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Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

Umfeld Seeve, Hittfeld – Meerforellenwetter.

Hauptsache, die Meerforellen wissen das auch !?

Oha, ein halber Meter Wasser „fehlt“ – kein Wunder bei andauernder Trockenheit.

Wie man sieht, fehlen streckenhaft auch Bäume, d.h. wichtige Fischunterstände.

Blick durch noch `ne Baumverlustlücke: Das Auto habe ich so geparkt, dass Schatten drüber wandern wird.

Frühsommerfarben weiss, blau, grün, gelb, rot.

Weiss ist das neue Grün – die Gespinstmotte hat sich eine Traubenkirsche gegönnt.

Keine Angst. Es besteht Hoffnung, neues Grün entsteht bereits.

Baumlos gewordene, unerwünschte Erosionsorte sind durch Kieslenker gesichert, die Gewässersohle belebt.

Lenker-Turbulenz Richtung Seeve-Mitte.

Am Baumsaum nagt auch die Erlenkrankheit.

Turbulenz in kleinem Nebenbach.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen.

Oha, Alterserscheinungen im „Torbogen“. Lange wird hier niemand mehr durchgehen.

Unschöner Anblick beim Angelstart. Überholte Großsteinlängsbefestigung blockiert Erlenwurzelunterstände, hält den Bach öde.

Das Niedrigwasser lässt die Bedeutung der Erlenwurzel als Fischlebensraum erahnen, Quadratmeter-große Versteckflächen, ein „Dach über dem Kopf“.

Flottierende Großwurzeln gehören dazu (manch „Saubermann“ hat die im Wahn schon abgesägt).

Totholz – schön, wo es das gibt. Über und über mit Köcherfliegenlarven besiedelt.

Es ist eine interessante Zeit, Libellen aller Kategorien fliegen – hier: Calopteryx virgo, Symbol für den sommerkühlen Bach.

Den Steinfliegen ist auch der Kragen geplatzt, die Erwachsenen sind auf Hochzeits-Tour.

So auch die Große Maifliege aus der Gruppe Eintagsfliegen.

Und noch `ne Eintagsfliege, unscharf.

Insgesamt ist diese Strecke noch erfreulich von einer alleeartigen standorttypischen Baumkulisse begleitet.

Einige Alt-Erlen könnte man glatt für alte Eichen halten.

Alt-Erle, vielfältig.

Kaum sonst zu sehende Schlupfwespen (oder was ist das) sind hier zu finden.

Die Natur stellt doch die besten Insekten-Hotels – lassen wir die Bäume wachsen, älter werden.

Zum Schluss noch ein Abbild niedersächsischer Realität: Maisacker bis an die Bachoberkante.

In Niedersachsen, aber auch anderswo, scheint sich für wirklichen Gewässerschutz niemand wirklich zu interessieren. Lobbyismus aller Orten, dort landet auch unser Steuergeld. Es ist längst überfällig, diese Zahlungen an klare Sozialverpflichtungen gemäß fachlicher und rechtlicher Anforderungen zu knüpfen.

Wo ist nun die Meerforelle, sind die guten alten Zeiten vorbei? Wenn ich dänische Lachsflüsse ansehe und die Meerforellenstatistik anklicke, ist es wohl auch bei uns noch einen Monat hin, bis sich so richtig was tut. Vielleicht kommt ja auch ein ordentlicher Regenschauer und erhöht den Lockstrom.

Bei all diesem könnte aber auch der Spruch des Junior greifen „Dem Vatter muss man die DigiCam wegnehmen – der angelt ja garnicht!“.

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Nachdem nun über die biologische Besiedlung von Kiesen und Treibselsammlern an  der Osterau im Wildpark Eekholt, über die TUHH-Exkursion an die Este (35 Jahre Restaurieren als Praxisbeispiel) sowie über die Besiedlung der 2017 in die Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, eingebrachten Kiese berichtet wurde, folgt heute die Ohlau, Bad Bramstedt.

Hier sieht es bislang genau so (schlecht) aus wie an nahezu allen Moränenbächen des Norddeutschen Tieflands, da der eigentliche Lebensraum über die vergangenen beiden Jahrzehnte so gut wie nicht verbessert wurde. Dementsprechend – mit Blick auf alle Gewässer Deutschlands (gilt auch noch übergreifender in Europa) – fallen Zahlen und Verweise auf Ursachen aus.

