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Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen um die Bedeutung standorttypischer Bäume bis hin zum Auwald entlang gesunder Bäche und Flüsse. Es ist nicht nur schwer, auf diesem Weg voran zu kommen. Auch wo beispielhafte, gleichwohl zu verbessernde Auwälder (noch) vorhanden sind, sind weitere Verbesserungen, aber auch der Kampf um den Erhalt des Vorhandenen nicht leicht. Ein Beispiel dafür ist der Leipziger Auwald.

Nun hat der Leipziger Auwald obergerichtliche Unterstützung erfahren. Und das Gericht hat weiteres Grundsätzliches in Sachen Recht- und Gesellschaftspolitik schriftlich fixiert (zitat aus dem vorstehenden Link): „… Die Leipziger “Behörde habe den Plan oder das Projekt ohne eine Abweichungsent­scheidung zugelassen oder durchgeführt und damit Mitwirkungsrechte unterlaufen… Diese Betrachtung verlagert das Beteiligungsrecht der Naturschutzverbände in ein … Rechtsschutzverfahren und entspricht nicht dem Erfordernis einer frühzeitigen Beteili­gung der Naturschutzverbände”. …“

Das freut nicht zuletzt auch den aus Film, Funk und Fernsehen bekannten Waldfachmann Peter Wohlleben.

Lichter Schatten prägt aufgrund altersgestaffelter Vegetation Baumsaum- und Auwald-begleitete Fliessgewässer.

Möge es nützen!

19. Juni 2020, Nachtrag auf der NuKLA-Homepage.

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Eigentlich wollten wir die verbliebenen Stecken für Treibselsammler an der ländlichen Mühlenau nutzen. Vandalismus zerstörte den Testsammler dort aber so, dass wir sie lieber an der städtischen Mühlenau einsetzten. – Da der Wille zu „Hölzchen & Stöckchen“ ungebrochen ist, wird der herbstliche Schnitt in Garten und Landschaft hinreichend Gelegenheit geben, geeignetere Stellen an der ländlichen Mühlenau damit zu verbessern.

Nun also Mühlenau, Pinneberg – einen ersten Eindruck von vor Ort habe ich bereits mit dem „Störtebeker“-Beitrag geliefert.

Die Umleitung gilt nun umgekehrt, vgl. Beitrag vom 14. Mai – die obere Brücke ist restauriert, „unsere“ für Treibselsammler genutzte ist jetzt dran.

Blick bachauf – dort soll es geschehen. Das Wasser ist klar, der bewegte Sand (hier im Foto nicht) sichtbar.

Bei guten Arbeitsbedingungen ist der erste Sammler schnell fertig – allerdings kürzer als vorgesehen, da unsichtbare Hindernisse weiteren Holzeinsatz stoppen.

Holztransport – wir entscheiden, versetzt gegenüber einen weiteren Sammler zu setzen.

Die grobe Richtung stimmt.

Feinarbeit am Ufer – die gegen Umläufigkeit dicht gestellten Hölzer werden so tief gerammt, dass keine Stolperfalle entsteht.

Alle Hölzer zur Wasserseite werden auf Mittelwasser-Niveau gebracht.

Fertig! – Wo sind sie denn?!?

Da sind sie ja!

Die weitere Entwicklung durch Bach-Dynamik wird zu gegebener Zeit hier im Blog vorgestellt.

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In den „Kies-Jahren Mühlenau“ tauchte gelegentlich der Begriff „Treibselsammler aus Holz“ auf. Anderswo wurden die realisiert, hier noch nicht.

Nach Knickpflege vor einigen Jahren entlang eines Grundstücks des NABU Pinneberg war eine gute Zahl Stecken gelagert worden. Die kamen nun nach und nach zum Einsatz.

Wohl dem, der solch von Art, Länge und Zuschnitt sehr gut vorbereitetes Material hat (Foto: WW) – da braucht man nur noch „wegarbeiten“! Dank geht an die Aktiven im NABU Pinneberg!

