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Archive for November 2020

Von der Wedeler Au, Rissen (vgl. gestrigen Beitrag), gehen wir westwärts, queren den Waldweg Rüdigerau.

Wir befinden uns im Klövensteen, Hamburg. Erholungswald, wie das Schild vermittelt.

Wohl seit den 1980ern will die Politik mit diesen Schildern auf das Primat des Waldes als Erholungsort des Städters hinweisen. Der in anderen Bundesländern noch weitgehend „gepflegte“ Brauch des Wirtschaftswaldes, der Geld in die Kasse zu bringen hat, soll hintan stehen. – Na ja, manchmal stimmt das sogar. So krass wie z.B. in Sachsen, wo „die Forst“ für die Nationalparke zuständig ist und wundersame Eingriffe von vorgestern vornimmt, ist es in Hamburg jedenfalls nicht. Es ist ein mühsames Geschäft Richtung Zukunft (die längst hätte beginnen müssen), das Förster aus dem Umfeld Lübecks und anderswo her pflegen.

Links liegt der „Große Fischteich“, vor uns die Querung der „Rüdigerau“, vom „Kleinen Fischteich“ kommend.

In der Rüdigerau ist offenbar sehr lange kein Wasser mehr geflossen.

Seit Sommer, mehrmals hier im Blog beschrieben, hat sich die Situation nicht geändert – es fehlen ca. 1,5 m Wasser.

Die Stockenten interessiert das nicht so sehr.

Wir haben den „Großen Fischteich“ fast umrundet. Wo kein Zulauf, da kein Ablauf.

Wann hier wohl wieder Wasser abfliesst?

Glatte Buche, raue Kiefer, Nurdachhütte aus Waldfunden – unabhängig von der Wasserproblematik ist der Klövensteen in seinem Abwechslungsreichtum immer einen Besuch wert.

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Frische Luft ist immer gut. Angesichts geltender Vorgaben treffen wir uns, zwei plus zwei, zwei Bundesländer, auf der hamburgischen Seite der Wedeler Au, P im Forst Klövensteen.

Erstmals begegnen wir der Wedeler Au neben dem Kinder-Hospiz Sternenbrücke, Blick bachauf.

Das Bezirksamt Altona, Wasserwirtschaft, hat dem Bach hier ein dem Niedrig- und Mittelwasser angepasstes schmaleres Bett gegeben. Das gibt Kraft.

Anstrom und Beginn des neuen Kiesbetts. Die Turbulenz wird, zusammen mit verstärkter Sauerstoffzufuhr, für eine bessere Verarbeitung des Eisenockerproblems der Wedeler Au sorgen. Die Gewässerlebewesen werden sich in Arten- und Individuenzahl vermehrt einstellen.

Bachab der Brücke, quer – das Hochwasserbett bleibt unberührt.

Bachab.

Ein Stück bachauf im Buchenwald treffen wir auf unsere Stelle, an der wir im Frühjahr immer mal nach Tierchen / „Viechern“ gucken – die Graufärbung liegt am erwähnten Eiseneintrag.

Der eine und andere Beitrag dazu und zu den Wirbellosen ist hier im Blog zu finden.

Wir nähern uns der Zufahrt zum Hanna Reemtsma Haus, Brücke Kriemhildstraße.

Baustelle, mit Baumschutz.

Wie an der Sternenbrücke wird hier ein schmales Niedrig- / Mittelwasserbett profiliert.

Blick bachauf: Baubedingt wird hier Wasserhaltung betrieben. Das Foto zeigt den Wochenendzustand, Einstau mit kleinem Umlauf, kein Baubetrieb.

Weiter geht`s auf dem Wanderweg entlang der Wedeler Au, bachauf.

Bevor wir im Klövensteen verschwinden, kommen wir an einem stark ockerbelasteten Graben am Rand der Bachaue vorbei. Nebendran wurde gerade ein privater Gartenteich neu profiliert.

Demnächst geht unser Spaziergang im Forst Klövensteen weiter.

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Der Dezember naht, es wird kälter – mal sehen, auf welchem Niveau. Es wird erstmal grauer, so sagt die Wettervorhersage.

