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Archive for 3. März 2018

So wirklich „fehlt“ natürlich kein Wasser. Es ist nur anderswo.

Der Blick auf den Elbe-Pegel Schulau überraschte. Fehl(t)en da im Monatswechsel Februar / März am Flut- und Ebbe-Wasserstand tatsächlich bis zu 2 m?!

Erste Gedanken – Probleme am Pegel – oben und unten irgendwie eingefroren, blockiert, zeigt falsch an.

Wieviel Wasser kommt denn die Elbe runter zur Zeit, „zu wenig“? Nein, jedenfalls nicht „hier unten“.

Also: einfach mal runter an den Strand!

Eisiger Ostwind empfängt uns. Die Kraft der Sonne bemerkt man nur im Windschatten – wo finden?!

Tideniedrigwasser – tatsächlich, minus ca. 2 m. Eis in verschiedensten Formen bedeckt das Feinsandwatt.

Geplatzte Träume – pardon, gefrorene, geplatzte Schäume.

Den extrem niedrigen Ebbe-Wasserstand erkennt man gut an der Spitze der Hafenostmole. Die Kupferschlacke ist normal vorn zur Elbe kaum erkennbar.

Uuups, wat`n Sandstrand vor Auwaldrest – normal steht die Flut da oben am nun uralten Spülsaum.

Da „fehlen“ also tatsächlich seit Tagen an die 2 m auch am Hochwasserstand bei Flut.

Fast kann man bei der Kälte das Entstehen der Eisschollen mitverfolgen.

Extrem !

Die Hafensohle liegt frei, bedeckt mit Eis.

Das muss wohl die Sollsohle sein. Noch vor knapp 2 Wochen habe ich das Baggerschiff Akke hier fotografiert, wie es den Grund aufwirbelte in der Hoffnung, die große Menge werde von ablaufendem Wasser aus dem Hafen heraus gesogen. Da die Arbeit vermutlich bezahlt wurde (vom Steuerzahler), war sie wohl erfolgreich und die jetzt zu sehende Hafensohle das erreichte Ziel.

Dritte Februarwoche: die Akke im Schulauer Hafen.

Hier ist was los. Gewässergrund inkl. Lebewelt werden in Bewegung versetzt. Möven freuen sich.

Am Hafenausgang scheint es so, als würde das aufgewühlte Sediment in den Hafen hinein gezogen.

Vermutlich gibt es eine Unterströmung, die das Material in die Elbe zieht. Da kommt es durch die „Umlagerungsaktivitäten“ verstärkt her, seit diese so verstärkt stattfinden. Näheres anderswo hier im Blog und auf salmonidenfreund.de .

Was tut man nicht alles für die Schifffahrt. Gern würde ich mal die Bilanz für den Steuerzahler sehen – gerade ist die HSH Nordbank, Milliarden-Fresser, „verkauft“ worden.

Zurück zum aktuellen Wetter.

Ein Containerfrachter der kleineren Sorte, 275 m lang, fährt Elbe-abwärts.

Schon bevor er die Hafenmündung passiert schiebt sein „Schwall“ die Eisschollen ins Hafenbecken hinein.

Der Sog nach Vorbeifahren zieht so viel Wasser ab („Sunk“), dass eine Art Rausche vor der Hafeneinfahrt sichtbar wird.

Wir gehen zurück, Blick an der Wattkante entlang.

Solch Extremsituation zu erleben, ist immer wieder beeindruckend.

Trotz zwischenzeitlichen Nutzen des Fellhandschuhs ist die „Fotografierhand, rechts“ völlig durchgefroren. Wird Zeit, nach Hause zu fahren.

Die spezielle Lage mit frostigem Oststurm und Dauerfrost soll nun zu Ende gehen – glauben wir den Meterologen und freuen uns Richtung Frühjahrsentwicklung.

Tideniedrig- und -hochwasser werden in den nächsten Tagen jedenfalls ihren Normalwerten entgegen streben.

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