Wir entlasten das Ufer von übermäßiger Erosion, die Treibselsammler legen bewegten Sand in der Sohle fest und bauen neues Ufer auf.
Wenn anderes Treibgut kommt, baut das um die „Hölzchen und Stöckchen“ einen dreidimensionalen Lebensraum auf. Damit alles seine Richtigkeit hat, werden gegen Umläufigkeit Stecken dicht an dicht in die Böschung geklopft, bündig mit dem Boden abschliessend, damit keine Stolperfalle entsteht. Die wasserseitigen Stecken werden auf Mittelwasserhöhe runter
geklopft.

Aber erstmal müssen wir die Situation klären – Bauarbeiten an der Mühlenaubrücke Rehmen – Regioklinik Pinneberg.

Das macht eigentlich nix (die Brücke „brauchen wir nicht“), aber das Wasser sieht hier angetrübt aus. – Gucken wir also erstmal an der Querung bachab.

So ein Auwald-ähnlicher Bewuchs im Frühling – ein Genuss!

Bis hier könnten wir sogar direkt anfahren und kurzzeitig parken.

Gute Aussichten – auf schlechte Gewässersohle, bewegter Sand.

Dort ins Ufer werden wir den Treibselsammler einbinden.

Bachab der Brücke erodiert das Ufer stark Richtung Wanderweg – das werden wir zu stoppen versuchen.

Wir nutzen also die Umleitung. (Die Stelle an der oberen Brücke läuft uns ja nicht weg.)

Schnell sind gut 30 Hölzchen gesteckt – dicht am und ins Ufer, weiter auseinander Richtung Bachmitte.

Die Mühlenau läuft mit etwas über Niedrigwasserabfluss. Wie üblich richten wir die Sammlerhöhe wasserseitig auf Mittelwasser aus.

So sieht sich das vom Auwald aus an.

Der erste Sammler ist fertig.

Im Detail.

Auf zu neuen Taten.

Ja, auch bachab der Brücke „lohnt es sich“.

Hier, gut entfernt von der Brücke, soll es weiter gehen.

Schnell sind auch hier gut 30 Hölzer gesteckt und profiliert.

Das andere Ufer liegt verletzlich da – wir setzen einen kurzen Sammler.

Nebenbei lernen wir ein Bisschen über Flößerei im Kleinen.

Das Ufer und der Übergang HW – MW – NW sind gesichert.

Fertig.

Rückwärts verlassen wir den Ort des Geschehens.

Die ländliche Mühlenau wartet ebenfalls auf Treibselsammler an geeigneter Stelle. [Nachtrag 20. Mai: Und das bleibt auch erstmal so (die ländliche Mühlenau wartet weiter), nachdem ein Test-Treibselsammler systematisch von Vandalen zerstört wurde. Es wird sich ein geeigneter Platz finden – wir nutzen die restlich vorhandenen Stecken für die städtische Mühlenau, Pinneberg.]

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HuSt, und das in diesen, unseren Zeiten? – Keine Angst, gemeint sind die bei Leserinnen und Lesern dieses Blogs hinlänglich bekannten „Hölzchen und Stöckchen“ zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in Bächen und kleinen Flüssen (vgl. Auswahlstichwort rechts im Blog unter „Kategorien“).

Im Grenzbereich zwischen Elmshorn und Kölln-Reisiek macht die Krückau, überbreit, eine scharfe Rechtskurve. Dort hat sie extrem erodiert und Massen von Boden ins Gewässer eingetragen. Das finden der Grundstückseigentümer, der Flächennutzer und der Wasserverband nicht gut. Aus Sicht des Gewässerschutzes ist der Boden in der Krückau ebenfalls nicht willkommen.

So steht jetzt die Idee, mit einem auf 4 Punkte (Lenkbuhnen) aufgeteilten Lkw (25 t Kies) die Kurve zu entschärfen. Das wird bei günstiger Gelegenheit später in diesem Jahr erfolgen.

Um auch die kanalartig folgende, überbreite Strecke zu verbessern, wollen wir einen Test mit Treibselsammler („HuSt“) durchführen. Tidebereich: das ist neu für uns – wird das funktionieren?

Das Umfeld wechselt seinen Anblick, es gehört zum Überschwemmungsgebiet der Krückau im Tidebereich.

Am 31. Januar 2020 sah das Gelände hier noch so aus. Die Krückau fliesst mittig am Horizont zu und von dort direkt nach links ab. Frühjahrshochwasser 2020.

Das Hochwasser verschwand nach Ende von drei bemerkenswerten Niederschlagsperioden Mitte März (man wundert sich heute angesichts herrschender Trockenheit …).

