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Archive for 29. April 2020

Der Krückaupark, Elmshorn, liegt in der Aue der Krückau, die sich hier im Tidegebiet befindet. Dem „planen“ zweiten Teil der Ebbe, da fliesst das Wasser als Bach, setzt sich die Flut auf, die je nach Wind- und Elbe-Verhältnissen (im Extrem: Sperrung des Krückausperrwerks bei Sturmflut). Der Pegel „Hafen Elmshorn“ spiegelt die Verhältnisse der Krückau im Park.

„Normal“ wäre die Krückau hier von einem feuchten Tide-Auwald mit spezieller Vegetation und Tierwelt charakterisiert. Glücklicher Weise sind ihr Mäander belassen worden und in vielen Teilen auch standorttypische Bäume und andere Vegetation. Dass sich auch der Otter hier wohlfühlt, habe ich im Beitrag vom 26. April belegt. – Der Begriff „Park“, und das in einer Stadt, wird allerdings durch viele große, offene Flächen wie leider auch Uferpartien (mit Überwärmen des Gewässers) im Sinn der bekannten Forderungen nach freier Sicht und Sichtachsen ausgefüllt.

Ok, verglichen mit anderen Städten hat Elmshorn das ganz gut gemacht. Die in vielen Teilen naturnahe, mit zahlreichen Wander- und Radwegen erschlossene Fläche kann genossen werden. – Ich starte mal mit Verbesserungsfähigem.

Entbaumte Uferpartien sind übermäßig besonnt, die Ufer erheblichem Bodenabtrag (mit Baggernnotwendigkeit anderswo) ausgesetzt.

Buschweiden übernehmen gern solche Partien, wachsen den Abflussquerschnitt zu und beschatten aufgrund ihrer Wuchsform den Boden total, störend. Uferhalt geben sie aufgrund ihrer Flachwurzeln nicht.

Wo parkartig standortfremde Bäume auf Distanz zueinander gepflanzt wurden und Wege dicht am Ufer verlaufen, sind Probleme aufgrund der Gewässerdynamik vorprogrammiert.

Bei Überbreite und Übersonnung stellt sich die Krückau bei Tideniedrigwasser fast wie ein flaches, verschlammtes Stillgewässer dar. Die Kraft des Fliessgewässers und die sommerliche Kühle sind ihr genommen.

Öffentliches Grün mit standorttypischer Natur vs. Privatflächen – Stadt am Bach, charakterisiert z.B. durch Trauerweiden.

Mix aus offenen Parkflächen und Baumbestand – vielfältig in Zeitabfolge und Farbe ergrünen jetzt Weiden, Traubenkirschen, Pappeln, Erlen und vieles andere.

Die Vielfalt des Krückauparks beeindruckt, Problempunkte gilt es zu erkennen – Verbesserungen lassen sich aus den naturnahen Situationen ableiten.

Alte Baumweiden mit Blattaustrieb.

Pappeln folgen später.

Erlen, Eschen, Baumweiden und Traubenkirschen, letztere gerade in Blüte – der Weg bedrängt die Bäume allzusehr.

Blühende Traubenkirsche, Prunus padus (die heimische) – was flattert da zahlreich um die Krone?

Umweltberater kennen die Antwort auf die Frühlingsfrage „Massenhaft Fliegen, schwarz mit langen Beinen – muss ich etwas dagegen tun?!?“ – „Das ist ein saisonales Phänomen, das Schwärmen der Markushaarmücke, Bibio marci. Die ist vollkommen ungefährlich und gehört hier hin.“

Leider nur als einreihiger Baumsaum erhalten, daher allzu linear: Eschen, Erlen, zum Freiraum ein blühender Ahorn. – Optimaler Uferschutz und Grundlage standorttypischer Lebensraumvielfalt am Fliessgewässer.

Halbschatten durch Erlenbewuchs am Uferrand.

Die Erle sichert das Ufer, da ihre Wurzeln – im Gegensatz zu anderen Bäumen – senkrecht auch in nasse Böden vordringen. Hier im Foto flottieren die wasserseitigen Wurzeln in der Strömung und bieten Fischen „ein Dach über dem Kopf“ und anderen Organismen dreidimensionale Lebensstätte.

Wo die Ufer halbwegs wasserseitig besiedelt werden können, stellt sich die Erle ein – möge sie im Wachstum ungestört bleiben.

In den bei Ebbe trockenfallenden Flächen sind im auwaldartigen Teil des Parks die Wurzeln anderer Bäume, hier Weiden, als Erosionsschützer in waagerechten Partien zu bewundern.

Schnell ist meine Zeit vergangen – ich kehre über den urbaneren Parkteil mit Stadion, Badeanstalt und Elsa-Brändström-Schule zum Auto zurück.

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