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Archive for 24. Februar 2019

Als ich heute die Fotos vom Vormittag auf den PC geladen hatte, guckte mich eine Bilderfolge „ganz in Blau“ an.

Nein, die Elbe ist nicht blau (die Donau bekanntlich auch nicht). Vor lauter Gebaggere ist die Elbe trüber, als das früher in Hamburg-Nähe der Fall war (Folie 28 von 43 im verlinkten Vortrag).

Der Fotoeindruck „ganz in Blau“ lag wohl heute am guten Wetter – blauer Himmel, nur ganz schwacher Ostwind, die Elbe etwa zur Mitte der Ebb-Tide spiegelblank.

Wir kamen Elbe-seitig vor dem Yachthafen Wedel, korrekt „Hamburger Yachthafen in Wedel“ an, erstaunt, die Plätze in der ersten Reihe frei vorzufinden.

Zur Begrüßung ein Dicker – CMA CGM Antoine de St. Exupery, 400 m lang, 59 m breit, „nur“ 9,7 m Tiefgang.

Ruhig zieht der Riese vor der Elbinsel seewärts.

Hoch guckt das Schiff aus dem Wasser, die Schraube dreht sichtbar.

Holla, der Frachter ist ziemlich leer!

Leuchtfeuer am niedersächsischen Ufer voraus. Selten, solch Schiffsspiegelung zu erleben.

Durch Schwall und Sunk – das Schiff verdrängt eine riesige Wassermenge – bilden sich beim Zurücklaufen des in den Yachthafen reingedrückten Wassers gefährliche Strudel.

Hydraulik, Hydrologie in der Praxis – der Strudel wandert vom Ufer weg, gen See von der Yachthafenausfahrt aus.

Kurze Zeit später bildet sich ein Strudel direkt vor der Ausfahrt neu.

Tiefe Kolke sind das Ergebnis solch wechselhaften Geschehens an unterschiedlichen Stellen, auch unmittelbar vor dem Ufer. Wer sagt das mit welchem Modell voraus – hat der vorher die Variabilität mit eigenen Augen gesehen, ist sie im Modell integriert?

Der Yachthafen liegt derweil spiegelblank. Noch befinden sich alle Segelboote an Land. Erste werden aufgehübscht für die anstehende Saison 2019.

Die Sicht nach Süden ist erstaunlich klar. Das niedersächsische Elbufer mit seinen Leuchtfeuern, dahinter „unsichtbar“ die Marsch und in x km Entfernung die Stader Geest mit einer Vielzahl Windräder am Horizont.

Da brettert ein Binnenschiff vorbei – darf das das (?), hat einen kleinen Chemikalientanker überholt. Beeindruckende Wellen an der Längsseite des kleinen Schiffs.

Die Kielwasserwellen des Binnenschiffs bauen sich Richtung Ufer auf.

In Ufernähe werden die Wellen höher.

Klar abgegrenzt wird der Rand der Kielwasserwellen, vermutlich durch das ablaufende Wasser plus gleichermaßen begrenzend wirkenden leichten Ostwind.

Auf dem Rückweg sehen wir im Yachthafen Akke, eine alte Bekannte. Sie wird durch Schlick-Eggen den Seglern hinreichend Wasser unter dem Kiel schaffen.

Kein Wunder, dass die Elbe hier graubraun und nicht von Kieselalgenblüte im Frühjahr goldbraun gefärbt ist. Die „Akke“ ist hier im Blog über Suche öfter zu finden.

Fotos von gestern, nicht blau, sondern graubraungrünlich – Schulauer Hafen.

Heute die Akke sehend, wundern wir uns über die dicken Schlickpackungen auf der Treppe nicht. Im Schulauer Hafen wurde wohl jüngst geeggt. Ein Gutteil des Schlicks bleibt halt im Hafen, legt sich, aufgewühlt, bis nahe der Tidehochwasserzone auf alles Waagerechte.

So auch auf die Slip-Schräge, hier in Draufsicht. Igitt!

Diese Sonnentage Richtung Ende Februar – ob blau, ob braun (Farbe, nicht Politik) – sind wahrlich ein Genuss!

Auch von zu Hause lässt sich der Sonnenuntergang geniessen.

Der Abendhimmel später – Gesamtlicht geht aus, Spots gehen an.

 

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