Weidenutzung ringsum kommt langsam in die Zeit der Zufütterung, je nachdem, ob intensive oder extensive Flächenbestockung mit Vieh stattfindet. Über den Winter gehaltene Bestände, ausgedünnt um verkaufte, meist zum Essen bestimmte Individuen, benötigen ihr Winterfutter.

So zum Beispiel sah Familienhaltung im Sommer aus.

Wer sich ein Bisschen in Unterschiedliches einsehen möchte, findet Weiderindrassen zum Anklicken oder Durchrollen z.B. hier. Extensive Weidenutzung und Ökolandbau sind zwei weitere Stichworte für Interessierte.

In den Vorjahren – wir erinnern uns, mehrere eher trockene Zeiten folgten aufeinander – kam es im Winter zu Futtermangel bzw. zum Zukauf (Nachfrage und Angebot) eher teuren Ergänzungsmaterials. Zu intensiv verinnerlicht scheint auch in der Agrarwirtschaft die jahrzehntelange Wiederholungsinformation vom „Wasserüberschussland“ zu sein.

Wohl dem, der in der Marsch bei fehlendem Wasser „von oben“ die Möglichkeit hat, über Wasserstandsregelung im Tidezeitraum Süßwasser verlängert zu halten. Aus dem Niedersächsischen (sicherlich auch anderswo) ist uns bekannt, ablesbar an der Größe alter Bauerngehöfte, dass der Marschbauer als der Reiche und der Geestbauer als der ärmere galt.

Inzwischen sind die Blätter von Büschen und Bäumen weitgehend gefallen.

(Hoch-)Nebel häuft sich.

Von der Elbe her hört man zunehmend Tuten – die Schifffahrt meldet sich, sicherheitshalber. (Im Bild: Rinderhaltung im Vorland – in der Sturmflutsaison vorbei.)

Herbstlandschaft bei Hetlingen, Blick vom Elbdeich – Auwaldrest, Röhricht, Marschweiden.

Und siehe da, die Wintervorräte sind überall in der Landschaft sichtbar. Der Winter kann kommen, es wurde eine reiche Ernte vorsorglich eingelagert – gut verpackte „Kaventzmänner“ (falls man so sagen darf).

Hinterm Deich, „gut Winterfutter“.

Mitten auf der Geest – die Ballenzahl zeigt Versorgungssicherheit.

Nahe der Geestkante – derselbe Eindruck.

Gestern Morgen – plane Landschaft, aber „hoch“ auf der Geest, querab heutzutage trocken fallendem Mühlenau-Oberlauf gelegen.

Ähnliches, bunter: die Morgensonne durchdringt den Hochnebel, beleuchtet winterbelaubte Alt-Eichen.

Jede Menge Kunststoff, heutzutage – wir dürfen davon ausgehen, dass das Recycling sichergestellt ist.

Interessant in Sachen Betriebsverpflichtung und Landschaftsschutz: In der Schweiz ist solch Lagerung im Baumwurzelbereich verboten. – Da könnte sich D noch ein Beispiel dran nehmen.

In Sachen Winterfutter brauchen wir uns 2020 / 2021 offenbar keine Gedanken zu machen.

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Auf geht`s, gut eine Stunde vor Sonnenuntergang, Richtung „Küste“, Wedeler Marsch hinterm Elbdeich. Bald 15 Uhr.

Nicht weit vor der Geestkante, querab vom „Obst-Paradies“, sitzen Tausende von Nonnengänsen – erstaunlich nah seitwärts zweier beradelter und begangener, gelegentlich befahrener Straßen. Die flach über den Elbdeich scheinende Sonne strahlt sie an.

Kaum weitergeradelt und dran gedacht … – POW ! ! ! Schräg hinter mir geht die Post ab.

Tausende Nonnengänse, aufgeschreckt.

Mit lautem „Gebell“ ziehen die Nonnengänse Richtung Fährmannssand über den Marschwiesen ihre Runde. (Nein, der Hauptdeich neigt sich nicht zur Nordsee hin. Ich habe wieder einmal bei Abdrücken verrissen.)

Der Schwarm teilt sich. Die Masse dreht rechtsrum, ein kleinerer Teil linksrum. Den kann ich in aller Ruhe über mir fotografieren.

Und flugs landen sie wieder – hinten das Obst-Paradies – bzw. sind gelandet, wieder nahebei.

