieht vielfältig, vielversprechend aus – Mal sehen, ob auch Vielfalt in den Gewässern herrscht.

Ein buntes Völkchen aus aller Welt ist am Bahnhof Tostedt angekommen. 24 Studenten aus 15 Ländern – für sie gibt es heute Neues zu sehen.

„Den Spiegel brechen“ ist ein wichtiger Begriff, wenn aus öden Sandwüsten – auch wenn`s drumrum vielleicht schön grün aussieht – lebendige Bäche werden sollen.

Und so kann das beispielsweise im Detail aussehen. Wo vorher kaum Organismen auf 100 m² lebten, sind jetzt an die 10.000 auf EINEM m² zu finden.

Standorttypische, gesunde Bachoberläufe weisen  eine geradezu unvorstellbare Produktionskraft bei Arten- und Individuenvielfalt auf.

Turbulenz auf Kiessohle – die hellen, von Algen befreiten Stellen lassen ahnen, dass hier die Bachneunaugen zu laichen begonnen haben.

Erhöhte Strukturvielfalt mit der Schwarzerle am Ufer und Gewässerpflanzen in der Sohle. Flache und tiefe Stellen wechseln sich durch wieder erzeugte, hohe Strömungsvielfalt ab.

In Minibussen und Pkw geht`s weiter.

Die Historie der Eiszeitlandschaft, Moränen, Dünen, übernutzte Heide, arme (und reiche) Menschen, Waldentwicklung, heutige Zeit seit Erfindung des Kunstdüngers werden vermittelt.

Durch selektive Nutzung von Einzelbäumen wird der früher dunkle Nadelwald lichter, Heidelbeeren bedecken den Boden, Laubbäume folgen.

Eine Alt-Erle als Zeugin der Vergangenheit zeigt den früher schmalen Bach. Durch vielerlei menschengemachte Gründe ist diese, die Gewässerturbulenz erhaltende Breite einer Überbreite, vor dem Baum sichtbar, gewichen. – Es handelt sich um ein Schadbild, keine „schöne Bucht“.

Das Drüsige Springkraut, ein alles überwuchernder Neophyt, hat sich auch in der Este teils flächenhaft ausgebreitet.

Da das Drüsige Springkraut so gut springen kann, ist es auch im Wald zu finden – wenn es dort nicht vielleicht durch Imker gesät worden ist.

Noch sehen wir heimische Frühblüher wie das Wechselblättrige Milzkraut.

Auch Sauerklee blüht auf moosigem Moränenwaldboden.

Zur besseren Gewässerentwicklung sind am Ufer der Este einst angelegte Nadelholzforsten entweder inzwischen abgeholzt worden, oder es ist, wie aktuell hier, zumindest ein Randstreifen frei geschlagen, damit heimische Laubbäume wachsen können.

Hier ist – Wechsel links nach rechts – der Weg vom dunklen Nadelforst zum standorttypischen Auwald (im Hintergrund bereits ausgeprägt) vorstellbar.

Kolk-Rauschen-Abfolge, entwickelt durch die Este selbst, eingeleitet durch wiederholt aufgefüllte Kies-Depots am rechten Ufer (vorn, ausserhalb des Fotos). Laichende Meerforellen gestalten die vielfältige Morphologie aktiv mit.

Meerforellenlaichbett-Morphologie von rechts nach links: Laichkolk, bachab Kieshügel mit den Eiern / dottersacktragenden Jungfischen drin, die anschliessend herauskommen und sich verstecken.

Bachflohkrebse, runde und strömungsstarke, flache Eintagsfliegenlarven diverser Altersstufen sind in großer Zahl – in geringerer Zahl auch Steinfliegen – angesichts der entstandenen Kleinlebensraumvielfalt anzutreffen.

Wermutstropfen an beispielhafter Vorführstrecke: frühere Großfischunterstände am unterspülten Waldufer sind durch Großsteinschüttung vernichtet. SO, ohne die Verstecke, wird die weitere Nutzung der hervorragenden Laichbettstruktur künftig in Frage gestellt. – Fortbildung tut Not!

Lernende Gewässerunterhaltung – wo der Abfluss nicht beeinträchtigt wird, kann Totholz liegen gelassen und in seiner Wirkung beobachtet werden. Der Bachlebensraum gewinnt ganz erheblich.

Wir sind zum „top of the world“ gefahren, Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. – Oha, ein Hagelsturmschauer zieht gewaltig vorbei. Wir warten in den Fahrzeugen.

