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Archive for 8. Oktober 2012

Dieser Bericht widmet sich Wernigerodes Wappentier, der Bachforelle und ihrem Lebensraum – und was dafür und, hoffentlich nicht mehr lange, durchaus auch dagegen getan wird.

Hier im Blog stehen ja etliche ältere Artikel, die über die Aktiven um das Wappentier herum berichten. Sie leisten hervorragende Arbeit.

Ein Faltblatt bietet dem Einheimischen wie dem Touristen die Möglichkeit, Verbesserungen der jüngeren Vergangenheit aufzusuchen. Die Wernigeröder Bäche Holtemme und Zillierbach wurden so verbessert, dass zu ihren Laichplätzen wandernde Forellen keine ernsthaften Hindernisse mehr vorfinden – wo kann man das heutzutage sonst schon vorweisen ? !

H 6, hier springen nicht nur Forellen, auch das Kraut

Mitten in Wernigerode „Holtemme 6“. Wir sind in einer Zeit extremen Niedrigwassers dort. Der Fischpass nimmt den gesamten Abfluss auf. – Nun ist natürlich auch Wernigerode nicht durchweg ein Platz der Seligen. Hier schlagen wie anderswo auch Kulturschäden wie Neophyten zu. Gucken Sie mal das gelb gerandete fette Vorkommen von Drüsigem Springkraut an.

Falls Sie auf das Bild geklickt haben, um das Springkraut zu betrachten: haben Sie die „Alu-Schleien“ im Fischpass gesehen, diese goldgrünen, typischen Schleien? (Kleiner Jux. Sagen Sie das nie zu den Wildfisch-Aktiven, nur weil hier im speziellen, feuchten Kleinklima Algen so gut auf den Alu-Forellen wachsen!)

Knöterich-Neophyt am Zillierbach, Wernigerode

Auch Knöterich-Neubürger lassen sich nicht lumpen …

H 5, Aluforelle, NNW - Gleitwehr trocken

„Holtemme 5“ – weiter bachauf, auch hier ein Raugerinne-Pass, querab der Hochschule. Alu-Forellen verdeutlichen dem Laien, was hier ermöglicht wird.

H 2, Strömungsstudie, Blätter im Mäanderfischpass

Noch weiter bachauf, „Holtemme 2“ – hier als Mäanderfischpass gestaltet, da auf kurzer Strecke ein hohes Gefälle auszugleichen war. – Das Foto zeigt eine Strömungsstudie mit Blättern – sausend in der Aussenkurve, ruhiger, teils sogar rückwärts sich bewegend, in der Innenkurve. Diese spezielle Hydraulik macht die hohe Leistungsfähigkeit dieser Durchgängigkeits-Prothese aus. – Eins muss halt immer klar sein: nichts ist besser – wo immer möglich -, als ein bachartig wieder gestalteter durchgängiger Bach.

H 2, alles Wasser ist bei NNW im Fischpass

Noch ein Foto zur frühherbstlichen Niedrigwasserperiode (Blätter kreisen an der Oberfläche des Kolks). Über das ehemalige Hindernis fließt fast kein Wasser, alles ist – wie sich das gehört – im (hier!) Mäanderfischpass. – Aber welch Verfärbung zeigt sich an dessen Seite – Alterung, Baumangel, nix von alldem? Muss man vielleicht prüfen.

NNW an H 7

Bachab, jenseits des Stadtkerns, „Holtemme 7“ (ich hoffe, ich habe richtig gezählt), einer der jüngsten Fischpässe. Auch hier, nach dem Zusammenfluss mit dem Zillierbach, nimmt der Fischpass alles Wasser auf.

neustes Werk, H 8, Totale bachab

Mit dem neusten Werk „Holtemme 8“ ist der gesamte Stadtbereich Wernigerode für wandernde Fische durchgängig.

H 8 parallel begehbar, NNW - alles Wasser durch den Pass

Nochmal „Holtemme 8“, aufwärts gesehen. Der Pass ist, unter anderem für Unterhaltungszwecke, begehbar gestaltet. Für Hochwasser ist (links vom Pass) mehr als genug Freiraum.

Der ungeduldige Leser fragt, „wo bleibt denn nun etwas zum Lebensraum“ ?! – Geduld, geht los.

zu viel Licht, zu viele Algen - Detail H 8

„Wer Augen hat zu sehen, der sehe!“ – Pflanzen wachsen bekanntlich nach dem Prinzip der Abhängigkeit vom Minimumfaktor. Und der ist im natürlicher Weise lichten Schatten des Forellenbachs nun mal das Licht. – Wo, wie hier, Algen dicht den Untergrund überziehen, muss Abhilfe geschaffen werden. Die standorttypischen Organismen kommen mit Algenmassen nicht recht klar.

zu viel Licht, zu viele Algen, unterhalb H 8

Sie finden, ich übertreibe? Dann gucken Sie doch hier drauf. – Abhilfe ist leicht möglich.

Forellenbach, Tafel Lehrpfad Hasserode

Grundlagen zum Forellenbach und zu seinen Bewohnern kann man z.B. auf der Tafel am Lehrpfad Hasserode nachlesen (anderswo auch, gut gemacht).