Es muss also jeweils vor Ort ((viel) mehr) gehandelt werden. Gesessen und gesprochen wird genug, Gutachten jeglicher Art haben genügend Steuergelder beansprucht.

Wir haben etwas getan, 2017 zunächst, um die Ohlau in ihrem Verhalten kennen zu lernen. Mehr kann folgen.

Auf meiner Tierchen-Untersuchungsreise gen Norden bin ich in Bad Bramstedt angekommen.

Gleich südlich der Bebauung an der Ohlau ist unsere Teststrecke. Ein Golfplatz scheint seine Aktivitätsgrenze bis unmittelbar an die Wasserlinie zu beanspruchen (gern kann der Verein beim Restaurieren mitmachen).

Weite Strecken sind durch Baumfreiheit und daraus resultierende übermäßige Erosion gekennzeichnet. Das überbreite Gewässerbett schadet Flora und Fauna.

Im bewegten Sand halten sich weder Pflanzenwurzeln noch sind auf z.B. 100 m² ein paar Tiere auffindbar.

Noch vor wenigen Jahren laichten hier, an der Abflussmessstelle, im baumbestandenen Prallhang auf Kies und Geröll Meerneunaugen. Inzwischen ist jegliche standorttypische Struktur von bewegtem Sand begraben.

Im Beitrag vom Nikolaustag vergangenen Jahres (6.12.2017, Suche über Kalenderfunktion) habe ich beschrieben, wie „Hölzchen & Stöckchen“ hier eingebaut wurden. Getestet werden sollte, ob so zum Einen das Ufer von übermäßiger Erosion entlastet werden kann, zum Weiteren, ob über Ufer-/Landaufbau eine so strömungslenkende Wirkung entsteht, dass die Prallhangsituation wieder optimiert ist.

Da steht der unterste Treibselsammler. Offenbar hat er etwas gesammelt.

Die beiden oberen Treibselsammler.

Landseitig Uferschutz und Landgewinnung, Turbulenz zur Bachmitte zeichnen sich ab.

Uferschutz, Landgewinnung, Turbulenz – der Bachquerschnitt ist diversifiziert.

Allerlei treibendes feines Astwerk bildet dreidimensionale Struktur, auch treibende Pflanzen sind festgehalten worden.

Genauer betrachtet sind hier von Wasser- zu Landpflanzen mindestens 3 Arten aufgehalten.

Wir dürfen gespannt sein, wie die dreidimensionale Entwicklung und die Besiedlung mit Pflanzen weiter geht.

Nun erstmal zu den Tieren.

Köcherfliegenlarven mit Pflanzen- und / oder Totholzhaus besiedeln die festgehaltenen Ästchen.

Runde Eintagsfliegenlarven mit fadenförmigen Kiemen ebenso.

An den turbulenten Strömungskanten des neu aufgebauten Lands sind Feinkiese frei gespült worden.

Im Feinkies finden sich die grabenden Eintagsfliegenlarven Ephemera, unterschiedlich alt.

Über Kleinmuscheln und zahlreiche Bachflohkrebse muss ich nach den vorangegangenen Berichten von anderswo sicherlich nicht berichten.

Die Ohlau, unbehandelt, bleibt gekennzeichnet von bewegtem, einkörnigen Sand – lebensfeindliche Wüstenei.

Blick aufwärts von der Messstation – hier sollen noch Kies-Strömungslenker folgen. Die Treibselsammler können durch zusätzliche Stöckchen Richtung Bachmitte in ihrer Strömungslenkwirkung intensiviert werden.

Es passen wohl auch noch ein paar zusätzliche Treibselsammler zwischen Teststrecke und Messstation.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der erste Test mehr als gelohnt hat. Da satteln wir drauf.

Durch ein kleines Stück Frühlings-blühenden, halbschattigen Auwald gehe ich zum Auto zurück.

Möge die Bedeutung unserer Bäche und kleinen Flüsse stärker erkannt, ihnen mehr Wertschätzung entgegen gebracht werden. Dann ginge es – wie in DK seit Jahrzehnten vorgemacht – auch mit unseren Salmonidengewässern aufwärts.

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TUHH, Technische Universität Hamburg-Harburg, alt und neu vereint.

Wie jedes Jahr gehen wir auf Exkursion, um Grundlagen im Umfeld Wasser und Boden kennen zu lernen, Probleme erkennen zu lernen und anhand 3 1/2 Jahrzehnten Bach-Restaurieren richtiges und falsches Handeln abwägen zu können.

