Feeds:
Beiträge
Kommentare

Früh morgens geht`s los zur Exkursion der Vorlesung „Hydrobiology“ an der TU Hamburg-Harburg. Das Wetter sieht vielfältig, vielversprechend aus – Mal sehen, ob auch Vielfalt in den Gewässern herrscht.

Ein buntes Völkchen aus aller Welt ist am Bahnhof Tostedt angekommen. 24 Studenten aus 15 Ländern – für sie gibt es heute Neues zu sehen.

„Den Spiegel brechen“ ist ein wichtiger Begriff, wenn aus öden Sandwüsten – auch wenn`s drumrum vielleicht schön grün aussieht – lebendige Bäche werden sollen.

Und so kann das beispielsweise im Detail aussehen. Wo vorher kaum Organismen auf 100 m² lebten, sind jetzt an die 10.000 auf EINEM m² zu finden.

Standorttypische, gesunde Bachoberläufe weisen  eine geradezu unvorstellbare Produktionskraft bei Arten- und Individuenvielfalt auf.

Turbulenz auf Kiessohle – die hellen, von Algen befreiten Stellen lassen ahnen, dass hier die Bachneunaugen zu laichen begonnen haben.

Erhöhte Strukturvielfalt mit der Schwarzerle am Ufer und Gewässerpflanzen in der Sohle. Flache und tiefe Stellen wechseln sich durch wieder erzeugte, hohe Strömungsvielfalt ab.

In Minibussen und Pkw geht`s weiter.

Die Historie der Eiszeitlandschaft, Moränen, Dünen, übernutzte Heide, arme (und reiche) Menschen, Waldentwicklung, heutige Zeit seit Erfindung des Kunstdüngers werden vermittelt.

Durch selektive Nutzung von Einzelbäumen wird der früher dunkle Nadelwald lichter, Heidelbeeren bedecken den Boden, Laubbäume folgen.

Eine Alt-Erle als Zeugin der Vergangenheit zeigt den früher schmalen Bach. Durch vielerlei menschengemachte Gründe ist diese, die Gewässerturbulenz erhaltende Breite einer Überbreite, vor dem Baum sichtbar, gewichen. – Es handelt sich um ein Schadbild, keine „schöne Bucht“.

Das Drüsige Springkraut, ein alles überwuchernder Neophyt, hat sich auch in der Este teils flächenhaft ausgebreitet.

Da das Drüsige Springkraut so gut springen kann, ist es auch im Wald zu finden – wenn es dort nicht vielleicht durch Imker gesät worden ist.

Noch sehen wir heimische Frühblüher wie das Wechselblättrige Milzkraut.

Auch Sauerklee blüht auf moosigem Moränenwaldboden.

Zur besseren Gewässerentwicklung sind am Ufer der Este einst angelegte Nadelholzforsten entweder inzwischen abgeholzt worden, oder es ist, wie aktuell hier, zumindest ein Randstreifen frei geschlagen, damit heimische Laubbäume wachsen können.

Hier ist – Wechsel links nach rechts – der Weg vom dunklen Nadelforst zum standorttypischen Auwald (im Hintergrund bereits ausgeprägt) vorstellbar.

Kolk-Rauschen-Abfolge, entwickelt durch die Este selbst, eingeleitet durch wiederholt aufgefüllte Kies-Depots am rechten Ufer (vorn, ausserhalb des Fotos). Laichende Meerforellen gestalten die vielfältige Morphologie aktiv mit.

Meerforellenlaichbett-Morphologie von rechts nach links: Laichkolk, bachab Kieshügel mit den Eiern / dottersacktragenden Jungfischen drin, die anschliessend herauskommen und sich verstecken.

Bachflohkrebse, runde und strömungsstarke, flache Eintagsfliegenlarven diverser Altersstufen sind in großer Zahl – in geringerer Zahl auch Steinfliegen – angesichts der entstandenen Kleinlebensraumvielfalt anzutreffen.

Wermutstropfen an beispielhafter Vorführstrecke: frühere Großfischunterstände am unterspülten Waldufer sind durch Großsteinschüttung vernichtet. SO, ohne die Verstecke, wird die weitere Nutzung der hervorragenden Laichbettstruktur künftig in Frage gestellt. – Fortbildung tut Not!