Sowohl hier als auch an den Pinnauwiesen konnte einmal mehr zur Kenntnis genommen werden, wie wichtig solche Freiflächen sind – Städte wie Elmshorn und Pinneberg würden sonst schlicht „absaufen“. Für statistisch anstehende noch höhere Niederschlagsereignisse wäre es sinnvoll, überall im bebauten Raum – von der Quelle bis zur Mündung – Versickerung und Rückhalt zu verbessern (Stichworte z. B. Entsiegelung, Freihalten von Freiflächen, Muldenversickerung, Sohlaufhöhung übertiefer Entwässerungsgräben und vieles andere mehr – das Wissen ist vorhanden).

So stellt sich die Wiese gestern dar. Sie ist vom Flächennutzer vorbereitet für die Wachstumssaison, wir können die Krückau trockenen Fußes erreichen.

Wir gehen im Corona-Trott (1+1, Abstand!).

Blick in die Krückau – oha! Wie bei solcherlei im Profil zerstörten Bächen bewegt sich „Erosionssand satt“ auf der Gewässersohle – das Leichentuch des Forellenbachs.

Abhilfe ist nötig und möglich!

Dies ist, bachab, die zweite Hälfte der Erosionskurve (wartet auf die 4 Lenkbuhnen aus Kies), dahinter die Gerade für unseren HuSt-Test.

Wir testen die Arbeitssituation – „rein“ vom steilen Uferabbruch, der Grund ist sandig-schlammig, standfest.

Eine Woche vorher waren wir bei Tidehochwasser hier. Das Foto lässt erahnen, wie die Arbeitsbedingungen wohl bei plus 1,2 m gewesen wären. Nach einmal auf die Krückau gucken hatten wir das Gelände verlassen. – Jetzt, bei Tideniedrigwasser, haben wir beste Arbeitsvoraussetzungen.

Die Haselstecken, zwischen 1,20 und 1,60 lang, werden per Hand in den weichen Boden gedrückt und dann mit einem 5 kg-Vorschlaghammer auf Endhöhe gerammt.

Die Wasserseite ist fertig.

Blick bachauf – alles fertig, zum Ufer hin lassen wir die Hölzer bis in Uferhöhe stehen. Je nach Situation der Örtlichkeit kann so neben Uferschutz auch neues Ufer entstehen.

Innerhalb einer halben Stunde sind 33 Haselstecken zu einem Treibselsammler geworden.

„33 ? – seh ich nicht auf den Fotos!“ – Das liegt daran, dass 10-15 dicht an dicht in den Uferbereich geklopft wurden, um ein Umströmen auszuschliessen.

Blick bachab.

Blick bachab aus Entfernung – der Treibselsammler ist kaum wahrnehmbar, optimal.

Da die Arbeit so gut von der Hand ging, gucken wir uns noch einen Teil des Krückauparks (keine Fotos, ein schöner naturnaher Park mit reichlich Möglichkeiten, den Gewässerlebensraum zu verbessern) und das Umfeld der früheren Wassermühle Piening an.

Wassermühle Piening – ein Beispiel des steten Wandels in der Zeit.

Flach fliesst die Krückau angesichts geringer Wasserführung bei Tideniedrigwasser durch die drei Durchlässe der ehemaligen Wassermühle. Die Durchwanderbarkeit für Gewässerorganismen ist fast über den ganzen Tag gegeben.

Überbreit und strukturlos fliesst die Krückau weiter Richtung Hafen Elmshorn, danach durch die Marsch Richtung Elbe.

Bachauf sieht es nicht anders aus – alles verbesserungsfähig. Nicht unerwähnt bleiben soll eine beeindruckend blühende alte Eiche gleich neben der Brücke – möge dieser Baum mit möglichst vielen ähnlich ortsprägenden noch Jahrzehnte erhalten bleiben!

Die blühende alte Eiche an der Krückau.

Wir werden unseren neuen Treibselsammler in seiner Wirkung beobachten, gelegentlich den Kies als Strömungslenkung und Lebensraumverbesserung in der scharfen Kurve, s.o., einbringen.

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Erster Vortrag 2020 – Barmstedt, Krückau-Einzugsgebiet.