Voriges Jahr hatten wir sehr spannendes Wetter, wer interessiert ist, sieht über die Kalenderfunktion (rechte Spalte) am 25. April 2017 nach. Wer sich auch für die Seeve-Exkursion interessiert, findet sie unter dem Datum 30. April 2017.

Dieses Jahr ist es kühl, aber durchweg sonnig – Superwetter. Insgesamt nehmen an Hydrobiology 14 Studenten aus 7 Ländern teil.

Aus Frankreich, Indien, Ghana, Iran, Deutschland, Nigeria und USA kommen – gereiht nach Häufigkeit –  die Teilnehmer.

Es gilt, zwischen Schein und Sein zu unterscheiden. Dieser spiegelnde Mäander weist eine eintönige Überbreite auf, spiegelt fast ohne Turbulenz – Restaurierungsbedarf auf dem Weg zum gesunden Bach. Positiv: dreidimensionaler Baumbewuchs hält den sommerkühlen Bach bei richtiger Maximaltemperatur.

Der Baum, die Bäume, der Baumsaum, der Auwald – allzu Vernachlässigtes entlang deutscher Bäche und kleiner Flüsse. Dazu Nachzulesendes hier (meine Adresse darauf stimmt seit Umzug 2016 nicht mehr, die e-Mail-Adresse gilt weiter).

Wichtig unter Brücken: Otterbermen, festes Land beidseits. Die meisten unnatürlichen Ottertode entstehen neben dem Ertrinken in Reusen (kammer was gegen tun!) durch Straßentod.

Beim Queren von Brücken laufen die Fischotter über die Straße, wenn kein „Land“ zur Querung unter der Brücke besteht.

Bachab der Brücke, wie üblich, in guter Turbulenz ausgeprägte Forellenlaichplätze – geschlagene Kuhle, aufgeworfener heller Kieshügel. Darin liegen die Eier/Fischlarven, bis sie gegen April den Kies verlassen.

Restaurieren FALSCH: Längsversteinerung eines Prallhangs, Verlust der Eigendynamik und der Fischunterstände.

Der Mäandervergleich, 1. Überbreit, restaurierungsfähig.

Das Positive dieser Station: ein Gewässerrandstreifen wurde vom dichten Nadelwald befreit. Wir dürfen gespannt sein, ob sich Mischwald mit Erlen am Ufer einstellt (Hoffentlich übernimmt nicht das Drüsige Springkraut in seiner ungeheuren Besiedlungs- und Wachstumsgeschwindigkeit die Fläche).

Mäandervergleich, 2. Vorbildlich durch Feinturbulenz im gesamten Verlauf geprägter Mäander – durch gekonntes Restaurieren. Dies erfolgte im Rahmen von Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen zur „Schröder-Putin-Pipeline“, NEL.

NEL heisst Nordeuropäische Erdgasleitung.

Gewässerunterhaltung / Restaurieren FALSCH: wieder ein längsversteinerter Prallhang, Verlust von Eigendynamik und Fischunterständen.

Gewässerunterhaltung / Restaurieren FALSCH: Längsversteinerung ersetzt Baumwurzeln. Verlust von Fischunterständen insbesondere für GROSSfisch zur Laichzeit, benachbart optimale Laichplätze.

Es ist schon schmerzhaft zu sehen, wie wenig „Blick“ Zuständige und / oder wohlmeinende Laien wie auch Fachleute mit fehlender richtiger Praxis entwickeln. Fortbildung scheint in diesem Personenkreis ebenfalls wenig Wirkung zu haben.

Wer praxisnahe Erfahrungen  mit Fehlervermeidung sucht, findet Grundlagen in (2000), bereits länger Realisiertes in (2005) und jüngere Beispiele in (2015). Notwendigkeiten speziell für die Este finden sich hier (2014).

Sehr gut, dass Totholz, wo es nicht stört, akzeptiert und liegengelassen wird. Mögen solche Erkenntnisse zunehmen.

Die Este trifft einen Prallhang. Wir stehen hoch über der Wasseroberfläche.

Eigendynamik am Treffpunkt – wir werfen einen genaueren Blick auf den scheinbaren Sandberg / die Düne (?).