Lernende Gewässerunterhaltung – wo der Abfluss nicht beeinträchtigt wird, kann Totholz liegen gelassen und in seiner Wirkung beobachtet werden. Der Bachlebensraum gewinnt ganz erheblich.

Wir sind zum „top of the world“ gefahren, Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. – Oha, ein Hagelsturmschauer zieht gewaltig vorbei. Wir warten in den Fahrzeugen.

Typisch April – die Front ist über uns hinweggejagt. Wir können vom Hügel aus die beiden Großeinzugsgebiete sowie die exzessive, ohne Boden und Wasser schützende Rahmenbedingungen versehene, hoch subventionierte Landnutzung studieren.

Agrarlandschaft, fehlsubventioniert: Randstreifen- und damit Lebensraumvernichtung, Erosion leichter Böden durch Mais ohne Untersaat und vieles mehr.

Die Busse warten, weiter geht`s.

Este oberhalb der Brücke B 3: Sturmwind aus West bläst gegen den Wasserabfluss Wellen auf.

Der nächste Schauer – wir konzentrieren uns, unter der Brücke geschützt, auf Gewässerstruktur und -leben.

Wellenansicht unter der Brücke – nicht durch Wind, sondern rau hergestellte Gewässerkiessohle provoziert.

Und schon scheint nach Durchgang des Regensturms wieder die Sonne – wir tauchen auf.

Maigrün mitten im April – die Exkursion hat allen gefallen. Der Metronom nimmt die Teilnehmer am Bahnhof Tostedt mit, zurück nach Harburg.

 

Im Beitrag vom 14. April habe ich von der Entwicklung der besonderen Flora in der Hetlinger Marsch berichtet. Heute präsentiert sich die Situation fortgeschritten. Demnächst wird eine Menge Ansässiger und Anreisender erwartet.

Wie bei eigentlich Allem kommt es auch bei Schachbrettblumen auf die Perspektive an.

Ja, es hat sich gelohnt, noch einmal hierher zu kommen.

Die Blüte ist gut voran geschritten.

Na dann – viel Spaß auf dem Schachblumenfest am Sonntag.

 

Die Sonne lacht, rauf auf`s Rad! Wir sind zwar nicht aus Zucker, aber zwingend nass werden wollen wir nicht. Also wird die Tour-Länge spontan entschieden.

Wasser-Erlebnisbereich Wedeler Autal – immer wieder verlängerte Tour brachte uns weiter, als beim Start vorgesehen.

Leider mangelt es dem Wassererlebnis an Kieseln, die Kinder – plupp, plupp – in die Wedeler Au werfen könnten. Mal sehen, ob eine angeboten Ladung Kies akzeptabel ist. Zur Zeit scheint es: auf keinen Fall. Eine große Menge „Fallschutzsand“ solle aufgefüllt werden. Davon, dass Fallschutzsand / -kies dem Gewässer, der Verbesserung seiner Dynamik oder dem Wassererlebnis diente, habe ich jedenfalls bisher noch nie etwas gehört. Man lernt nie aus.

Oha, heftiger Wind und geschlossene Regenfront von vorn – Start des Rückwegs.

Nicht mehr weit vom trauten Heim – aber auch nicht mehr weit bis zum Start des Regensturms.

Geschafft. Das Wetter gucken wir uns weiter von drinnen an.

Die 3-Generationen-Ostereiersuche fand selbstverständlich auch statt – erfolgreich.

Vielleicht habe ich ja nicht die richtige Eiche gesehen – „meine“ blühen dieses Jahr noch nicht.

Eschenblüten, typische, schwarze Blattknospen.

Noch einmal im Detail – so ist der Stand im kleinen Auwald an der Elbe zwischen der Mündung Wedeler Au und Yachthafen.

Bald blüht auch die heimische Traubenkirsche Prunus padus – schon voll in Weiss an geschützten Stellen.

 

Das Jahr schreitet voran. Auch wenn gerade Polarluft unsere Tagesmaxima bei um die 10 Grad Celsius hält, legen Flora und Fauna ordentlich los. So auch die Schachbrett- oder Schachblumen (Fritillaria meleagris), bald wird in Hetlingen an der Elbe das Schachblumenfest gefeiert.

Wir haben mal geguckt, ob schon etwas zu sehen ist.