Das war gestern Abend. Herzlichen Dank den gut 50 Interessierten für spezielle Hinweise, Kontaktaufnahme und informative Diskussion! – Bessere Bäche und kleine Flüsse? Wir schaffen das.

Der Inhalt des Vortrags ist – ohne lokale Besonderheiten, die jeweils nach Vortragsort wechseln – veröffentlicht und hier nachzulesen.

Wer den Vortrag (noch) einmal hören und sehen möchte, hat im Februar die Möglichkeit dazu:

Interessierte sind herzlich willkommen.

Wer kein Exemplar der ausgelegten Broschüre „Bessere Bäche – Praxistipps – Bereits geringer Aufwand bringt große Erfolge für den Lebensraum“ abbekommen hat, kann den Inhalt online ansehen, ggf. die pdf-Datei herunterladen.

Nach der gestrigen Veranstaltung wies mich Gerd Janssen auf eine Arbeit zu Meerforellen Schleswig-Holsteins aus dem Jahr 1974 hin. Darin hat Claus Gehlhaar die früher reiche ökologische Situation und Produktion hiesiger Bäche und kleiner Flüsse dargestellt. Das Wissen um deren vom Menschen zwischenzeitig zerstörten Reichtum sollte Grundlage und Ziel unseres Handelns bestimmen.

Dieses Wissen darf nicht in Vergessenheit geraten. Es baut auch falschen Einstufungen vor, die durch bloßen Besuch und Fehlinterpretationen der heutigen Wüsteneien ansonsten allzu leicht entstehen.

In diesem Sinn wünsche ich allen Freundinnen und Freunden unserer Bäche und kleinen (auch der großen) Flüsse gutes Gelingen im Jahr 2020.

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Wir parken südlich, nicht weit vom Schloss Ludwigslust.

Auf dem Weg Richtung Schloss – jede Menge neue Bäume.

Überlauf Bassin – „die Kaskaden“, im Hintergrund die Alte Wache.

Das Schloss – wir erleben den sich leerenden Vorplatz als Rennpiste – hoppel, hoppel, holterdipolter.

Als Potentat ist es immer gut, wenn man die Kirche im Blick hat – Sichtachse Schloss – Kirche.

Gebäude-Ensemble im Schlosspark, Parkteich.

Da ist er, der angesagte Regen – wir stellen uns kurz am Waldrand unter.

Unser Ziel ist die Steinbrücke.

Nach bachauf sieht es kanalartig, aber fast naturnah aus (es fehlt der beidseitige Baumsaum …).

Aber (der Mensch meint) Wasser in einem Schlosspark will gestaltet sein.

Bittesehr, Wasser im Park – vermutlich einst ein wesentliches Element des Stolzes.

Die Waldpartien dagegen bieten das gesamte Spektrum des Baumlebens – hier: Wurzeln in der Krone eines vermutlich früher geschneitelten Baums mit Abriss einer Teilkrone.

Sichtachse zwischen zwei Waldpartien.

Stehendes Buchentotholz. Leider weisen städtische Bauhöfe selten solchen Mut auf, was die Höhe stehenbleibenden Stamms bei Sicherheitsentfernen von Kronen betrifft.

Am Fuß einer AltEiche.

Potentielle neue AltEichen, jüngste Kinder.

Richtung Ende des Lebens – da lebt immer noch was im toten Baum.

Selten so erlebbar – riesige Hainbuche.

Bach-Mäander, gut geputzt, trocken.

Ooooh, grooooß !

Allee-Sichtachse zum Schloss bzw. vom Schloss weg.

Gebaute Ruine – musste sein !

Kontrast gebaute Ruine und lebendiger Wald.

Klare Zeichen des Wassermangels auch im Großen Teich.

Ist den Enten egal – „Schwänzchen in die Höh`“.

Einer der Charakterbäume am Rand der großen Wiese vor dem Schloss.

Abendsonne im Schlosspark.

Auf dem Rückweg, vorbei am Schloss.

Lange Schatten, Schlossplatz.

Blick in die ruhige Schlossstraße.

Schlossstraße, Abendhimmel. – Wie die Zeit vergangen ist!

Sonnenuntergang, Rückfahrt Richtung Rüterberg.

Die Elbe, Rüterberg, drüber steht der Halbmond.