Typisch April – die Front ist über uns hinweggejagt. Wir können vom Hügel aus die beiden Großeinzugsgebiete sowie die exzessive, ohne Boden und Wasser schützende Rahmenbedingungen versehene, hoch subventionierte Landnutzung studieren.

Agrarlandschaft, fehlsubventioniert: Randstreifen- und damit Lebensraumvernichtung, Erosion leichter Böden durch Mais ohne Untersaat und vieles mehr.

Die Busse warten, weiter geht`s.

Este oberhalb der Brücke B 3: Sturmwind aus West bläst gegen den Wasserabfluss Wellen auf.

Der nächste Schauer – wir konzentrieren uns, unter der Brücke geschützt, auf Gewässerstruktur und -leben.

Wellenansicht unter der Brücke – nicht durch Wind, sondern rau hergestellte Gewässerkiessohle provoziert.

Und schon scheint nach Durchgang des Regensturms wieder die Sonne – wir tauchen auf.

Maigrün mitten im April – die Exkursion hat allen gefallen. Der Metronom nimmt die Teilnehmer am Bahnhof Tostedt mit, zurück nach Harburg.

 

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Zum 7. Hamburger Umweltstiftungs-FORUM trafen sich 14 Stiftungen, um sich über Aufgaben, Ziele, Arbeitsschwerpunkte und Zusammenarbeit auszutauschen. Die Veranstaltung fand auf Einladung der Buhck-Stiftung und der Edmund Siemers-Stiftung im Hanna Reemtsma Haus, Rissen, statt. Ort, Ausstattung und Umgebung begeisterten.

Themenschwerpunkt waren Bäche und kleine Flüsse, die 80 % unserer Fliessstrecken ausmachen, gleichwohl immer noch nicht die nötige Aufmerksamkeit für notwendige Verbesserungschritte erhalten. Barbara Engelschall trug im zweiten Vortrag über den Regionalpark Wedeler Au vor, in dem ebenfalls anhand der Gewässerachse Düpenau – Mühlenau – Pinnau der Gewässerlebensraum einschliesslich seiner Erlebbarkeit über Wander- und Radrouten verbessert werden soll.

Zum Abschluss fand eine Begehung einer vom NABU Hamburg-West restaurierten Strecke der Wedeler Au statt.

Die Wedeler Au bachab der Zufahrt zum Hanna Reemtsma Haus zu Beginn der Veranstaltung. Aus dem überbreiten Kanal (vorn noch wahrnehmbar) ist mit Kies, Geröll und Totholz wieder ein sich windender Bach entstanden.

Abendlicher Aspekt der Wedeler Au mit neu geschaffener Turbulenz. Der Bach ist wieder als Lebensraum verbessert und über Auge und Ohr erlebbar.

Weitere Impressionen finden sich hier.

Das nächste Umweltstiftungs-FORUM wird im Herbst stattfinden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich auf den Duvenstedter Brook.

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Alles auf Grün, es kann losgehen!

Alles auf Grün, es kann losgehen!

Allen Leserinnen und Lesern meines Blogs wünsche ich mit dem Roland, Wedel, ein interessantes, gesundes 2017 ! (Der Richtungspfeil ist nur einer von vielen – möge das Wahljahr vor Abgabe der Wahlzettel die Gedanken erleuchten.)

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Wasser braucht das Land! Bei Regen startet unsere Exkursion entlang der Alb in Karlsruhe. - Was für ein Startpunkt, Symbol für sauberes Wasser ...

Wasser braucht das Land! Bei Regen startet unsere Exkursion entlang der Alb in Karlsruhe. – Was für ein Startpunkt, Symbol für sauberes Wasser …

Schon interessant, was uns die örtlich Fachkundigen erzählen. Diese Parkstrecke in Karlsruhe ist ein innerstädtisches FFH-Gebiet.

Schon interessant, was uns die örtlich Fachkundigen erzählen. Diese Parkstrecke in Karlsruhe ist ein innerstädtisches FFH-Gebiet.

Restaurierungen, wohl überlegt, baut man hier bis an die Mittelwasserlinie - so auch Infrastruktur. Der Regen hat die Alb auf über Mittelwasser ansteigen lassen.

Restaurierungen, wohl überlegt, baut man hier bis an die Mittelwasserlinie – so auch Infrastruktur. Der Regen hat die Alb auf über Mittelwasser ansteigen lassen.

