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Archive for 27. April 2021

Gelegentlich werde ich – insbesondere von Leserinnen und Lesern meines Blogs aus dem Binnenland – gefragt, ich hätte doch so vielerlei Schiffe gezeigt. Ob die denn mal wieder zu sehen wären?

Ja, gelegentlich, jetzt wieder verstärkt, werden hier auch Schiffe zu sehen sein! Die Elbe-Radel-Saison wird durch geringere Windstärken sowie an Schiffs-Zu- und -Abgang Hafen Hamburg angepasstere Radelzeiten geprägt. (So denn nichts „Besseres“ ansteht.)

Sonnabend war es mal wieder Zeit, Spielplatzwunsch am Schulauer Hafen / Sandstrand Wedel stand an. Dabei konnte auch eine kleine Schleife Richtung Hafenöffnung zur Elbe eingeschoben werden.

Beim Anradeln passierten wir die hoch angestaute Binnenelbe / Wedeler Au gen Mündung in die Elbe.

Erstaunlich, was ist das für eine Übung? „Draussen“ in der Elbe müsste doch um Tideniedrigwasser herrschen?

Ja, Tideniedrigwasser! Von Hamburg laufen zwei große Containerfrachter seewärts.

Noch ein Bisschen Zeit zum Gucken – elbseits sind Spuren unterschiedlicher Setzungen zu sehen. Eine Abdeckmetallplatte hat sich bereits verabschiedet.

Warum sollte es hier anders sein als anderswo? Bauen auf bindigen Böden bei extern finanzgestützten Unterfangen lassen wohl jeden Planer und Baubegleiter verzweifeln: Angesichts Terminbindung der Geldzusagen „übersieht“ der Auftraggeber erforderliche Setzungszeiten, ggf. -hilfsmaßnahmen. Es ergeben sich zwangsläufig die angesagten Folgen.

Darum steht die Platte hoch – Setzungen auch am Hafenkopf.

Blick auf die Südspundwand im Hafen – Möwenspuren. Wie kommt der Schlick auf das Niveau Tidehochwasser?

Na ja, das Baggergewühle in der Elbe und Drumrum war wohl noch sie so maßlos wie zur Zeit. Das System ist gestört und wird weiter gestört.

Der erste Containerfrachter naht.

Wir sind so früh, es ist so wenig los, dass sich eine Jungmöwe noch ungeniert ruht.

Zügig zieht der erste Containerfrachter, CMA CGM Louis Bleriot, vorbei. Mit 400 x 50 m gehört er zu den Größeren, Sein Tiefgang misst 11,7 m.

Der zweite Containerfrachter, noch vor dem Blankeneser Elbhang, am Horizont die Entladeportalkräne des Hamburger Hafens.

Vorbei …

… ist zwar das erste Schiff. Jetzt geht es am Schulauer Hafen und auf dem Watt des Sandstrands aber erst richtig los.

Verdrängtes und bewegtes Wasser sucht sich seinen Weg – wegen erzeugter Höhendifferenz, rein in den Schulauer Hafen.

Aus relativer Ruhe wird scharfe Strömung.

Scharfe Strömung wird reissend.

Im Hafen bilden sich, wandernd angesichts veränderlicher Situation, tiefgehende Strudel aus. – Was für eine Dreck-Soße!

Nicht umsonst stehen überall Warnschilder rum. Unachtsamen droht Lebensgefahr.

Das Watt vor dem Sandstrand, das Schiff am Horizont. Seine Nachwehen laufen als Wellen auf dem Watt aus.

Auch da lohnt es sich, genauer hinzuschauen – Watt`n Schiet!

Quer- und Gegenstrom, scharf landeinwärts schiessende Rinne.

Dass in so von Menschen veränderter Umwelt, Flachwasser ist Lebens- und Wachstumsraum nahezu aller Jungfische, Elbe-Fischpopulationen kranken, dürfte kaum verwundern.

Die eben noch scharf landeinwärts durchströmte Rinne leert sich wieder Richtung Elbe.

Da ist auch schon der nächste Pott herangekommen.

Aber das ist eine andere Geschichte – demnächst hier.

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