Es musste ja so kommen … Alle hoch! – Ich bin inzwischen ein Stück weiter, auf dem nördlichen alten Deich der Binnenelbe.

Jetzt drehen die Nonnengänse aber doch weiter ab. Ich fahre ein Stück gen Nordwesten, beim Hof Fährmannssand auf den Deich.

Und da sitzen sie, hinter buntem Weidevieh und Winterfutter, zwischen Fährmannssand und der Vogelstation. Bewegung auf Wegen und Straßen jedenfalls sollte sie nun nicht wieder stören. Schafe, fernab vom Elbdeich, bilden die Reihe heller Flecken weiter hinten.

Der scharfe Schatten vorn im Foto ist Folge der bereits tief stehenden Sonne. Somit ist der gut beradelbare Deichverteidigungsweg nun „dunkel“, weniger attraktiv. So entscheide ich mich, sonnig Richtung Batavia zurückzufahren.

Querab vom WillowHenge dreht ein Modellflieger seine Runden, muss mal nachsehen, ob da schon der dafür frei gegebene Bereich ist.

Nicht unwahrscheinlich, dass das Flugzeug die Gänse hochbrachte – auf Flieger reagieren sie, anders als z.B. Graugänse, ausgesprochen panisch. Der Küstenklatsch sagt, sie würden in östlichen Gefilden von Flugzeugen aus beschossen. Möge das in die Kategorie „Fake-News“ gehören!

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Komische Sache das, mit dem nicht fallenden Regen …

Gestern las ich von einer US-amerikanischen Wetterfirma, dass bis 9. Dezember ernsthafte Regengebiete um uns herum ziehen (wobei „uns“ hier Wedel und Umfeld, aber wohl auch große Teile ganz Deutschlands sind). – Woher wollen die das wissen?! Aber alles bisher Erlebte lässt mich fast nicht daran zweifeln.

Dick genug sind die Wolken ja, die hier südlich der Elbe vorbeiziehen.

Aber abregnen wollen die offenbar dort auch nicht, die wollen nur ziehen.

Die Elbe-Pegel sprechen eine klare Sprache – zu wenig Wasser.

Auch im Norden zieht es vorbei, selbst die schwarzen Flockenwolken, die sich sonst hier an der Geestkante „entladen“ …

Die über Holm sichtbare Wolkenfront ist auf dem Weg ostwärts – Pinnau-, Krückau- und andere Einzugsgebiete merken nichts davon.

Zum Radeln ist das allemal gut.

Rind und Nonnengänse in der Wedeler Marsch, unmittelbar vor dem Geesthang.

Mindestens 3 Graureiher werden mitten in der Gänseschar auf mich aufmerksam.

Fährmannssand – die Novemberwinde sind nix für Drachen.

Rinderherde, Nonnengänse, Wasser aussendeichs – das Vorland ist jetzt häufig überflutet. Wenigstens das funktioniert, wenn schon von oben nichts kommt.

Nonnengänse, Wasser, niedersächsisches Elbufer und Stader Geest (unsere „Berge“).

Zurück zum zugebauten Geesthang – Nonnengänse vor Stadtkulisse.

Die stetig voranschreitende Fressfront.

Auch hier ein Graureiher als Aufpasser.

Hoch liegt das Theaterschiff Batavia (Corona-bedingt ohne Theater) auf der eingestauten Wedeler Au.

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Hinterm Elbe-Deich, in der Marsch bei Hetlingen fehlen noch immer 1,5 m Wasser im alten Heuhafen.

Der scheint vom Tidegeschehen der umliegenden Gräben vollständig abgeschnitten zu sein und nur von Regenwasserzuflüssen zu existieren. Was in Normalzeiten ziemlich gleichbleibenden Füllungsgrad beschert, versagt, so lange es nicht ordentlich regnet.

Der Pferdetümpel auf der Geest, Mittelweg in Wedel, profitierte immerhin vom gelegentlichen Regen, vor allem aber herbstlich bedingter geringer Verdunstung.

Er ist nun nicht mehr dauerhaft trocken, aber man gerade am Boden leicht eingestaut. Graugänse finden das schon interessant für einen kleinen Stopp.