Den Besuch im Schlosspark Ludwigslust empfanden wir als ausserordentlich abwechslungs- und lehrreich, wir haben ihn genossen. Genossen haben wir zum Abschluss auch noch je einen Eisbecher in der Alten Wache (genauer gesagt, angesichts des angenehmen Wetters, davor sitzend). Ludwigslust wird sicherlich eins der nächsten Ziele bei unseren Städtebesuchsreisen 2020 sein. Zu sehen gibt es reichlich, das Umfeld ist interessant und etliche Radtouren (die ich gerade auf der Stadtseite nicht wiederfinde – ah, die stehen auf der Amt-Seite) locken.

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Auch dieses Jahr kamen um die 100 Schülerinnen und Schüler diverser Unterelbeschulen in den Wildpark Eekholt für ihr jährliches Wassercamp. Während das Beproben, Messen und Interpretieren des Gewässers und seiner Bewohner bereits mehr als 10 Jahre Tradition hat, startete das Restaurieren des Lebensraums Osterau mit Kies und Holz erst 2017. Die Gewässerorganismen reagierten mit Arten- und Individuenzahlen sehr positiv, laichende Flussneunaugen und Meerforellen nahmen die neu angebotenen Laichplätze sofort in der ersten Laichsaison nach Einbau an (zu finden hier im Blog über die Suchfunktion, z.B. mit „Wassercamp [ xy Jahr]„).

Kurz zuvor, siehe voranstehender Beitrag, war Kies zum Ergänzen alter Schüttungen sowie an neuen Plätzen in die Osterau gegeben worden.

Am Eingang des Wildparks begrüsst eine Tafel die tagesaktuell angemeldeten Gruppen.

Die Ausrüstung ist vollständig, der Transport geradezu professionell organisiert.

Was hier fast wie eine Morgenandacht aussieht, ist die Erläuterung für das anstehende Restaurieren im Gewässer.

Anschliessend verteilen sich die Gruppen mit ihren „Teamern“ auf die diversen Untersuchungsstellen sowie die Restaurierungsorte.

Die Holzarbeiten sind schnell erledigt. Ein Treibselsammler bekommt eine Ergänzung seiner unvollständigen Einbindung ins Ufer.

Das sieht gut aus – der Treibselsammler bindet nun ins Ufer ein.

Zur Wirkung der Treibselsammler („Hölzchen und Stöckchen“) gibt es ein schickes Foto im vorigen Beitrag (und auf jede Menge „Hölzchen und Stöckchen“-Beiträgen sowie z.B. in dieser Veröffentlichung).

Arbeitsaktiv im oberen Bereich des Osterauwanderwegs. Aus dem geschütteten Kiesdepot wird der Unterwasserlenker, leicht stromauf gerichtet, geharkt.

„Leicht stromauf gerichtet“ bewirkt am Unterwasserteil der Lenkbuhne, dass sich das überströmende Wasser mittig orientiert, zu schützende Ufer beruhigt sind und ggf. vom Bach neu aufgebaut werden.

Die oberste Lenkbuhne ist bereits fertig.

Im darauf folgenden, oberen Bereich wurde weiterer Kies angeliefert. Es wird weiter geharkt.

Die scharfe Kurve am Medizinalgarten mit mehreren Kiesschüttungen ist nun sehr tiefenvariabel in Quer- und Längsrichtung gestaltet.

Die Arbeitenden mit ihren Wathosen und leuchtenden Schwimmwesten erregen die Aufmerksamkeit vorbeikommender Wildparkbesucher. So manche Frage wird gestellt und beantwortet. Die Schülerinnen und Schüler sind sichtlich beeindruckt über das Interesse und stolz auf ihre Arbeit für ein lebendigeres Gewässer.

Auch das am weitesten bachab liegende Kiesdepot ist umgestaltet.

Mittagspause für die Wassercamp-Aktiven, auch die Messgruppen finden sich nach und nach ein. Ich danke allen für die gute Arbeit und fahre ab.

Im Verlauf Herbst – Winter – Frühjahr werde ich gelegentlich vorbeigucken, ob Laichaktivitäten festzustellen sind.

Gelegentlich werde ich mich auch als „Gehörnter“ mit prächtigem Geweih fotografieren lassen.