Wernigerode, Zillierbach-Spiegel - was sehen wir

„What`s behind the mirror?“ – Gleich kömmt`s. Oder sehen Sie schon was?

dick und bunt, BF im Zillierbach

Aaaadaissijaaaa! – Bachforelle im Zillierbach, dick und bunt, mitten in der Stadt.

Zillierbach voll besonnt, ALGEN, Forelle sucht Schatten

Aaaaber, bei genauerem Hinsehen …
Die Forelle sucht den Schatten – bekommt bei Besonnung Sonnenbrand (das ist wirklich so). – Wieso sind da solche Algenmassen, die den Bachgrund verdecken, den Porenlückenraum der Steine verstopfen?

ALGENmassen, ganz schlecht, Forelle, Standort etwas freigestrudelt mit Flossen

Wo größere Forellen stehen, ist der Standort etwas freigestrudelt mit Flossenschlag. – Hier fehlt den Forellen offenbar ihr Versteck, wieso sind da diese Algenmassen, was ist geschehen?

Zillierbach voll besonnt, gemäht

Der Zillierbach, typisch verbaut in der Stadtsituation, hat immerhin hervorragende instream-Ausstattung – gegliedertes raues Bett, Stromstrich, Turbulenz. Die Vegetation scheint sich standorttypisch darzustellen. Leider ist das gesamte Profil voll besonnt, offenbar hat die lange Niedrigwassersaison 2012, gepaart mit „Ordnungssinn“ dazu geführt, dass alles gemäht wurde – völlig unnötig. Dafür ist jetzt die Charakteristik des Forellenbachs, Halbschatten gehört dazu, völlig zerstört.

Zillierbach voll besonnt, gemäht

Zillierbach, anderer Aspekt standorttypischen Bewuchses. Auch hier jetzt voll besonnt, da durchweg gemäht. – Wenn diese Art harter, vorgestriger Gewässerunterhaltung fortgesetzt wird, werden sich „Rasen-Arten“ an Land und im Wasser durchsetzen. Das widerspricht jeglichem Handeln heutigen Gewässerschutzes.

Und im Umfeld, aufgenommen diesmal in unmittelbarer Nähe zur Holtemme, tut sich auch was.

 PSM in Friedrich- oder Amtsfeldstraße, Wernigerode

Totes Straßenbegleitgrün in Friedrich- oder Amtsfeldstraße – vor wenigen Tagen noch leuchtend-orange, der typischen Färbung nach Totalherbizideinsatz. Dieser Einsatz ist hier verboten.
Im Übrigen war das auch gelegentlich farblich an anderer Stelle im Stadtbild sichtbar. – Das Verbot gilt aus gutem Grund, sind die Einsatzsstoffe doch Fisch- und Algen-giftig.

Wer sich für die Rechtslage in Zusammenhang mit Totalherbiziden interessiert, guckt z.B. hier.

muss man erstmal finden - Forelle, Brunnen Markt Wernigerode

Forelle am Marktbrunnen in Wernigerode. – Gern kommen wir wieder, hoffend, dass das Wappentier mit seinen Ansprüchen an Lebensraum und Umfeld gut behandelt wird.

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Vom Salamander hatte ich ja schon in Harz 7 berichtet. Da kreuzen noch zwei andere Arten regelmäßig unseren Weg.

Wernigeröder Blindschleiche

Gleich zur Ankunft sonnte sich auf der Auffahrt eine erwachsene Blindschleiche. – Dachten wir. Leider war das Tier irgendwie geschädigt und verstarb dort. Den ganzen Urlaub über (und fast überall) liefen uns dann allerdings weitere Blindschleichen über den Weg. Der Harz scheint in weiten Partien ein Paradies für sie zu sein.

Katze aus Esszimmerfenster

Dieses Raubtier saß zur Begrüßung auf dem Terrassengeländer. Die Art war in vielen verschiedenen Exemplaren vertreten, was unserem Kampfdackel Socke massenhaft (sich selbst erteilte) Forscheraufträge ums Haus und im Garten einbrachte. – Ein glücklicher Hund!

am morgendlichen Fliegengitter, HappyDog

Tja, und dann dieser Schnappschuss mit Katze jenseits des Fliegengitters in der Morgensonne. – Drücken Sie mal auf`s Foto, dann können Sie die verborgene Zufallsbotschaft auf dem Bild lesen. 🙂

Katzenzunge hinter Gitter

Kurze Zeit später, detaillierter. – „Happy Cat“, würde ich sagen …

Abschiedsmorgen, urlaubserholter Sonnen-Socke

Am Abschiedsmorgen, der urlaubserholte Sonnen-Socke – zufrieden!

 im Gegenlicht, putzen vor der Abfahrt

Noch ein Bisschen putzen im Gegenlicht.

bin schick, alles ist gepackt - kann losgehen

Fertig geputzt, bin schick, alles ist gepackt – kann losgehen.

Bevor die Harz-Reiseberichterstattung aber zu Ende geht, folgt noch mindestens ein Bericht.

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