Diese Buhne allerdings ist höher angelegt, daher noch nicht überströmt.

Diese Buhne allerdings ist höher angelegt, daher noch nicht überströmt.

Wie gut, dass eine Erle das Ufer sichert und das Ufer steinreich ist. - Da mit der Strömung ausgerichtet, wird bei höheren Wasserständen überschiessendes Wasser voll in die Böschung gehen.

Wie gut, dass eine Erle das Ufer sichert und das Ufer steinreich ist. – Da mit der Strömung ausgerichtet, wird bei höheren Wasserständen überschiessendes Wasser voll in die Böschung gehen.

Da in vielen Veröffentlichungen, ja auch Fachbüchern, oft genug nur die Einbauten, leider aber nicht Rahmenbedingungen hinreichend dargestellt werden, würde solch Einbau wie hier in Gegenden mit „weicheren“ Böden und womöglich ohne standorttypischen Gehölzsaum eine massive Ufererosion provozieren. – Wo „geht“ so etwas in meist intensiv genutzter Landschaft? Wer zahlt die Ausbaggerung in Gang gesetzter Bodenbestandteile bei ihrer Ablagerung andernorts? – Wie gesagt, bei Karlsruher Randbedingungen kein Problem.

Große Steine, inzwischen alle überströmt, beleben das Strömungsbild.

Große Steine, inzwischen alle überströmt, beleben das Strömungsbild.

Löcher in der Park- / Au- / FHH-Wiese - wohl von Hunden auf Wühlmaus- oder Maulwurfsuche verursacht. Wildschweine sollen es hierher noch nicht geschafft haben. (Kommt mit Sicherheit noch.)

Löcher in der Park- / Au- / FHH-Wiese – wohl von Hunden auf Wühlmaus- oder Maulwurfsuche verursacht. Wildschweine sollen es hierher noch nicht geschafft haben. (Kommt mit Sicherheit noch.)

Am anderen Ufer ein Erosionshang, Zeichen hohen Besucher- und Nutzungsdrucks.

Am anderen Ufer ein Erosionshang, Zeichen hohen Besucher- und Nutzungsdrucks.

Auf dem Rückweg sehen wir noch drei Kolkraben, die einen großen Greif so hartnäckig ärgern, dass er aus den Auwaldbäumen abfliegt.

Auf dem Rückweg sehen wir noch drei Kolkraben, die einen großen Greif so hartnäckig ärgern, dass er aus den Auwaldbäumen abfliegt.

Zeichen unserer Zeit - die Brücke sieht neu genug aus, das zu tragen.

Zeichen unserer Zeit – die Brücke sieht neu genug aus, das zu tragen.

Nach getaner Arbeit und Mittagessen haben wir Gelegenheit, in der Versuchshalle Aufbauten für hydraulisch-ökologische Untersuchungen anzusehen. Wir sind auf die Veröffentlichung gespannt, wie sich die Fische im Versuchsgerinne verhalten haben - angesichts dessen Sterilität sicher nicht gewässerkonform, oder?

Nach getaner Arbeit und Mittagessen haben wir Gelegenheit, in der Versuchshalle Aufbauten für hydraulisch-ökologische Untersuchungen anzusehen. Wir sind auf die Veröffentlichung gespannt, wie sich die Fische im Versuchsgerinne verhalten haben – angesichts dessen Sterilität sicher nicht gewässerkonform, oder?

Ab geht`s mit dem Zug, pünktlich gen Norden.

Ab geht`s mit dem Zug, pünktlich gen Norden.

Bevor wir allerdings Mannheim erreichen, zwingt uns ein "Personenschaden im Gleis", zurückzufahren und unplanmäßig den Bahnhof Bruchsal als zeitweiligen Standplatz kennenzulernen.

Bevor wir allerdings Mannheim erreichen, zwingt uns ein „Personenschaden im Gleis“, zurückzufahren und unplanmäßig den Bahnhof Bruchsal als zeitweiligen Standplatz kennenzulernen.

Die Fahrt geht dann bald weiter, nordwärts, und ich lande glücklich in Hamburg, habe eine gute Weiterfahrt. – Bei dieser Fahrt habe ich mich über Hin- und Rückfahrt an jeweils ca. 90 Minuten Verspätung gewöhnt. Schnell tags drauf die Formulare ausgefüllt, kleine Entschädigung folgt. Danke, Bahn (der Service ist ok)!

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