Aufgrund der sturmbedingten Tidehochstände in der Elbe am 19./20. November wollte ich mal gucken, ob Wanderfisch in den Bächen Spuren hinterlassen hat. Schliesslich befinden wir uns mitten in der Laichzeit! – Aber, wie im vorigen Beitrag beschrieben: die Sturmflutsperrwerke Pinnau und Krückau waren ja zu – bis zu 5 Stunden während der Flutphase. Ob und wann die Wanderfische wohl kommen? All die Wochen und Monate zuvor – wie weiter andauernd – locken die Bäche nicht gerade. Sie bewegen sich weiter im Niedrigwasserabfluss. Selbst 2019 zeigte ab Oktober ein anderes Bild. Nach Niedrigwasserabfluss seit April brachte regelhafter Regen immerhin aufwärts schwankende Abflüsse bis Mittelwasser. Da hatte der Fisch dann „Wasser unter dem Kiel“. Alle Kiese wurden bis Jahresende belaicht – wir wunderten uns über so viel „Bewegung“.

Wie das wohl aktuell aussieht? Das Wetter jedenfalls – für Spaziergänge – ist schön!

Erster Stopp an der städtischen Pinnau, Am Hafen.

Hoch liegen die Freizeitboote auf der eingestauten Pinnau.

Andere Straßenseite, Pinnau unter der Bahnbrücke. Das Sperrwerk scheint offen zu sein, Treibsel an der Oberfläche setzt sich Richtung Elbe in Bewegung.

Fahrstreckenbedingt stehen nun gut anfahrbare Brücken / Querungen der städtischen Mühlenau auf dem Plan.

Die städtische Mühlenau – entsprechend des hohen Tidewassers ist die normalerweise rasch fliessende Schussstrecke unter der Brücke Mühlenstraße eingestaut.

Blick bachauf – da lediglich Niedrigwasserabfluss herrscht, erhöht sich der Wasserstand „von hinten“ nicht.

Den Wanderweg habe ich schon ca. 1/2 Meter überstaut gesehen, vgl. Beitrag vom 8. Januar 2018.

Querab Bahnhof Pinneberg, hier Standort Christiansenweg, wird eifrig an der Fertigstellung der Bauten im B-Plan Mühlenauquartier gearbeitet.

Direkt bachab der Holzbrücke sitzen die beiden bekannten Weihnachtsgänse und pflegen sich.

Langer Blick bachab.

Bachab An der Mühlenau staut sich das Wasser noch. „Normal“ ist hier ein Abriss der Pflasterstrecke der Brückenbauwerke zu sehen. Immerhin fliesst es.

Ob wohl die abwärts liegenden, überstauten Laichkiese bereits belaicht werden? Wir werden es später mal erkennen können.

Bachauf der S-Bahnbrücke rauscht die mit 25 t Kies belebte Mühlenau im strukturierten Niedrigwasserbett.

Draufsicht. – Nix zu sehen, keine Laichaktivität bislang.

Ankunft gegenüber Waldkindergarten, bachauf Rosengarten.

Bachauf ist aufgrund des Blattfalls beginnende Wirkung des Treibselsammlers, vorn rechts, zu erkennen.

Hochwässer werden auch den Treibsand umlagern in strömungsberuhigte Bereiche und eine tiefere Fliessrinne schaffen.

Bunter Blick bachab.

Etwas weiter nach bachab geblickt, bunt.

Vorn an der Kombination Treibselsammler mit (ungeplant) Kies davor ist Wirkung trotz Niedrigwasserabfluss zu sehen (real mehr als auf dem Foto): Turbulenzen in Bachmitte. So soll das sein.

Ankunft im grünen Umfeld Rehmenfeld. Es ist zu hoffen, dass Politik hier bei der B-Planentwicklung Neustes und insbesondere Grün- und Gewässerschutz in den Vordergrund stellen wird. Klimawandel mit den Extremen verschärfter Niedrig(st)wasserabfluss und stärkere Hochwassersituationen fordern klare Vorausschau im Handeln.

Blick bachauf Brücke querab Regioklinik.

Die beiden Treibselsammler sind noch da.

Obwohl der nördliche mittig kaputt erscheint (??), scheint seine Wirkung in Ordnung zu sein.

Der südliche steht gut – könnte durch weitere Stöcke verlängert werden.