 

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Ein Bisschen Seevekanal ist ja bereits im Beitrag zum Taubenfütter-Hotspot Seeveplatz gezeigt.

Bachauf, jenseits der Bahngleise geht es weiter.

Hier hat das Bezirksamt Harburg vor etlichen Jahren mit Einbautests mit Holz begonnen, Bachpaten brachten später auch Kies ein.

Die so entstandene neue Struktur und Strömungsvielfalt haben dem Gewässer gut getan. Beeindruckend an dieser Strecke führen Erle, Esche und Weide vor, wie sich ein standorttypischer Baumsaum mit lichtem Schatten aufbaut. So sollte es überall an unseren Bächen und kleinen Flüssen aussehen.

Bachauf der Brücke – oha, offenbar schlägt wieder harte Gewässerunterhaltung mit häufiger Mahd über den Querschnitt zu. Der kleine Igelkolben, gelbgrün, das „Rasenmäher-Gras des Bachs“ zeigt die Artenreduzierung in falsche Richtung an. Vom standorttypischen Wasserstern, hellgrün links unten, ist nur ein flottierendes Polster verblieben.

Wir fahren zum Elbdeich, zur Seevemündung.

Die internationalen Studenten sind immer wieder beeindruckt, wie vielfältig die Landschaft zwischen Geest und Marsch in unmittelbarer Umgebung Hamburgs wahrgenommen werden kann.

Auf dem Elbdeich – an und auf der Elbe üben Feuerwehren.

Wir parken am Seevesiel, am Deich ein seltener Gast – ein Weissstorch.

Vorm Elbdeich, Tidehochwasser – die Klapptore des Seevesiels sind geschlossen. Erst wenn die Elbe tiefer abläuft, ist die Durchgängigkeit Seeve – Elbe wieder vorhanden.

Auwaldreste und Röhricht vorm Elbdeich.

Bachauf in Hörsten – unfassbar. Weiterhin Maisäcker im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung.

Und, wie im vorigen Foto, keinerlei Ackerrandstreifen. Eine Ahndung dieser bis auf die Böschungskante intensivierten und den früher vorhandenen Baumsaum weggepflügten Situation findet nicht statt.

Seeve Maschen, Bereich DB-Güterbahnhof – die hellen, faustgroßen Steine zeigen, dass bereits Meerneunaugen aktiv waren. Bis zum fertigen Laichplatz haben sie noch schwer zu arbeiten.

„Und hier, seitlich der flottierenden Wassersternpolster haben sonst um diese Zeit die Flussneunaugen bereits abgelaicht.“

Während ich das sage, die Studenten, sprachlos, sehen es wie ich im Augenwinkel, windet sich ein Flussneunauge um ein Wassersternpolster bis an die Wasseroberfläche – und schraubt sich fix drumrum wieder Richtung Gewässergrund. – Der Bruchteil einer Sekunde, alle sind begeistert.

Immer noch nicht abgestellte Ärgernisse – das Seevewehr ohne zeitgemäßen Umlauf und der Erosionsabriss am Fundament der Fußgängerbrücke.

Abhilfe wäre einfach. Kies-Geröllschüttungen würden als Sofortmaßnahme den Abriss an der Fußgängerbrücke und am Fischpasseinstieg so entschärfen, dass auch schwache Schwimmer diese Stellen passieren könnten. Nix zu machen.

Ein mäandrierender Umlauf um das Wehr wäre möglich, die benötigte Fläche ist in öffentlicher Hand. Nein, in Deutschland wählt man nicht die naturnahe „dänische“ Variante. Es wird – seit Jahren – über eine technische Prothese fabuliert.

So steht also das Wehr bei Sonne und Regen …

Hier, an seinem Startpunkt, treffen wir den Seevekanal wieder. Was „unten“ als Vermutung / Befürchtung erschien, erweist sich hier als Realität: harte Gewässerunterhaltung hat wieder zugeschlagen.

Flächig ausgemäht ohne Bedarf, die Bäume weitgehend entfernt – zurück in die Vergangenheit.

Nein, dies ist keine schöne, parkartige Landschaft. Aufgeastete Bäume, so überhaupt vorhanden, Überheizen des sommerkühlen Bachs – Maisäcker im Überschwemmungsgebiet. Nachhaltigkeit sieht anders aus (und dennoch subventionieren wir solches Tun).