Einige Teppiche Wiesenschaumkraut zeigen, das es in der Natur voran geht.

Wer weiss, wie`s aussieht, erkennt, die Blüte ist auf gutem Weg.

Da geht`s lang – und bitte auf schmalem Pfad bleiben. Es ist schon etwas Besonderes, was es hier zu sehen gibt.

Zwei Schachblumenwiesen sind ausgeschildert. Angesichts des frühen Zustands und des kühlen Wetters ist die Besucherzahl heute früh gering – wir geniessen das.

Die Masse der Blüten ist noch nicht aufgegangen.

Neben der roten Hauptvariante gibt es in kleinem Anteil auch weisse Exemplare.

In den Wiesenflächen sind offene Blüten noch dünn gesät.

An windgeschützten Stellen, z.B. vor Reet, blüht ein Großteil der Pflanzen bereits.

Gleich nochmal – der Reet-Aspekt.

Und das Gleiche vor Weide.

Das wird eine Pracht, wenn in wenigen Tagen die gesamte Fläche rot leuchtet.

Als wir den Blick wieder vom Boden lösen, sehen wir die noch nicht gen Norden gezogenen über zehntausend Nonnengänse – wer immer sie gerade wieder einmal aufgebracht haben mag.

Den Trupp Rehe haben wir – auf große Distanz – in Bewegung gebracht.

Distanz halten ist auch im Deichvorland angesichts der beginnenden Brut-Saison angebracht. Schilder kann man durchaus lesen – und beachten.

Nebem dem Rot und Weiss der Schachbrettblume beginnt Löwenzahn, großes Gelb in die Landschaft zu bringen. Hmhh, lecker Löwenzahnhonig gibt`s demnächst auch wieder.

Für Gelb stehen auch die zahlreichen Hahnenfuß-Arten bereit.

„Vier Jahreszeiten an einem Tag“ sagen manche Wettervorhersagen. Na, das gucken wir uns dann an.

Die Elbe bei Wedel mit Blick auf Hanskalbsand. Weststurm und bei Ebbe ablaufendes Wasser gegeneinander – überkippende Wellen, Gischt.

Immerhin dürfen wir die Ostereier färben, für eine liegenbleibende Schneedecke reicht`s wohl nicht.

Na denn, „Schöne Ostertage!“.

Die Sediment-Egger und die Bagger-und-Verklapp-Flotte haben den Hamburger Hafen weitgehend verlassen. Fast scheint es, als sollten die aus gutem Grund seit Langem vereinbarten zeitlichen Begrenzungen in 2017 wieder einmal eingehalten werden. Die Spezialschiffe beschäftigen sich anderswo, einige noch Richtung Elbmündung, etliche in der Weser und andere international.

Eine Radtour entlang des Yachthafens Wedel („Hamburger Yachthafen“) bringt, elbaufwärts fahrend, aber noch Barent Zanen in Sicht.

Das Tideniedrigwasser läuft einmal mehr bis auf ca. 0,5 m unter Mittel ab. Vor der Wedeler Au-Mündung ist das Watt trockengefallen, die Schmalheit der Schifffahrtsstraße wird deutlich.

Barent Zanen dreht mittlerweile etwas östlich des Yachthafens, hat hier offenbar zu tun. Im Hintergrund steuert die Lühe-Schulau-Fähre ihren Anleger an.

Barent Zahnen hat gedreht, große Mengen Überlaufwasser (nach fach- und rechtlichem Verständnis Abwasser) verlassen beidseitig das Schiff, während gebaggertes Sediment den Rumpf füllt.

Übersichtsblick über die Ausfahrt des Yachthafens.

Dasselbe, etwas detaillierter – scheinbares Idyll mit Möwen.

Hinter dem Bagger: Ob die glatte, offenbar langzeitig glatt bleibende Wasserfläche Öl- oder Sediment-Ursache hat, muss hier offen bleiben.

Die aufgenommene Sedimentfracht wird, wie der Internetseite marinetraffic.com bei Aufruf von Barent Zanen entnommen werden kann, im Elbe-Aestuar bei St. Margarethen verklappt. Das Abfluss- und Tidegeschehen wird steuern, ob es demnächst wieder vor Wedel gebaggert wird, sich vor Cuxhaven ablagert, oder anderswo „verschwindet“.