Erkennbar ist an allen Standorten der Kiesdepots und Treibselsammler, dass die Ufererosion punktuell entschärft wurde. Der Neuaufbau verloren gegangenen Bodens kann bislang anlässlich ausgebliebener, die Sohle neu strukturierender Hochwasserabflüsse noch nicht erwartet werden. Es bleibt spannend.

Angekommen an der ländlichen Mühlenau – Blick bachauf am Pegel Rellingen.

Herbstaspekt auf Kiesrausche.

Der Kies, gut besiedelt mit Wirbellosen, liegt von Kieslaichern unberührt.

Ich schliesse den Bogen, fahre rüber zur ländlichen Pinnau.

Am Sandfang musste 2020 wieder allerhand Sand entnommen werden.

Eine fortwährende Aufgabe – dieser erhebliche Bodenverlust im oberen Einzugsgebiet muss durch Ansetzen an den Ursachen konsequent reduziert, minimiert werden. – Der hier gebaggerte Sand ist lediglich ein Anzeichen der realen Situation. Vorweg bzw. parallel geht „die Mutter“ verloren – der Mutterboden. Mit ihm bewegen sich Nährstoffe, Pestizide und vieles mehr Richtung Nordsee. Dort, genau wie hier im Bach, haben sie (eigentlich) nichts verloren!

Auch hier, die Rauschen von Laichern nicht bewegt.

Diese raue, steile Rampe wird uns auch weiterhin als „Beweger“ einzubringendes Kieses nützen.

Blick Richtung Pinneberg.

„Mäander“, hingeplant und hingebaut. Allzu „glatt“, die Sohle für Mittel- und Niedrigwasserabfluss überbreit, übertief, vorhandenes Gefälle nicht nutzend. – „It`s a long way …“.

Die Zeit läuft, die notwendigen lebensraumverbessernden Arbeiten zum Erreichen der in D (und von D in der EU) gesetzlich verankerten Ziele der Wasserrahmen- und der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie umzusetzen. Das geht nur Schritt für Schritt – auch heute, nach 20 Jahren rechtlicher Gültigkeit (fachlich galten die Ziele schon immer, wurden allerdings erst ab Ende der 1970er zunehmend in ihrer Dringlichkeit erkannt). Es bedarf der Konsequenz, des Stoppens teils (immer noch, immer wieder auftretender) unsäglicher Behinderungen und des langen Atems aller Beteiligten.

Besten Dank zum langsam, aber sicher kommenden Jahresende 2020 allen positiv Gesonnenen, allen Aktiven und allen Förderern!

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Neben den schicken Sonnentagen heutzutage bietet der November auch das von früher typische Grau. Unklare Sicht bis Nebel ist gelegentlich mit dabei. Restarbeiten, um für die Sturmflutsaison klar zu sein, sind gelaufen.

Blick ins Grau – von Wedels Hafenstraße auf die Elbe vor dem Schulauer Hafen.

Fährmannssand, WillowHenge – auch diese Kopfweiden sind beschnitten.

Blick zurück – die Kräne am Sperrwerk Wedeler Au sind abgebaut, das Sperrwerk ist für höhere Flutwasserstände ertüchtigt.

Blick übern Deich – im Vorland wird der aus Marschgräben gebaggerte Schlamm, zu Klei gereift, gebaggert und abgefahren.

Da ist allerhand zu tun auf langer Strecke.

Abfahrt Richtung Osten.

Staudenblick binnendeichs an der Vogelstation.

Die ist geschlossen, in Corona-bedingt vorgezogener Winterpause.

Auch westwärts gehen etliche Touren der Klei-Abfahrer – der Radler macht(e) Platz.

Auf dem Süßwasserwatt vor Hetlingen steht Biomasse, Binsen, Schilf, massenhaft. Die zeigt dann, abgerissen, über die Sturmflutsaison als dicke Treibselpolster am Deich die jeweiligen Flut-Hochstände an. Durch Bagger und Muldenkipper wird das Material regelhaft zu entfernen sein.

Wie sich zeigte, erfolgten die Arbeiten gerade rechtzeitig. Wind und Wetter haben am 19. November mit einer kleinen Flut, Höchststand dreier erhöhter Flutwasserstände bei + 1,23 m (darüber spricht man eigentlich nicht – ausser für Parkende, elbnah!) – das ist ja gar nix.