Falsche Idylle.

Baum ab, ja bitte – falsch verstandener Hochwasserschutz.

Rezo hat ganz Recht. Mit solch Entscheidungsträgern ist kein Staat zu machen. Hiesiges Handeln ist rückwärtsgewandt.

Erfolgreich – der Neophyt Drüsiges Springkraut überwächst alle Freiflächen.

Aber es gibt auch gute Zeichen für gutes Handeln. Zielgerichtete Abwasserreinigung führte zum Anstieg der „guten“ Gewässerindikatoren in Arten- und Individuenzahl, hier eine kurz vor dem „an die Luft-Gehen“ stehende (ganz dunkel, harte Aussenhaut kurz vor dem Verlassen des Wassers) runde Eintagsfliegenlarve.

Und, aus derselben Gruppe, ein besonderes Anzeichen – 3 Wachstumsstadien der als Larve im Sediment grabenden Großen Maifliege. Solche Langzeitentwickler benötigen stabile Wasserqualität – ja, Abwasserreinigung konnten und können wir.

Wir sind – bei all den Handlungsnotwendigkeiten – begeistert über immerhin Erreichtes. – Ich unterquere die Elbe und fahre im Westen Hamburgs Richtung Wedel – beeindruckende Alt-Eiche in Sülldorf.

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Berlin-Besuch wollte „Äktschn“ – das können wir bieten, in „unberührter Natur“, wie es im Fernsehen immer so schön falsch heisst.

Blick durchs Brückengeländer, Verwunderung: da ist ja fast kein Wasser, das soll ein Bach sein ? !

Nach kurzer Wanderung durch Buchenmischwald – Niedrigstwasserführung.

Weite Teile des in die Wedeler Au eingebrachten Restaurierungs-Kieses und -Holzes liegen frei. Immerhin ist zu sehen, dass verbesserte Struktur entstanden ist. Die Farbe wie Waschmaschinenwasser ist dem gestörten Bodenwasserhaushalt (übermäßige Entwässerung von Randflächen) geschuldet. Massiv tritt gelöstes Eisen ein und fällt als Eisenocker aus. Der ergibt in geringer Konzentration bzw. in Entstehung diese milchige Trübung. In dünner Schicht auf ruhigen Wasserpartien täuscht er schon mal Öl vor – vgl. Broschüre, S. 6 unten. „Fett“, in hoher Konzentration bzw. Ansammlung, leuchtet er orange-rot.

Nach gutem Beobachten sind eigene Aktionen erwünscht – früh übt sich …

Das Sieb ist voll – mit Hölzern, Blättern. Ob da auch Leben drin ist?

Gut beobachtet! – Der Siebinhalt wird in eine mit Wasser leicht gefüllte Schale geklopft.

Allerlei wimmelt herum – verschieden alte Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven.

Auch eine Steinfliegenlarve krabbelt über den Schalenboden.

Köcherfliegenlarven sind auch dabei.

Und immer wieder die Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven.

Eine die stillen Bereiche anzeigende Wasserassel wollte nicht aufs Foto. – Wir wollen nicht weiter stören. Jede noch so kleine Beprobung zerstört Mini-Lebensraum. Die Tierchen werden schnell wieder behutsam in ihr Element zurückgesetzt. – Beeindruckt wandern alle durch die Wald-Partie zum Auto zurück.

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Wir sind auf dem Rückweg, Richtung Busse. Einen Hinweis auf den Fischotter habe ich am Ende des vorigen Beitrags per Foto gezeigt.

Erle auf Stelzwurzeln wie Mangrove – Zeugin der Vergangenheit. Einst standen hier 5-10 Alt-Erlen mehr, die Este floss nach links in großem Mäanderbogen herum und kam am Horizont des Fotos wieder an. – Grober Unsinn beseitigte die anderen Erlen, diese wurde freigespült – klares Zeugnis, wie Erlenwurzeln in Wasserhorizonte hinunter wachsen – Erosionsschutz „at it`s best“.

In der Nähe der Butterbergbrücke gucken wir in holzigem Treibsel strömungsruhiger Bereiche und in Kiesbänken mit starker Turbulenz, wer sich angesiedelt hat.