Sieh an! Eigendynamik am Prallhang trifft Moräne, wäscht Kiese aus. Unsere Moränen- / Heidebäche waren einmal fast durchweg Kiesbäche. Man muss es nur sehen (wollen) und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Literatur zur Entwicklung unserer Moränen- / Heidebäche findet sich z.B. bei Altmüller & Dettmer (1996) und Madsen & Tent (2000).

Hier ist ein weiterer, interessanter Aspekt zu erwähnen. Bis vor Kurzem stand „schwarzer“, dichter Nadelwald vor der Moräne, in die Aue standortuntypisch gepflanzt. Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen ermöglichten den Wechsel zum Auwald, ca. 1/3 Fläche Start-bepflanzt, der Rest für Sukzession vorgesehen.

Hangsickerquellen auf dem Rückweg, Eisenocker fällt aus, sobald Sauerstoff an das austretende, sauerstofffreie Grundwasser gelangt.

Das aus der Aue abfliessende Wasser ist dann glasklar.

Näheres zur Ocker-Thematik findet sich z.B. hier oder in Kurzbeschreibung für Laien hier.

Eins von vielen Meerforellenlaichbetten, in schicker Turbulenz.

Beprobung aus dem Umfeld ergibt Steinfliegen.

Es finden sich die typischen, flachen Eintagsfliegenlarven.

Jede Menge Bachflohkrebse und Öhrchenstrudelwürmer.

An anderer Stelle, mäßig turbulent, finden sich runde Eintagsfliegenlarven, Schnellbesiedler und mehrjährig grabende Larven.

Köcherfliegenlarven mit und ohne Haus.

Köcherfliegenlarven und Bachflohkrebse.

Köcher- und Eintagsfliegenlarven und der Öhrchenstrudelwurm.

Das Beste der Este: 35 Jahre Restaurieren aus baumfreier Kanal-Wüstenei haben lichte Auwald-ähnliche Situation mit zugehörigen Wasserpflanzen entstehen lassen.

Dieser Aspekt und die gefundene Tierwelt erfreuen besonders. In den beiden vorangegangenen Exkursionsjahren entstand fast der Eindruck, als wirke hier – verringerte Arten- und Individuenzahl – irgendein chronisches, Agrar-verursachtes Geschehen negativ bei positiv entwickelter Grundstruktur.

Nach solch umfassender Exkursion geniesse ich Essen und Trinken besonders.

 

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So ein Hochmoor ist schon etwas ganz besonderes. Pflanzen bauen über Jahrtausende Berge – und der Mensch entwässert sie und baggert sie in maximal 150 Jahren hinweg.

Die Fläche des Himmelmoor bei Quickborn beträgt ca. 600 ha. In etwa gleicher Größe plus ein paar gleichgroße drumrum haben wir, ca. 60 km Luftlinie südsüdwestlich davon, die jüngere Entwicklung des Tister Bauernmoors von unserem früheren Wohnort aus mitverfolgen können.

Wenn die Abtorfung des Himmelmoor 2020 beendet sein wird und die Gesamtfläche restauriert ist, ist zu erwarten, dass hier eine ähnlich stürmische Veränderung bei Pflanzen- und Tierwelt einsetzen wird. Das Tister Bauernmoor, nass, hat seit der Jahrtausendwende Tausende Gänse und Kraniche in ihrem Zug- und Aufenthaltsverhalten verändert. Ein eindrucksvolles, recht neues Erscheinen, wenn die V-förmigen Formationen der Kraniche zu 50ern, Hundertern, gar Tausendern in Frühjahr und Herbst über besiedelte Landschaft ziehen.

Wir sind gespannt auf das Himmelmoor.

Bei der Anfahrt queren wir die Pinnau – sie ist einer der vielen weiter baumfrei gehaltenen Bäche Schleswig-Holsteins.

Weder Wasserrahmenrichtlinie noch notwendige Anpassung an den Klimawandel haben die standorttypischen Baumsäume bisher zurückgebracht. Es bleibt viel zu tun.

Wir parken am Torfwerk. Loser und verpackter Torf – noch bis 2020.

Start zur Rundwanderung, diverse Wegeführungen warten. Wir gehen linksrum.

Am Karfreitag hat die Torfbahn Ruh`.

Lange Rampen ermöglichen ein angenehmes Besteigen von Aussichtspunkten.

Wer kann und will, kann auch die Steilkante per Treppe rauf oder runter.

Schön am Himmelmoor: viele gekammterte Teilflächen sind der Natur bereits zurückgegeben und entwickeln sich.

Viel verschiedenartige Struktur prägt die Ränder.