Für die Sperrwerke an Krückau und Pinnau hiess das: dreimal ZU!

Was für menschliche Werte hinterdeichs segensreich wirkt, hindert normales Naturgeschehen. Wanderfische auf ihrem Weg zu den Laichplätzen in Bächen und kleinen Flüssen sind – zeitweise – ausgesperrt. [So lange „dicht“ ist, erhalten sie auch keinen „Geruchsfaden“, der sie in den Bach ihrer Geburt „zieht“. Orientierungslos!]

Wer bei den unter „Krückau“ und „Pinnau“ verlinkten Pegeln die untere Langzeitkurve auf den 19. November zieht, kann sehen, dass das Nordweststurmgeschehen 1,5 – ca. 5 und 3 Stunden Schliesszeit bedeutete.

Lernen musste ich, dass nicht jedes Sperrwerk ein Pumpwerk besitzt. An der Pinnau z.B. kann es bei kommendem Klimawandelstarkregen zu Schliessungszeiten am Sperrwerk bedeuten, dass man „hinten“ zwar nicht durch die Flut, aber durch den einstauenden Starkregen „absaufen“ kann (bei dem andauernden Niedrigwasserabfluss und nahezu keinem Niederschlag wiegen wir uns vermeintlich in Sicherheit). – Es bleibt viel zu tun.

Jetzt ist wieder „Ruhe“. Heftiger Nordwest (rein in den Trichter des Elbe-Aestuars) nach Südwestlage, die Wassermassen an die Ostseite der Deutschen Bucht transportierte, ist Vergangenheit ( nun bei anderen Windlagen bis Stärke 4). Sonne ist angesagt – gelegentliches Schliessen der Sperrwerke bei erhöhtem Flutwasserstand nicht ausgeschlossen.

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Und am Mittwoch den M ii … – el !

Im Beitrag vom 6. Oktober hatte ich beschrieben, dass  nach 5 Jahren Umzug Nds. —> SH ein Wechsel des Kfz-Nummerschilds durch Neukauf ansteht.

Gestern war es so weit. Coronabedingt ca. 4 Monate verspätet wurde uns nach den erforderlichen Schönheitsarbeiten am Winz-Import und Erledigen der Bürokratie der kleine Flitzer übergeben.

Da steht das Küken, flügge.

Es will raus.

Kurze Zeit später ist das feuerrote Spielmobil sicher in der Tiefgarage gelandet.

Da ist noch Freiraum im toten Winkel.

Donnerstag. – Vorsicht, die Spiegelung zeigt: Ab sofort ist das nun mit Aufkleber versehene Gefährt in freier Wildbahn unterwegs.

Damit mich jeder am Bach erkennt bzw. das Fahrzeug zuordnen kann.

Den Aufkleber gibt es kostenlos in Niedersachsen, beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

Und – was soll ich sagen – das Teil fährt. Wie der Blitz! Wir kommen uns vor wie in der Zeit, als wir uns Richtung kleine Diesel verirrt hatten (lang ist`s her!): Da sah man im Auge des Hintermanns / der Hinterfrau groß ein D spiegeln – also Spurwechsel an der Ampel. – Und dann … sprintet der kleine Diesel los … – Der Elektro kann das noch besser.

Das Schärfste daran ist, dass mit frei einstellbarer „Rekuperation“ (= Motorbremse) und vorausschauendem, die Bremse vermeidenden Fahren die beim starken Beschleunigen „verlorenen“ Energie-km wiedergewonnen werden.

Wer einen roten M ii electric sieht, der hinten auf dem Nummernschild ein E hat, kann fast damit rechnen, dass jemand von uns am Steuer sitzt. Das Interesse an dem Fahrzeug, vor allem wohl die Verschnarchtheit der Konzernmutter (!!! Herr Weil, Sie sollten als Aufsichtrat nicht immer auf Subventionen drängen, sondern lieber im Konzern auf rasante Zukunftsfahrt!) war so groß, dass die Produktion nicht nachkommt. Schade für alle, die nach uns bestellten. Beim Trabbi wusste man immerhin, dass der in (?) 14 Monaten geliefert wird. Bei unseren intransparenten Firmen ruht still der See, es besteht offenbar keine – jedenfalls keine weitervermittelte – Information.

