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Archive for 22. Februar 2021

So schnell wie gekommen, sind Kälte und Schnee weg. Alles drängt in die Sonne. Da will ein Frischluftziel am Wochenende gut gewählt sein, wenn „Nähe“ vermieden werden soll – also nicht an Strand und Elbe.

Da haben wir ja diverse Möglichkeiten auf der Geest, z.B. die Moore mit ihren Wanderwegen.

Nach einigen hundert Meter Anmarsch vom Parkplatz auf dem Buttermoorweg sind Butter- (linker Hand) und Butterbargsmoor (rechter Hand) erreicht. Lebendige Birken zeigen, dass das Moor nasser sein könnte.

Tote Birken, gleich nebendran zeigen, mindestens in Nässejahren reichen die Abflussstopps inzwischen ansatzweise aus, die Moore wiederzubeleben.

Blick nach Süden, der kleine See im Butterbargmoor belegt die heutige Realität: Es fehlt Wasser, hier wohl noch ca. 1 m Aufstau.

Rechts im Moorsee erblickt das Auge … graue Kartoffelsäcke?!

Viel besser! 3 Kraniche.

Wenn wir so weiter ins Frühjahr gehen, werden Kraniche in solch Fläche nicht erfolgreich brüten und Junge aufziehen können. Ein wasserumrandeter und damit vor Fressfeinden geschützter Bereich ist derzeit nicht zu erkennen. Hoffen wir also auf Verbesserungen in den nächsten Wochen und Monaten.

Die Jungenaufzucht benötigt dann ruhige Großflächen, sollte in so einem Naturschutzgebiet kein Problem sein. – Da kommen quer durch die zur Zeit halbwegs trockene Buttermoorfläche (wohl querend vom nördlichen Krabatenmoorweg) zwei Personen, geleitet durch die Segnungen unserer Zeit. Corona und Smartphones mit Kartenangeboten bringen so Störung in den letzten Naturwinkel. (Aus Greifswald berichten Forst- und Jagdmenschen gerade Gleiches. Da gehen die Sauen dann halt in die Stadt, wenn die Menschen in die Natur gehen. Und: Mensch fühlt sich terrorisiert …)

Einige hundert Meter weiter – Kiefern, Birken, Findlingshaufen für Eidechsen und Schlangen. Wir wechseln auf offizieller Strecke rüber zum Krabatenmoorweg.

Fernblick auf das Krabatenmoor – abgetorftes Hochmoor wie das bekannte Himmelmoor, jetzt Acker für Getreide bis Mais.

Die massenhaft erkennbaren weissen Punkte sind … STEINE, von klein bis groß, massenhaft!

Anders als im Himmelmoor (ex-Hochmoor), wo „unten drunter“ ein See verlandete und meterdick Niedermoor entstehen liess, liegt hier bis auf Gelände-Niveau lehmige Moräne, steinreich.

Und aus der Fläche des Krabatenmoors fliesst nach Nordnordwest ein kleiner Bach, schnell sommertrocken angesichts übernutzten Wasserhaushalts. Der zeigt, wie in den Berichten vom 14. Januar und 29. Mai 2018 beschrieben, dass auch im Umfeld Nieder- / Hochmoor Kiesbäche von Historie / Natur aus standorttypisch sein können. – Man muss halt sehr genau hinsehen.

Links vom Weg, im Buttermoor zeigt der Maulwurf, ist Niedermoorboden, reine Organik.

Hier wird offenbar versucht, Moor und Heide durch Sägen zu restaurieren.

„Baum ab“, auch unter Klimawandelgesichtspunkten betrachtet, führt bei fehlendem Wasser allerdings nicht zum Ziel.

Aus baumgekühlter Sommerlandschaft entwickelt sich überheiztes Gelände. Entwässert und mit hohem Stickstoff- sowie Phosphatüberschuss entsteht allzu schnell eine Brombeer-eroberte Fläche. Als Ex-Imker habe ich dagegen überhaupt nichts, die Brombeere wird in ihrer ökologischen Bedeutung völlig unterschätzt. – Aber hier, ortsbezogen mit zielbezogenem Handeln, ergibt sich aus dem Wasserdefizit Absurdes. (Und wer geht hier nach „Investitions-Aktivität Baum ab“ regelhaft hin, um die erzeugte „Dauerunterhaltungsaktivität Entkusseln“ sicherzustellen? Tägliche Erfahrung zeigt allüberall, wir können offenbar [zu oft genug zu kurz gedacht] planen und zum Start „investieren“.)

So lange die Wassersituation nicht verbessert ist, wäre ein alternder Birkenwald vielleicht eine zweckmäßige, in ihrer Entwicklung interessante und erforschbare Flächensituation.

Also auch hier: möge das mit dem Wasserhaushalt allen klarer werden. Da gibt es viel zu tun.

Und siehe da, wie um meine finsteren Gedanken zu bestärken, liegt unmittelbar am Naturschutzgebiet der Moore ein Gärtnerei- / Baumschulbetrieb, zur Zeit offenbar ruhend.

Im Internet unschwer zu erkennen ist, welch riesige Fläche dort versiegelt ist – „besser“ kann man Oberflächenwasserhaushalt nicht zerstören.

Die Pflanzen, die da „Grüner Beruf“ erzeugt werden (sollen), müssen selbstverständlich bewässert werden. Die Installation ist vorhanden.

Ob da wohl „teures“ Trinkwasser zum Bewässern genutzt wird? Wohl, im deutschen „Wasserüberschussland“, eher „günstiges“ Wasser aus dem oberen Grundwasserleiter(?).

Immerhin, Doppeldecker in Auge und Ohr, findet hier Luftüberwachung statt.

Die Runde geht zu Ende, nicht mehr weit zu den Autos.

Das war gut gewählt. Zwar kamen und gingen doch etliche Menschen in beide Richtungen, aber im Vergleich zur Dichte an Elbe und Strand müssen wir hier in dieser, unserer Zeit nicht so aufpassen.

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