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Archive for 1. Februar 2020

Nein, ich schreibe nicht über das Grenzland SH / D – DK. Der absurde Wildschweinzaun in seiner unsäglichen Ausformung, schädlich für jegliche Tierwanderung und – wie sich für Rehe und Hirsche zeigte – eine üble Tierquälerei, ist nicht mein Thema. Wir bewegen uns im Hamburg-nahen Schleswig-Holsteinischen.

Kürzlich auf einer Begehung eines Bachoberlaufs mit vor Jahren angelegten Kolk-Rausche-Abfolgen (vgl. auch „pools and riffles“ hier, insbesondere Figure 2, unterster Teil) kamen wir auf das Thema Schweine.

Schöne Rausche-Kolk-Abfolge.

„Hier gibt es keine Schweine.“ sagte der lokale Fachmann, während ich mich an meine niedersächsische Vergangenheit zurückerinnerte. Da tauchten nach schweineloser Zeit, bejubelt von Waldbesitzern, erstmals Wildschweine auf. Die fanden die aus vorher halbwegs abwechslungsreicher Agrarlandschaft entstandene zunehmende Mais-Wüstenei so interessant, dass sie – gefördert von den zunehmend wärmeren Wintern – umfangreiche Rotten bildeten. Nach Maisernte und Schwarzlegen der Flächen fanden sich die Schweine am Liebsten in bachnahen Röhrichten und Auwäldern ein. Letztere machten sie innerhalb der Winterzeit aufgrund ihrer großen Anzahl vielerorts durchweg schwarz. (Zu meiner Begeisterung fraßen sie dabei auch offenbar gern die Überwinterungsspeicherwurzeln des Riesenbärenklau!) Ob solch rigoroses Schwarzmachen des Geländes einen Waldbesitzer weiterhin freut, sei dahingestellt.

„Keine Schweine“ – meine häufigsten Radelziele zirkeln um Wedel, keine 15 km von obiger Begehungsstrecke entfernt. Da sehe ich folgende Bilder im Grenzgebiet SH – HH.

Tiefenumbruch am Wegesrand, „Seemoorweg“, Wedel.

Weide / Mähwiese „Sandmoorweg“, Wedel – direkt an der Landesgrenze.

Diese Wiese war in den letzten Jahren fast quantitativ umgegraben, wurde bearbeitet und neu mit Grassaat eingesät. – Die Natur nimmt ihren Lauf …

Da bin ich gespannt, wann die Schweine den nicht weit entfernten nördlichen Bereich entdecken.

Zum ersten Foto, dem Bachoberlauf, ist zu ergänzen, dass wir gelegentlich an geeigneten Stellen unseren üblichen, bewährten Kies ergänzen werden. Diese als Lebensraum der Wirbellosen und zum Ablaichen von Neunaugen und Fischen so nötige Moränen-typische Fraktion fehlt derzeit völlig.

Derweil läuft der im vorigen Beitrag begeistert begrüßte Regen langsam ab. Wohl der Stadt, die bachauf ihre Auenflächen überflutbar gehalten hat – Flächen, die auch für ein lebendiges Gewässer unabdingbar sind. Pinnau (da ist links im Link-Bild noch die Tide erkennbar, dann Hochwasser-überstaut, nun abfliessend) und Krückau zum Beispiel halten Pinneberg und Elmshorn halbwegs verschont – sofern nicht ein heftigeres „statistisches Ereignis“ vom Himmel fällt.

Pinnauwiesen bachauf der Stadt Pinneberg – gestern.

Die Krückau im Umfeld Wittenberger Straße – gestern.

Etwas bachauf des vorherigen Fotos – die Krückau fließt am Rand des linken Drittels senkrecht zu und knickt dann entlang der Bäume, vor dem hellen Weidengebüsch, links aus dem Foto Richtung Wittenberger Straße.

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