Ein Stück folgen wir noch der Trasse der Feldbahn.

Und biegen dann zwischen bereits der Natur übergebenem und noch abzutorfendem Gelände rechts ab „ins Freie“.

Ein weiterer Aussichtspunkt – auch hier wandern wir rauf.

„Himmelmoor“ – nur Himmel und (abgetorftes) Moor.

Sehr schön kann die gut überlegte Wasserhaltung mit unterschiedlichen Niveaus zwischen den Flächen erkannt werden.

Dunkelbraun liegen noch abzutorfende Flächen vor uns.

Leider kümert sich fast kein Hundehalter um die Anleinpflicht.

So sieht heute – in Weiterentwicklung der früheren Handarbeit – eins der Werkzeuge beim Abtorfen (und Restaurieren) aus.

Wir haben die Hälfte des Weges hinter uns und biegen rechts ab in den bereits seit Längerem der Natur überlassenen Teil.

Dazu mehr im nächsten Beitrag.

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Strukturverbesserung benötigen so gut wie alle Strecken unserer Bäche und Flüsse. „Speisekammern“, Verstecke bei Niedrig- und Hochwasser und vieles mehr – egal ob aus Steinigem oder Holz angelegt – wirken anschliessend Wunder.

Man muss es aber auch richtig machen, meist „nur“ die Kräfte des Bachs wieder anstossen. Ein wesentlicher Bestandteil des lebendigen Bachs sind dann die Unterstände der älteren Individuen standorttypischer Fischbestände. Die sollen ja durch ihre Fortpflanzungsaktivitäten dafür sorgen, dass sich „das System“ wieder selbst erhält.

Oft genug fehlen die Auwälder, auch Baum-Alleen sind längst gewichen. Oft genug steht da in ungeschützt der Erosion preisgegebenen Gesamtsituation nur noch ein Einzelbaum. Den und seine Lebensräume für Wirbellose und Fische gilt es besonders zu schützen. Hierfür setzt man am Besten bachauf oder / und bachab an – oft genug beschrieben.

Und dann soll es selbstverständlich weiter gehen …

Kies umhüllt Erlenwurzeln – missverstandenes Restaurieren am Bach.

Offensichtlich sind die Grundlagen bei Madsen und Tent sowie die Ausführungen zur Turbulenz-Induktion bei Giese und Greuner-Pönicke nicht gelesen – oder jedenfalls nicht verstanden, vielleicht auch „nur nicht“ angewendet worden.

Man lernt nie aus.

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Von einem verlängerten Wochenende in Berlin zurück in Wedel.

Morgensonne in Berlin, Straßenschlucht Ost-West beleuchtet. Am Horizont ziehen nördlich die Schneewolken Richtung Hamburg / Hannover.

Schön – und kalt – war`s.

Schön und kalt auch in Wedel, nur wenig Schnee. Im Windschatten sind 10 Minuten Sonnengenuss bereits möglich.

Die nordöstliche Windrichtung hat inzwischen mehr auf östlich gedreht. Statt Hamburg – Hannover wurde das nördliche Schleswig-Holstein mit Schneemassen und Schneewehen „beglückt“. Es ist Winter.

Kalt – und stürmisch  – geht`s weiter. Radeln, noch dazu mit eingefrorener Schaltung, macht je nach Richtung eher keinen Spaß. – Also auf in den Wald, Klövensteen, entlang der Wedeler Au. Da lohnt es sich, die Landesgrenze SH-HH zu überschreiten und einen der restaurierten Abschnitte anzusehen.

Im kuppierten Moränengelände des Buchenmischwalds lässt es sich aushalten.

Niedrigwasser, Restaurierungskies liegt teils frei, Eis – und Eisen, auffällig viel.

Zwei Dinge fallen besonders auf

  • ringsum ist es arg kalt, vereist – der Bach ist frei.
  • nach den Hochwässern ist alles Feste rostig überzogen – Anzeichen für den gestörten Bodenwasserhaushalt im Einzugsgebiet durch intensive Nutzung, heftige Entwässerung durch Dränagen.

Ersteres zeigt, dass wir an einem quellgespeisten Bachlauf stehen – „winterwarm“. Die Temperatur entspricht – im Fliessverlauf winterbedingt abnehmend – der Jahres-mittleren Luft- / Bodentemperatur. (Das liest sich jetzt ein wenig paradox: derselbe Bach ist aus gleichem Grund, grundwassergespeist, im Sommer „sommerkühl“, Heimat der Forelle.)

