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Archive for 22. Oktober 2017

Nach erstem „Training“ an der ländlichen Mühlenau in Bönningstedt (Beiträge vom 20. Februar und 27. April 2017) sowie im städtischen Raum Pinneberg (Beitrag vom 5. August), den Gewässerlebensraum mit Kies zu verbessern, fand am 21. Oktober 2017 der erste Bach-Aktionstag mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt – ca. 60 Aktive fanden sich südlich der Brücke Mühlenstraße ein. An 10 Schüttstellen arbeiteten insgesamt 4 Gruppen, je eine Anglerverein Elmshorn-Barmstedt und NABU Pinneberg, zwei der Naturfreunde Pinneberg. Zwanglos schlossen sich Nachbarn und „Zugereiste“ aus benachbarten Gemeinden einer der Gruppen an.

Doch bevor es so weit war, wurde erstmal organisiert. Der Wasserverband Mühlenau und die Wasserbehörde Kreis Pinneberg hatten dem Vorhaben zugestimmt, die Stadt Pinneberg mit dem Bauhof (KSP – Kommunaler Servicebetrieb Pinneberg) den Kiestransport ans Gewässerufer übernommen und mit dem Regionalpark Wedeler Au für die Veranstaltung geworben. Auch der Umgang mit dem Kies wurde skizziert, damit die Mühlenau später nichts Unerwünschtes produziert.

Von der Schüttung zur Lenkbuhne: Waagerechtes Ufer vom Kies befreien, Böschung kiesgeschützt lassen, Unterwassernase harken – soweit das Schema.

Die Realität sieht dann an jeder Stelle wieder anders aus als das Schema.

Also: das Schema in die reale Schüttung eingetragen.

Alle Gruppenleiter sind informiert, es kann losgehen.

Herbstliches Pinneberg, der 21. Oktober ist angebrochen. Auf zum ersten Bachaktionstag Mühlenau.

Blick über die Brücke Mühlenstraße Richtung Mündung in die Pinnau – Halbtide am Pegel Uetersen. Das Wasser wird weiter sinken, gut für unsere Arbeit.

Mühlenau-aufwärts – unser Treff ist aufgebaut, Platz im Freien für weitere Bänke und Tische vorhanden.

Während der Begehung aller Schüttungen mit den Gruppenleitern treffen wir die Uferpatrouille – zwei Stockentenpärchen sehen das Gelände noch einmal „vorher“ an.

Nochmaliger Blick über die Brücke Mühlenstraße – der Wasserstand sinkt, die Strömung nimmt zu.

60 Aktive sind eingetroffen – wo sind sie, der Weg ist leer?

Gerade waren alle noch zum Gruppenfoto versammelt (Foto: Barbara Engelschall, Regionalpark Wedeler Au).

Nach Begrüßung durch Bürgermeisterin Urte Steinberg haben die Gruppen ihre jeweiligen Arbeitsstellen aufgesucht.

Buntes Treiben – eine Naturfreunde Pinneberg-Gruppe.

Die NABU Pinneberg-Gruppe an der nächsten Kurve.

Lenkbuhne in Arbeit, die „Unterwassernase“ entsteht.

Wichtiger Teilschritt: die waagerechte Fläche neben dem Weg steinfrei hinterlassen.

Eindruck kurz oberhalb der Mühlenbrücke.

Fleissige Hände sammelten auch jede Menge Müll – schöner wär`s, der wäre erst gar nicht hier „gelandet“.

Zurück am Treff – inzwischen ist die Verpflegung eingetroffen.

Die oberen Schüttstellen sind fertig bearbeitet – ganze Arbeit durch die Wathosen-gekleideten Angler des ASV Elmshorn-Barmstedt.

Hier finden die Kieslaicher ab sofort neue Laichplätze, jede Menge Wirbellose haben neuen, dreidimensionalen Lebensraum.

Wir werden unsere Taten nächstes Jahr untersuchen, sind schon ganz gespannt.

An der obersten Lenkbuhne verdeutlicht: Baumlos liegt das Ufer schutzlos, übermäßige Erosion haben wir hier erstmal minimiert.

Dieselbe Situation, Blick bachauf.

Besucher begutachten eine Naturfreunde-Lenkbuhne.

Uferschutz und neuer Lebensraum – eine Naturfreunde-Lenkbuhne in der Rechtskurve.

Weiter bachab sind durch das ablaufende Wasser (Ebbe) die Unterwassernasen leicht frei gefallen.

Wir werden diese unterschiedlichen Situationen über den Winter beobachten – jede Stelle wird sich über die Zeit verändern.

An der Mühlenbrücke wird der bei Tideniedrigwasser entstehende Abriss erkennbar.

Der gepflasterte Bereich unterhalb der Mühlenbrücke wird nun scharf überströmt – kein Aufsteigen strömungsschwacher Arten ist in solchem Zeitraum möglich.

Es gibt also weiter unter verschiedenen Aspekten viel zu tun – sieh an, ein Grünspecht auf dem Grün!

Großflächig ist die Mühlenau auch weiterhin durch bewegten Sand charakterisiert – kein Lebensraum für standorttypische Organismen des Moränenbachs.

Uralter, harter Wasserbau – in falsche Richtung gelegte Buhne: beim Überströmen wird das Wasser direkt in die Böschung gelenkt. Ein Glück, dass hier Baumwurzeln das Ufer sichern, sonst wäre der Wanderweg längst weg.

Wir sind zufrieden – unsere Ziele für heute, Strömungsbelebung, neuer Lebensraum und Sammelfunktion für das wichtige Nahrungsmaterial Blätter sind erreicht.

Es folgt die Abnahme durch Wasserverband und Wasserbehörde. Wir werden die Kiesbänke hier und bachauf 2018 beproben. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen für neue Taten bereit. Das Leitprojekt der Metropolregion Hamburg „Biotope verbinden und erleben“ wird über die Achse der Fliessgewässer Düpenau-Mühlenau-Pinnau sicherlich hoch produktiv entwickelt werden können.

 

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