Derweil fahren wir munter drauflos – wie meist mit dem Rad und gelegentlich mit dem Elektromobil.

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Bent Lauge Madsen, der bekannte dänische Gewässerforscher und Mentor unzähliger Gewässerökologen sowie -techniker und -Ingenieure, Berater jeglicher Interessierter an Verbesserungen an und in Gewässern, spricht gern von der Stimme des lebendigen Bachs und verdeutlicht das.

Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem ich in Begleitung eines Fischereipächters diese Eigenschaft lebendiger Gewässer in freier Natur gut erkennen konnte. Das Vermitteln des Erlebnisses geht hier im Blog auch ohne Ton, über das Sehen.

Stimmen am Himmel, ziehende Gänse.

Wir Menschen hantieren an unserer Umwelt seit jeher herum – meist, um sie vermeintlich nutzbarer zu machen.

So sieht daher bis heute die Masse der Fliessgewässer – (so)gar über Google Earth sichtbar – aus. Kanalartige, Erosionssand-gefüllte „heavily modified waterbodies, hmwb“ – hingerichtete Gewässer.

Diese Gewässer haben ihre Stimme verloren.

Der Ebach mündet in die obere Pinnau – dasselbe Bild, kein Ton, kein Leben.

Bei diesen beiden, so erbärmlich aussehenden unscheinbaren Gewässern auf Moräne im Norddeutschen Tiefland handelt es sich gewässerökologisch um die Forellenregion, Laich- und Aufwuchs-Habitat („die Kinderstube“, auch im Englischen so gebräuchlich).

Dänemark zeigt seit Langem, dass die Zerstörung reversibel ist. Dort kennzeichnen am Ende des ersten Lebenssommers 5-10 Jungforellen den Quadratmeter des wieder genesenen Forellenbachs.

Was ist nun mit der Stimme des Bachs? Symbolisch, aber auch an der wechselnden Wahrnehmung der uns umgebenden Realität verdeutlichte mir das Anfang der 2000er der Mühlenbaumeister Hans-Werner Melges an der Bifurkation Melle (Foto auf S. 32 in „Bessere Bäche„).

Die Stimme eines Bachs kann man zurückgewinnen, indem z.B. der standorttypische Gewässergrund und die turbulente Strömung wieder hergestellt wird. Das ist zur oberen Pinnau hier im Blog in den Berichten vom 29. März und 6. April 2020 beschrieben.

Und so haben wir das gestern gesehen – und gehört.

Turbulenz an einer Grobsteinschwelle – Plätscher, plätscher – murmel, murmel.

Fast Salino-Muster im Anstrom und oberen Bereich einer neu geschaffenen Rausche – es rauscht.

Zopf-Muster im Abstrom einer Rausche – das Bild ist hörbar.

Das wollen wir gern erweitern. Nach den ca. 550 m wiederbelebter Pinnau in 2020 wollen wir 2021 weitere Hunderter Meter angehen. – Herzlichen Dank an dieser Stelle allen unermüdlichen Unterstützern der zahlreichen Aktionen 2020!

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Kürzlich radelte ich nach Hetlingen, Honigbestände erneuern. Da ich etwas zu früh war, blieb Zeit, kurz über den alten Deich zu gucken. Ich landete, Richtung Idenburg, am Bullenfluss.

Blick nach Süden – vorn rechts aus dem toten Geäst-Gewurschtel startet in bekanntem Tempo ein Eisvogel, rast die Gerade entlang und landet nach ca. 100 m im rechten Ufer, vermutlich auf geeigentem Ansitzholz.

„Dank“ Schrecksekunde, obwohl in so etwas erfahren, ist der Eisvogel bei Prüfung des Fotos nicht drauf – zu schnell.

Blick nach Norden – mindestens hier gilt offenbar eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Weiss nicht, wie schnell der Eisvogel auf der anderen Seite der Brücke war – und ob diese Begrenzung auch für den Luftraum gilt.

Stare, Ringeltauben und Krähen hier auf der Nordseite jedenfalls scheren sich nicht darum.

Irgendwie ging mir dann doch auf, dass es sich um einen fehlgelandeten Geburtstagsluftballon gehandelt haben muss. Ich riss mich los, es war Zeit, den Honig einzukaufen.

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