Der „Rost“ belegt, dass erhebliche Grund- / Bodenwassermengen schnell über Dräns abgeleitet werden. Strapaze nicht nur für die Hoch- / Niedrig(st)wasserführung, sondern auch für Sauerstoffhaushalt bei Umwandlung des gelösten Eisens und Besiedlungsproblematik für standorttypische Gewässerorganismen. Das Eisen wird so, statt im Bereich des Sickerwasseraustritts auszufallen, über weite Bachstrecken verteilt. Technische Abhilfe ist möglich, entspricht aber „Hantieren am Schwanz des Hundes“.

Struktur bereichert – gut sichtbar der Grenzbereich „warm – kalt“.

Der Wanderweg in schmaler Aue (Überschwemmungsgebiet) querab Hanna Reemtsma Haus. Das Schnittholz erinnert an die vergangenen Stürme – Massen von Bäumen, teils mitten aus dem Bestand, fielen bzw. zerbrachen.

„Warm – kalt“, der Bach und eins der neu angelegten, bei Hochwasser eingestaut und durchflossenen Flachwassergebiete (jetzt Eis drauf).

Über diese Arbeiten der Wasserwirtschaft / Bezirksamt Altona und die Streckenrestaurierungen durch den NABU Hamburg ist hier im Blog an anderer Stelle bereits mehrfach berichtet worden (ggf. mal per Suche finden).

Eiskunst, EISEN (Ocker, „Rost“).

Eiskunst.

Und nochmal, weil`s so schön ist.

Gute Niedrigwasserstruktur des Lebensraum Bach nach Restaurierung.

Ein reaktivierter Bachbogen, der einst den Moränenhang anschnitt – und dem Bach von dort Steine „zum Spielen“ holte.

Da unseren Bächen solche, ehemals vorhandene Dynamik durch Festlegen in gerades kanalartiges Bett genommen wurde, müssen wir halt selbst das steinige Moränen-Material wieder zugeben – wir wollen doch einst reichhaltige Lebensräume wie quellnahe Bäche wenigstens mit einer Mindestausstattung an Leben sehen.

Wo immer Geld, Fläche und Wille vorhanden ist, „Größeres“ zu schaffen, nämlich den Gewässern Fliesslänge zurückzugeben, wäre das selbstverständlich DIE Methode der Wahl.

Neue, Auen-spezifische Bäume ergänzen nun den Waldrand zum Klövensteen.

Wir verlassen die Aue der hier hamburgischen Wedeler Au und wandern durch den Klövensteen zum Auto zurück.

Mal sehen, wie es mit der Strukturverbesserung und  Ansätzen zur Lösung, mindestens Minderung der Eisen-Situation weitergeht. Im schleswig-holsteinischen Teil liegt im wahrsten Sinn des Wortes noch ein harter Brocken, der den Zutritt von Gewässerorganismen wie Fischen und Neunaugen von der Elbe her verhindert: das Mühlenwehr in Wedel, an der B 431. Es bleibt viel zu tun.

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Bis Ende des Monats ist noch Sägen frei. „HuSt“-Aktivität für 2018 will vorbereitet sein. Dabei handelt es sich nicht um eine Erkältungskrankheit, sondern, auch „H&St“ geschrieben, um das abkürzende Fachchinesisch für „Hölzchen und Stöckchen„. Wer sich an derart Profanem stört, sagt gern „Treibselsammler“ dazu. – Es soll nicht passieren, dass in der Restaurierungssaison das Sägeverbot = nicht qualitäts- und mengenmäßig gut vorbereitetes Material Arbeiten mit Holz am und im Wasser verhindert.

So ging denn die Reise – diesmal mit dem Auto wegen Transportnotwendigkeit – über die Nachbardörfer, um mit Gleichgesinnten einen Knick an einer Naturschutzfläche zu pflegen. Wegen „HuSt“ haben wir uns auf Hasel konzentriert (man kann auch anders).

Geeignete Sägen, Handsägen, Ast- und andere Scheren waren vorhanden.

Einen Teil der geraden Haselstecken zwischen 1,0 und 1,5 m habe ich an eine Kooperationsschule zur trockenen Lagerung transportiert.

Da warten sie nun auf`s nächste WasserCamp oder eine andere Gelegenheit, einen Bachlebensraum zu verbessern.

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