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Archive for 6. Februar 2020

Auf dem Weg von Holm nach Hetlingen radle ich an dem vorbei, was heutzutage (Achtung, Neu-Definition von BMin J. Klöckner) „Landschaft“ genannt wird.

„Landschaft“ – wirkt irgendwie ausgeräumt, öde.

Irgendwie scheint auch der Befahrer dieser „Landschaft“ sein Kreuz mit ihr zu haben.

Aber im Ernst – wir alle, steuersubventionierend, haben unser Kreuz damit. Es ist an der Zeit, für Abhilfe zu sorgen. Geben wir unseren Subventionen die längst überfälligen Rahmenbedingungen.

Querab Alter Heuhafen Hetlingen – einige der 9, in Worten „neun“, neu gesetzten Kopfweiden.

Im Rahmen groß angelegter Diskussionsveranstaltungen im Regionalpark Wedeler Au war neben den hier im Blog beschriebenen Verbesserungen an Bächen und kleinen Flüssen auf Nr. 1 beschlossen worden, markant für die hiesige Landschaft neue Kopfweiden entlang von Rad- und anderen Wegen zu setzen. Groß in der Presse in Szene gesetzt wurden jetzt diese 9 (in Worten: neun) Stöcker – ein Trauerspiel angesichts all der in der Zwischenzeit von Bauhöfen umliegender Städte und Gemeinden abgesägten und / oder verstümmelten Bäume (mein Stichwort: „Bäume zu Gestrüpp“), dem Beseitigen von „Gestrüpp“, dem Überpflegen von Büschen (die hätten von Natur aus eine spezielle Wuchsform) zu „Borsten“. – „Wedel blüht“ – dieser Werbebegriff führt sich selbst ad absurdum. Wo 08/15 im Frühjahr Blühtriebe in Eck- oder Kugelform gekappt werden, blüht gar nix mehr (na ok, vielleicht 1-2 % des Potenzials).

Was einem beim Radeln alles so durch den Kopf geht …

Ankunft am Elbe-Hauptdeich – offenbar Tag der offenen Pforte.

Wenn ich so über`n Deich gucke und eben das Klöckners „Landschaft“ war, muss dies wohl Klöckners „Gegend“ sein.

Schilfröhrichte, Büsche und Bäume am Rand des Süßwasserwatts – solch „Gegend“ ist heutzutage Schutzgebiet im Sinne „Flora, Fauna, Habitat“. Wir reden von Biodiversität, von der Notwendigkeit, nachhaltig mit uns und unserer Landschaft umzugehen. Mit der Bedeutung des Wortes muss man sich beschäftigen – stattdessen wird es tagtäglich jenseits davon regelhaft im Munde geführt.

Das Schilfröhricht ist angesichts fehlenden Eisgangs 2019/2020 teils noch recht gut erhalten, hier nur fleckenhaft abgeknickt und von Tidehochwässern abgetragen.

Angesichts der großen Flächen und der verkürzten Deichlinie kommt im Spülsaum, hier schon aufgehäuft, doch allerhand Treibsel zusammen.

Hinter mir, ca. 10 m tiefer, wird gerade eine Ladung Treibsel aus dem Deichbereich weggefahren.

Ich radele Richtung Wedel. Im Bereich der NABU-Vogelstation stehen die Feuchtwiesen gut feucht, Marschgräben sind randvoll.

Höhe Fährmannssand kommt das nächste Gespann auf / über den Deich, begleitet von allerhand Möwen.

Es herrscht intensiver Betrieb – ob sich im Treibsel so etwas wie ein Notschlupf von Insekten entwickelt hat? Jedenfalls fangen etliche Möwen etwas aus dem Luftraum.

Baggerpause, warten auf die zurückkehrenden Gespanne. Die Möwen sind weiter aktiv.

Eifrig umfliegen mich immer neue Möwen.

So, nun geben die Gefiederten auch mal Ruhe.

Elbwasser über dem Süßwasserwatt Fährmannssand – zu Hause sagt mir die Pegelanzeige, dass dies Tidehochwasser, aber aktuell mit 0,5 m Defizit ist.

Die glatte Wasseroberfläche mit kleinen Störungen lässt die lange Buhne bis an den Rand des Fahrwassers, drüben am niedersächsischen Ufer, erahnen. Wie wir im August 2019 bei unserer Fährfahrt Wedel – Stadersand, Stade (mit dem Rad) und zurück mit der Lühe-Schulau-Fähre sahen, sollte man schon die Seekarten und Tideverhältnisse kennen – solche langen Buhnen werden sonst zum VerHängnis.

Zum Abschluss zeige ich noch – mit Möwe frontal – einen Blick vom Schulauer Hafen Richtung Hafen Hamburg vom vorherigen Nachmittag, auch schon sonnig.

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