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Archive for 6. April 2017

Was oder wer steht da unbeweglich im Pulk auf dem Elbdeich bei Fährmannssand? – „Birding“ ist angesagt, eine Gruppe aus England möchte die mehr als Zehntausend Nonnengänse erleben.

Aber das war Vorgestern. Ob sie mit Spektiv oder blossem Auge noch DAS Erlebnis hatten, weiss ich nicht.

Beim Weiterradeln sah ich zumindest eine kleinere Gruppe äsend hinter dem Rücken der englischen Vogelfreunde.

Heute dagegen, zur selben Zeit, bei strammem Nordwest – der Radler rast mit Rückenwind (nachdem er vorher gegenan gestrampelt ist, zum Glück mit gelegentlichen Bäumen, Büschen und anderem Windschutz) sieht es um Fährmannssand ganz anders aus.

Vorweg grüßt mich noch einer der beiden Störche aus dem Nest Idenburg.

Am Hauptdeich Hetlingen angekommen – oha! – Nonnengänse wie Mückenschwärme verdunkeln über Fährmannssand den Himmel.

Einige wechseln bandförmig vom Hinterdeichgelände auf das Süßwasserwatt der Elbe.

Eine kleinere, kreisförmige Ansammlung treibt dicht gedrängt von Tide und Starkwind elbaufwärts.

„Die Schlauen“ haben sich angesichts des stürmischen Windes nicht wie üblich als rundliche Insel, sondern dicht gedrängtes ultralanges Band formatiert.

Plötzlich wechseln massenhaft weitere Nonnengänse über den Deich.

So geht es fort und fort.

Der vorher driftenden „alte“ Band-Wurm fliegt neben dem Grimaldi-RoRo-Frachter auf.

… und landet bald wieder, ergänzt von den Neuankömmlingen.

Wohl die Ursache der Panik: hinter dem deichlichen Schaf-Idyll fährt ein Güller seine Fracht vor der Carl Zeiss Vogelstation auf die Marsch. – Was für eine flächenhafte Verteilung inkl. Gestank angesichts des Windes weit über Land.

Was für eine Peinlichkeit im Technologie-Land Deutschland: maximale Emission angesichts veralteter Ausbringetechnik! – Die Lobby setzt sich noch immer durch trotz Strafandrohung der EU.

Was schreibe ich, wundere ich mich – angesichts Betrügereien auf dem Abgassektor unserer ach so gelobten Premium-Autobauer wird doch wohl auch ein Bauer seine altangestammten Emissionen weiter Boden, Wasser und Luft zumuten dürfen ! ?

Immerhin wird das Treibsel nach monatelangem Liegen am Deichfuss abgefahren – rechtzeitig vor Ostern, Ordnung muss sein.

Zum Ausklang der Tour grüßen mich am Schulauer Hafen ein kleiner Container-Frachter und der Saug- und Klappbagger Ekke Moebius. Seine Fracht, hier ausnahmsweise mal Elbsand und kein kontaminierter Hafenschlick, wird anschliessend Richtung Nordsee gefahren und wieder in der Elbe verklappt. – Wieder sehen macht Freude (und der Steuerzahler wundert sich).

 

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