In der Ruhe – Wohnröhren von Zuckmückenlarven und Kleinwürmern aus Feinsediment nach Siebprobenahme ausgespült, runde Eintagsfliegenlarven dabei.

Im holzigen Treibsel: Köcherfliegenlarve und Bachflohkrebs.

Turbulenz-Anzeiger – eine flache Eintagsfliegenlarve, wie ein aerodynamischer Rennwagen.

Wir verlassen den Bötersheimer Forst Richtung Süden.

Fahrt durch Agrarland – hier: Kartoffeln.

Aus Otters Wümme- und Oste-Niederung hoch auf die Moränenhöhe – Windmühle in Kampen.

Intensives Grün auf der Höhe – allüberall Agrarland. Wo sind Wege- und Gewässerrandstreifen?

„On Top of the World“ – höchste Stufe des Agrar-Subventions-Wahns. Sand-Wüstenei auf dem Todtshorner Berg. Selbst minimal verbliebene grüne Wegeränder sind inzwischen weggespritzt und -gepflügt.

Blick vom hiesigen Dach der Welt, Todtshorner Berg, mit noch glimmenden Osterfeuerresten in die Wümmeniederung.

Hier kann man trefflich über Einzugsgebiete informieren. Vom Umfeld Lüneburger Heide, Wilseder Berg, her fliessen die Seeve und die Este (je ca. 50 km lang, Mündung östlich bzw. westlich HH in die Elbe), die Oste (Quelle in Tostedt, im Foto „rechts voraus“ ca. 150 km bis fast zur Mündung der Elbe in die Nordsee – alle 3 genannten Bäche also Elbe-EZG) und die Wümme (ca. 150 km bis zur Weser bei Bremen).

Ja, klar – und alles, was im Einzugsgebiet passiert, teilt sich den Flüssen und somit dem Meer mit. Wir sollten endlich nicht zuletzt die Agrar-Subventionen zwingend an entsprechende Randbedingungen koppeln.

Blick von der Hügelkuppe zurück auf die Freudenthalstraße – bis dahin nicht witzig.

Ebenfalls nicht witzig der Ackerrand zur Freudenthalstraße. Hier ist nicht sonnenverbrannte Fläche, sondern verbotener Glyphosat-Einsatz zu sehen, grüner Rand, totgespritzt.

Glyphosat-Tod, zum besseren Erkennen durch gelbes Oval gekennzeichnet. – Das kostet ca. 300 € Bußgeld.

Die Tragik des Verwaltungsvorgangs: Wer gegen das Bußgeld widerspricht (das ist insbesondere die abgesprochene Praxis der Hardliner), landet vor dem Gericht. Wenn das Zeugnis die Richter überzeugt, legen sie dem Verursacher nahe, das Bußgeld zu akzeptieren. – So weit, so gut. Da der Verursacher somit aber nicht bestraft ist, trägt der Steuerzahler die Gerichtskosten. Das dürfte in Summe Arbeitsstunden, Kostenerstattung für Zeugen uvm. so bei 5.000 € liegen – zu Recht ärgert sich der Steuerzahler.

Wieder an der Este.

Otterberme B3 – der Landkreis Harburg hat konsequent Brücken mit trockenen Wanderwegen für Wanderorganismen an Land versehen. So entfällt der Verkehrstod, eine der häufigsten Todesursachen für den Fischotter.

Und wieder Tierchen – Köcherfliegenlarve, schwarzer Strudelwurm und Bachflohkrebs.

… und noch eine „nackte“ Köcherfliegenlarve dazu.

Detail nackte Köcherfliegenlarve – zahlreich, die Kiemen an der Körperunterseite.

Hier gibt`s auch Turbulenz – neben der runden eine der bekannten, flachen / platten Eintagsfliegenlarven, Gammarus-Kind ebenfalls im Bild.

Die mehrjährig grabende Eintagsfliegenlarve Ephemera darf nicht fehlen.

Blick bachauf – Breiten- und Strömungsvarianz, Erlenallee, Aufrechter Merk, Otterbermen.

Jetzt aber schnell zu den Bussen – der Metronom nach Hamburg wartet nicht.

Zurück in Wedel, Ampel rot. – Was für eine Exkursion bei solchem Wetter! Die Regenfront hat den Horizont erreicht. Prima! Es gibt tatsächlich nennenswert Regen!

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